Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland,
Sie ticken anders als die Inland-Schweizerinnen und -schweizer: Würden bei den Schweizer Wahlen 2019 nur Ihre Stimmen zählen, wären die Grünen stärkste Partei. Den Gründen dafür geht Politik-Analyst Claude Longchamp in seiner Wahl-Kolumne nach. Erkennen Sie sich darin wieder?
Liebe Grüsse aus Bern
Die Grünen als stärkste Partei der Schweiz. So sähe es aus, wenn nur die Stimmen von Ihnen, liebe Auslandschweizerinnen und -schweizer, zählen würden.
Dies weist das jüngste Wahlbarometer aus, das Hinweise liefert für die Schweizer Parlamentswahlen vom 20. Oktober. In seiner neuen swissinfo.ch-Kolumne geht Claude Longchamp, der bekannteste Politikanalyst der Schweiz, den Gründen nach, weshalb Schweizer Expats zunehmend progressiver abstimmen und wählen als die Stimmenden im Inland.
Das Fazit von Longchamp: Gerade in der Klimapolitik und der Europafrage, den beiden dominierenden Themen des aktuellen Wahlkampfes, seien die Expats für Nägel mit Köpfen und gegen Verhinderung.
Doch es muss gesagt sein: Am 20. Oktober sind immer noch die Stimmen der Inland-Schweizerinnen und -schweizer ausschlaggebend. Grün dürfte zwar siegen. Aber stärkste Partei werden die Grünen wohl kaum.
- Die September-Kolumne von swissinfo.ch-Politikexperte Claude Longchamp zu den Schweizer Wahlen 2019.
- Aus unserem Archiv: Fünfte Schweiz lehnte Initiative «gegen Masseneinwanderung ab.
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«Es ist doch das Normalste der Welt…», in der Schweiz einen Zweitwohnsitz zu haben. Sagt Alice Weidel, die deutsche Politikerin der rechtsnationalen Partei Alternative für Deutschland (AfD).
Die umstrittene Politikerin sagt das in einem fünfseitigen Interview in der heute erschienen Ausgabe der rechtskonservativen Schweizer Wochenzeitung «Die Weltwoche».
Die Schweiz sei seit je ihr Ferienort und Wanderland, schwärmt sie. Sie sagt aber auch, dass sie am neuen Schweizer Wohnsitz Drohungen erhalte. Wie schon zuvor in Biel, wo sie deswegen wegziehen musste. Weidel ist mit einer Schweizer Filmproduzentin liiert.
Absender sind offenbar Personen in der Schweiz, denen es nicht egal ist, dass Weidel in Deutschland klar gegen eine Politik von Mitte/Links kämpft, die Diversität der Gesellschaft als Grundlage von Demokratie verteidigt.
- Das Interview Externer Linkin der Weltwoche (Paywall).
- Bericht Externer Linküber «Teilzeit-Schweizerin» Alice Weidel in der Boulevardzeitung Blick.
«Kaum eine Demokratie in Europa ist so käuflich wie die Schweiz»: Das schreibt die Wochenzeitung. Was ist los, wenn die linke WoZ die Schweiz in den Ruch von Mauschelei und Korruption stellt?
Fakt ist: Die Schweiz hat kein Gesetz, das für Transparenz in der Politik sorgt. Und dazu zählen auch die Wahlkampf-Kampagnen der Parteien.
Fakt ist auch: Die Mitte-/Rechts-Parteien haben soeben mehrheitlich ein Gesetz abgelehnt, das sie zur Offenlegung von Spenden verpflichten würde. Dies in einer Anhörung.
Und Fakt ist auch: In einer als vorbildlich geltenden Demokratie, wie in internationalen Rankings stets bestätigt, würde es den Parteien gut anstehen, ihre Wählerinnen und Wählern darüber zu informieren, woher die Gelder stammen, mit denen sie um deren Stimmen buhlen.
- Bericht Externer Linkin der Wochenzeitung.
Seit Anfang September ist der Zahlungsverkehr mit Kuba via den Kanal der Schweizer Postfinance tot. Betroffen sind auch NGOs, die mit Finanzhilfe des Bundes auf der Zuckerinsel aktiv sind.
Postfinance begründet den Rückzug mit den Sanktionen, welche die USA gegen Kuba verhängt haben. Die Schweiz beteiligt sich nicht daran.
Konkret bedeutet die Sperrung des Geldverkehrs, dass Organisationen wie Medicuba kein Geld mehr nach Kuba schicken können, das dort für Medikamente oder medizinischen Geräte benötigt wird.
In Kommentaren zeigen sich Leserinnen und Leser von swissinfo.ch empört über die Massnahme von Postfinance. Gleich tönt es von der Handelskammer Schweiz-Kuba.
- Der Bericht von meinem Kollegen Andrea Tognina.
Wussten Sie, dass es in São Paulo, Brasilien, einen Armbrustschützen-Verein gibt? Er hat zwar nicht viele aktive Mitglieder, aber verblüffend ist seine Verbindung in die Schweiz allemal.
Auf die Frage «Sind Sie in einem Auslandschweizer Club aktiv?» haben viele App-Nutzerinnen und -Nutzer geantwortet. Darunter auch Pierre Eric Frisch, der eines der Gründungsmitglieder der Armbrustschützen São Paulo ist.
Genaugenommen befindet sich der Verein in der Schweizer Kolonie Helvetia in IndaiatubeExterner Link, einer Stadt im Landesinnern des Bundesstaates São Paulo. Die Kolonie wurde 1888 von vier Einwandererfamilien aus der Innerschweiz ins Leben gerufen: Amstalden, Ambiel, Bannwart und Wolf.
Ein weiteres Gründungsmitglied der Armbrustschützen São Paulo ist Bruno Winzeler, der heute in der Stadt Zürich Match-Armbrüste herstellt. Er pflegt den Kontakt mit den Armbrustschützen in Brasilien, die als Auslandsektion im betreffenden Schweizer Schützenverband registriert sind und sogar aus der Ferne an Wettkämpfen teilnehmen (die Resultate werden «live» per Mail übermittelt).
- Hier finden Sie die Webseiten der Kolonie HelvetiaExterner Link und der ArmbrustschützenExterner Link.
- Vielleicht interessiert Sie das Porträt der jungen Brasilianerin mit Schweizer Wurzeln, Heidi Amstalden Albertin, die in Helvetia lebt.
- Das EDAExterner Link hat viele nützliche LinksExterner Link zu Brasilien.
- Sind Sie auch in einem Schweizer Club aktiv? Melden Sie sich im betreffenden Q&A!
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Und noch zur Erinnerung: Am 20. Oktober wählen die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ihr neues Parlament. Ihre Stimme ist schon hart umkämpft.
Dabei geht es um die 200 Volksvertreterinnen und -vertreter im Nationalrat und die 46 Mitglieder des Ständerats (Genau genommen sind es deren 45: Der Kanton Appenzell Innerrhoden wählte seinen Standesvertreter bereits an der Landsgemeinde vom 28. April 2019).
Favoriten sind die Grünen, die Sozialdemokraten und die Grünliberalen – sie waren die Gewinner der letzten kantonalen Wahlen. Die Schweizerische Volkspartei dagegen, landesweit die stärkste Partei, musste auf Kantonsebene stark Federn lassen.
- Wir erklären in einem kurzen Video wie die Parlamentswahlen ablaufen.
- Hier zeigen wir Ihnen die Wahlergebnisse seit 1971 auf einen Blick.
- Was sind die fünf wichtigsten Probleme der Schweiz? Diese Frage wird jedes Jahr rund tausend Stimmberechtigten gestellt. Hier sind die Ergebnisse.
- Noch mehr unserer vielseitigen Berichterstattung finden Sie hier.
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