Sängerin Anneliese Rothenberger nach kurzer Krankheit gestorben
(Keystone-SDA) Konstanz – Die Kammersängerin Anneliese Rothenberger ist tot. Das teilte die Grafenfamilie Bernadotte, die eng mit der Künstlerin befreundet war, in Konstanz mit.
Die Sopranistin sei am Montagabend im Kantonsspital Münsterlingen in der Schweiz im Alter von 83 Jahren nach kurzer Krankheit gestorben, teilte ein Sprecher mit. Rothenberger galt als eine der erfolgreichsten deutschen Sängerinnen der Nachkriegszeit. Ihre TV- Sendungen wie «Anneliese Rothenberger gibt sich die Ehre» erreichten ein Millionenpublikum.
Die Frau, die als erfolgreichste deutsche Opernsängerin nach dem Zweiten Weltkrieg gilt, wurde am 19. Juni 1926 (nach anderen Quellen zwei Jahre früher) in Mannheim geboren. Kritiker wie Verehrer charakterisierten die Kaufmannstochter als «Lady von damenhafter Schönheit, gewitzt, intelligent, geschäftstüchtig und begabt».
Doch auf der Bühne in Alban Bergs «Lulu» konnte sie auch zum «Luder mit Engelsgesicht» werden. «Wer hätte gedacht», so schrieb die «New York Times» über die Kammersängerin, «was unter dieser hübschen Schale noch alles steckt», als Anneliese Rothenberger mit der «Lulu» an der «Met» Erfolge feierte. Zum Vorschein sei eine neue Rothenberger gekommen, ein lyrischer Sopran mit hochdramatischen Akzenten.
Die Karriere der Sopranistin begann 1947 in Koblenz. Von dort wurde sie an die Hamburgische Staatsoper engagiert. In der Hansestadt sang sie von 1948 bis 1956, dort stiess sie für sich auch die Tore zur Welt auf. Nach einem kurzen Engagement an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf wurde sie von der Wiener Staatsoper geholt.
Der Weg der Sängerin war mit Erfolgen gepflastert: Ob in Salzburg, Mailand, London, New York oder Moskau, überall wurde sie gefeiert.
Als Interpretin in Werken von Richard Strauss und Mozart war sie unübertroffen. Lotte Lehmann, die 1963 den «Rosenkavalier» an der «Met» inszenierte, machte ihr das Kompliment, sie sei die «beste Sophie der Welt». Die Sängerin brillierte im «Figaro», der «Entführung aus dem Serail» und in «Arabella». Als herausragend wurde aber auch ihre Interpretation moderner Opern-Rollen beurteilt.