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SAP will Krise mit Offensive in BRIC-Ländern hinter sich lassen (Zus)

(neu: Details zu Umsatz-Offensive und Business ByDesign)
WALLDORF (awp international) – Europas grösster Softwarehersteller SAP will in diesem Jahr die Krise hinter sich lassen und besonders in Schwellenländern Erlös und Gewinn steigern. Nach dem Einbruch infolge der weltweiten Rezession im vergangenen Jahr soll der Umsatz mit Software und software-bezogenen Dienstleistungen (SSRS) 2010 währungsbereinigt um vier bis acht Prozent zulegen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Auch beim Gewinn will sich SAP verbessern und die operative Marge von zuletzt 27,4 Prozent auf 30 bis 31 Prozent heraufschrauben. Bei der Umsatzoffensive setzt SAP vor allem auf Wachstumsmärkte. Der SSRS-Umsatz soll insbesondere in Brasilien, Russland, Indien und China sowie im Nahen Osten und in Afrika zulegen. In Indien und Brasilien verzeichneten die Walldorfer jüngst die höchsten Zuwächse. Etwas schwieriger war das Geschäft in China.
Auch in den europäischen Stammmärkten wollen die Walldorfer wachsen. Die lang erwartete neue Software Business ByDesign, welche über das Internet vermietet, statt wie bisher installiert und lizenziert wird, soll Mitte des Jahres in Deutschland, den USA, Grossbritannien, Frankreich, China und Indien für das Volumengeschäft an den Start gehen. Bislang läuft der Hoffnungsträger nur bei Testkunden. SAP betonte, die Software erst dann und nur in solchen Ländern zu starten, in denen ein profitables Volumengeschäft möglich erscheint.
BÖRSIANER GOUTIEREN ZAHLEN UND AUSBLICK
Die Aktie legte bis 13.30 Uhr um 0,75 Prozent auf 32,965 Euro zu und war damit einer der besten Werte im Dax . Ein Händler stufte die Zahlen in einer ersten Reaktion «etwas besser als erwartet» ein. Positiv seien die Aussicht auf weiter strenge Kostenkontrollen und das Ziel einer weiteren Margenverbesserung. Die Bilanz zum vierten Quartal und für 2009 habe unterdessen im Vergleich zu den vorläufigen Eckdaten aus seiner Sicht keine grossen Überraschungen enthalten. Die etwas besser als erwartet ausgefallenen Umsätze seien zu grossen Teilen auf Kosten der Marge erzielt worden.
SAP hatte sich zu Beginn der Krise drastische Sparmassnahmen verordnet. «Unsere ursprünglichen Erwartungen haben wir sogar übertreffen konnten», sagte Finanzvorstand Werner Brandt. «Für 2010 werden wir weiterhin konsequent unsere Kosten kontrollieren und dabei ein starkes Augenmerk auf das weitere Wachstum der Marge legen». Konzernchef Leo Apotheker rief aber noch nicht das Ende der Flaute aus. «Neben der Margensteigerung möchten wir im Jahr 2010 wieder zu Umsatzwachstum zurückkehren, obwohl das Marktumfeld weiterhin angespannt ist und die Unsicherheit bei den Kunden nach wie vor andauert.»
AUFTRAG DER DEUTSCHEN BANK
Besonders die Bankensoftware, mit der SAP zuvor wenig erfolgreich war, trug im vierten Quartal zum Wachstum bei. Mit der Deutsche Bank gewinnt SAP einen wichtigen Kunden. Die Frankfurter Grossbank will ihre selbst entwickelte Software zugunsten der SAP-Software aufgeben. Das neue Kernbanksystem umfasst Anwendungen rund um die Verwaltung von Daten, Kontoführung, Zahlungsverkehrs- und Sparangeboten. Nach dem Einbau von SAP-Software in deutschen Büros der Deutschen Bank erhofft sich SAP eine Erweiterung des Auftrages auf Auslandsbüros.
Im vergangenen Jahr war bei SAP der operative Gewinn von 3,3 auf 2,9 Milliarden Euro eingebrochen. Unterm Strich fiel der Gewinn von 2,2 auf 2,0 Milliarden Euro. Im wichtigen vierten Quartal zwischen Oktober und Ende Dezember, in dem Unternehmen ihre IT-Budgets ausschöpfen, sank der operative Gewinn von 1,37 auf 1,12 Milliarden Euro. Unterm Strich fiel der Überschuss von 900 auf 776 Millionen Euro. Das Vergleichsquartal war allerdings auch das stärkste in der Geschichte von SAP.
IM 4. QUARTAL BEREITS WIEDER AUFWIND IN ASIEN-PAZIFIK
Den stärksten Einbruch verzeichnete SAP in seinen Stammmärkten. Die Leitkennziffer SSRS verlor in der Region Europa/Afrika/Naher Osten um acht Prozent. Vor Wechselkursveränderungen schrumpfte das Geschäft noch um sieben Prozent. In der Region Amerika, wo SAP einen erheblich geringeren Marktanteil hat, ging der SSRS um vier Prozent zurück. In diesen Märkten waren die Ausgaben von Unternehmen für Software nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers schlagartig zum Stillstand gekommen. Die Investitionsfreude kommt erst langsam wieder in Fahrt. Im asiatisch-pazifischen Raum, der sich von der Konjunkturkrise schneller erholt als der Westen, stieg der SSRS-Umsatz indes um sechs Prozent – vor Währungseffekten noch um fünf Prozent. Damit konnte SAP hier den Einbruch der vorangegangen Quartale teilweise wieder wettmachen./fn/nl/zb

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