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Eine lachende Sprinterin mit Schweizer Fahne.

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland,

Vermutlich schläft Ihnen beim Stichwort "Schweizer Wahlkampf" das Gesicht ein – besonders wenn Sie ihn mit Wahldebatten in Ihrem Land vergleichen? Die Gründe dafür sind aber spannend! Und sonst wecke ich Sie spätestens mit einer schnellen Nachricht aus dem Sport wieder auf.

Liebe Grüsse aus Bern

Verschiedene Kandidaten auf Plakaten im Grünen.
Keystone / Walter Bieri

Die Schweiz geht in die letzte Phase des Wahlkampfes vor den Parlamentswahlen vom 20. Oktober. Im Vergleich zu anderen Ländern kommt es während dieser spannenden Zeit aber kaum zu feurigen Debatten.

Langweilige Wahlkämpfe seien in der Schweiz die Regel, sagt Politologe Sean Müller von der Universität Bern. Der Grund liege in der direkten Demokratie.

Anlässlich nationaler Abstimmungen können die Parteien viermal im Jahr zu bestimmten Themen debattieren. Und die Wahlen sind kein Anlass für sie, anders zu argumentieren – ausser es kommt zu einem aussergewöhnlichen Ereignis wie etwa Fukushima im Wahljahr 2011.

Grosse Veränderungen in der nächsten Legislaturperiode erwartet der Politologe nicht. Die Schweiz bleibe ein konservatives Land, das sich nur sehr langsam verändere.

Eine Frau und ein Mann mit zwei Babys im Wasser.
Keystone

Elternzeit? Vaterschaftsurlaub? Das Thema beschäftigt die Schweiz. Gestern erst zogen die Initianten der Initiative für vier Wochen Vaterschaftsurlaub diese zurück. Der Grund: Das Parlament sagte Ende September Ja zu zwei Wochen Urlaub für frisch gebackene Väter.

Wir haben Sie im Ausland gefragt, welche Regelung Ihre Wahlheimat kennt. Die Antworten fielen unterschiedlich aus, auch unter Auslandschweizerinnen und -schweizer, die im selben Land leben.

Uneinigkeitherrschte darüber, ob es überhaupt eine Elternzeit gibt und wenn ja, wie lange diese dauert. Erklären lässt sich dies offenbar aufgrund unterschiedlicher Arbeitgeber und Wohnorte. Wir haben die Antworten in einer Übersicht zusammengetragen (Angaben ohne Gewähr):

Kanada: 50 Wochen Mutterschaftsurlaub/Elternzeit
Vereinigte Arabische Emirate: 45 Tage Mutterschaftsurlaub
Grossbritannien: 37 Wochen Elternzeit
Deutschland: 12 Monate Elternzeit
Dänemark: bis zu 12 Monate Elternzeit
Spanien: 4 Monate Mutterschaftsurlaub
Malta: 16 Wochen Mutterschaftsurlaub
Türkei: 6 Monate Mutterschaftsurlaub
Philippinen: 2 Monate Mutterschaftsurlaub
Bosnien: 8 Monate Mutterschaftsurlaub
Indonesien: keinen Anspruch
Neuseeland: 18 Wochen Elternzeit
USA: «Nur für die Reichen (LOL)»
Österreich: 60 Wochen Mutterschaftsurlaub/Elternzeit
Sierra Leone: keinen Anspruch

Ein riesiges Container-Schiff mit der Aufschrift MSC.
Keystone / Mohssen Assanimoghaddam

Ein ganz anderes Thema, das unser Land aber auch beschäftigt, sind die Tätigkeiten von Schweizer Firmen im Ausland. Heute geht es um eine Reederei in Genf, die Schiffe an Stränden des indischen Subkontinents abwracken lässt.

Die Bilder von riesigen Stahlskeletten an verschmutzten Stränden weit weg von Europa sind bekannt. Auch von den schlechten Arbeitsbedingungen vor Ort hat man schon gehört.

Die Sendung «10vor10» berichtet nun, dass ein Schiff der Schweizer Reederei MSC an einem besonders berüchtigten Strand in Bangladesch aufgetaucht sei. MSC bestreitet, das Schiff dorthin zur Verschrottung geschickt zu haben.

Die Reederei hat das Schiff kurz vor der Verschrottung weiterverkauft. Laut NGOs ein altbekanntes Muster, um sich aus der Verantwortung zu ziehen. Die EU verbietet die Zerlegung von Schiffen, die unter ihrer Flagge fahren, an den Stränden Südasiens seit anfangs Jahr.

Janosch Amstutz
SRF-SWI

Faszinieren Sie neue Kommunikationsmöglichkeiten? Dann müssen Sie unbedingt den gebürtigen Schweizer Janosch Amstutz kennenlernen.

Er lebt in London und treibt dort sein Start-up voran. Dabei will er nicht weniger als einen Paradigmenwechsel in der Kommunikation erreichen.

Wie? Indem es ohne teure Geräte und viel Datenmenge möglich werden soll, die Realitätswahrnehmung im Alltag zu erweitern.

Amstutz und sein Start-up wollen, dass Sie mit Ihrem Smartphone und dank «Augmented Reality» Menschen in Ihre Welt beamen können. Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht, aber ganz geheuer ist mir bei diesem Gedanken nicht.

Eine lachende Sprinterin mit Schweizer Fahne.
Keystone / Jean-christophe Bott

«Kambundji-Knaller!»: So titelt die Zeitung Blick heute die Meldung über die Bernerin Mujinga Kambundji, der an der Leichtathletik-WM in Doha gleich zwei Premieren gelungen sind.

Das ist auch für unser Briefing in die weite Welt eine Meldung wert: Kambundji qualifizierte sich als erste Schweizer Flach-Sprinterin für einen WM-Final. Und sie kletterte auch gleich aufs Podest.

Die 27-Jährige gewann in 22,51 Sekunden über 200 m Bronze. Es ist erst die achte WM-Medaille für die Schweiz, die erste seit Viktor Röthlins Marathon-Bronze 2007.

«Endlich!», atmen die Schweizer Medien heute auf: An der EM in Berlin 2018 belegte Kambundji dreimal Rang 4. Und in Doha verpasste sie am Wochenende den WM-Final über 100 m um lediglich fünf Tausendstelsekunden.

swissinfo.ch

Zum Schluss kommen wir nochmals auf die Wahlen vom 20. Oktober zu sprechen. Laut einer Auswertung der NZZ werden auch dieses Mal die Bisherigen von einem beträchtlichen Vorsprung profitieren.

Amtierende Nationalräte profitieren in Wahlen meist von ihrer Bekanntheit und guten Listenplätzen. Dieser «Bisherigenbonus» verzerrt den Wettbewerb an der Urne.

Doch wie gross ist der Vorteil für bereits gewählte Nationalrätinnen und Nationalräte eigentlich? Die NZZ hat versucht, den Bisherigenbonus zu berechnen. Sie hat 22 Nationalratswahlen zwischen 1931 bis 2015 analysiert und Wahlergebnisse von über 26’000 Personen mit über 41’000 Kandidaturen ausgewertet.

In den untersuchten Wahlen wurden Bisherige mit einer Wahrscheinlichkeit von 88 Prozent gewählt, die Herausforderinnen und Herausforderer mit durchschnittlich nur drei Prozent. Laut Berechnungen der NZZ führt der «Bisherigenbonus» zu einem Startvorteil von über 34 Prozentpunkten.

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