Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Werden Sie auch immer auf Ihren "Reichtum" angesprochen, sobald Sie sich als Schweizerin oder Schweizer zu erkennen geben? Sie wissen aber: Es sind nicht alle reich in der Schweiz. Und Kinder, die in Armut aufwachsen, laufen Gefahr, für immer arm zu bleiben.
Herzliche Grüsse aus Bern
Die Schweiz – ein reiches Land. Soweit das Image. Aber stimmt das? Gemäss Caritas ist durchschnittlich mindestens ein Kind pro Schweizer Schulklasse arm. Das Hilfswerk fordert nicht zum ersten Mal Massnahmen auf nationaler Ebene.
Einige Schweizer Kantone scheinen das Problem der Kindearmut im Griff zu haben. Laut Hugo Fasel, Direktor von Caritas Schweiz, bieten vier Kantone Zusatzleistungen für Familien an. «Damit erzielen sie sehr gute Ergebnisse im Kampf gegen die Armut», sagt er im Interview, das meine Kollegin Katy Romy mit ihm führte.
Die Caritas fordert nun, dass die Schweiz dieses System im ganzen Land einführt. Schliesslich habe die Schweiz 2015 die Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung unterzeichnet und sich verpflichtet, die Armut um die Hälfte zu reduzieren.
«Armut ist eine Frage der Bildung», sagt Fasel im Interview. Allerdings helfe bei Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt auch eine solide Ausbildung nicht immer. Zwar gebe es eine nationale Plattform zur Armutsbekämpfung. Doch dafür würden pro Jahr nur 250’000 Franken bereitgestellt. «Das ist nichts.»
- Das ganze Interview mit Hugo Fasel bei swissinfo.ch.
- Wie viel kostet ein Kind in der Schweiz? swissinfo.ch hat es ausgerechnet.
- Bereits vor zwei Jahren brachte Caritas das Thema aufs Tapet, wie dieser Beitrag von SRF NewsExterner Link zeigt.
Bleiben wir gleich noch bei den Kindern. Die neuste Pisa-Studie zeigt: Nirgends in Europa werden so viele Schüler gemobbt wie in der Schweiz.
Mobbingland Schweiz? Gegenüber der letzten Pisa-Studie vor drei Jahren habe sich der Anteil der Opfer in allen Mobbingkategorien teilweise verdoppelt, schreibt unter anderen die Aargauer Zeitung.
Das Spektrum reiche von Auslachen bis hin zu physischer Gewalt. Ausgerechnet die Häufigkeit körperlicher Übergriffe hat sich im Zeitraum von nur drei Jahren verdoppelt – auf sieben Prozent aller Schülerinnen und Schüler.
Was die Gründe sind, ist den Wissenschaftlern nicht ganz klar. Vielleicht haben die Mobbingfälle tatsächlich zugenommen. Eine Erklärung für den Anstieg könnte aber auch die Tatsache sein, dass die Jugendlichen einfach sensibilisierter für das Thema sind als noch vor drei Jahren.
- Wie gegen Mobbing vorgegangen werden kann, lesen Sie im Artikel der Aargauer ZeitungExterner Link.
- Hintergründe gibt’s in unserem swissinfo.ch-Dossier «Bildung».
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Die Schweiz darf auch mal bei den ganz Grossen mitspielen. Überraschend erhielt der Bundesrat eine Einladung an den G-20-Gipfel. Ausgerechnet von Saudi-Arabien.
Eine Premiere: Die Schweiz darf erstmals an einem G-20-Gipfel teilnehmen, wie der Tages-Anzeiger herausgefunden und der Bundesratssprecher bestätigt hat. Dazu eingeladen hat Saudi-Arabien. Es hat seit dem 1. Dezember für ein Jahr den Vorsitz und darf deshalb auch die Teilnehmerliste bestimmen.
Im November 2020 soll Simonetta Sommaruga, die nächstes Jahr Bundespräsidentin sein wird, mit den Mächtigsten am Gipfel in Riad teilnehmen. Die Schweiz wird zwar kein Stimmrecht haben, aber dennoch vertiefte Einblicke ins Weltgeschehen erhalten. Denn sie wird an über 100 Ministertreffen, Arbeitsgruppen-Sitzungen und anderen Vorbereitungstreffen teilnehmen können.
Ob diese Einladung nun schmeichelhaft für die Schweiz ist, sei dahingestellt. Fakt ist: Die G-20-Präsidentschaft des autokratisch regierten Staats stösst international auf Kritik. Erwähnt werden dabei der Krieg im Jemen, die systematischen Verstösse gegen die Menschenrechte und die Ermordung des kritischen Journalisten Jamal Khashoggi.
- Der Artikel des Tages-AnzeigersExterner Link (Paywall).
- SRF News befragte heute den noch amtierenden Bundespräsidenten Ueli MaurerExterner Link zur Einladung an den G-20-Gipfel.
- Über die zum Teil umstrittenen Auslandreisen von Bundespräsident Ueli Maurer berichtete meine Kollegin Kathrin Ammann Ende November.
Es sind wunderschöne Bilder, die vom All aus geschossen werden können. Dahinter stehen aber nicht Künstler, sondern Schweizer Forschende. Diese haben zusammen mit der Nasa Spektroskopie-Systeme entwickelt, welche die Erde in ein neues Licht rücken werden.
Wie abstrakte Kunst sehen sie aus. Die Bilder, die ein neues Spektrometer liefern wird. Es wurde von Forschenden der Universität Zürich zusammen mit der Nasa am renommierten Jet Propulsion Laboratory (JPL) im kalifornischen Pasadena entwickelt.
Perrine Huber von Swissnex San Francisco durfte während zwei Tagen Schweizer Forschende im JPL begleiten, denn das Schweizerische Innovations- und Kooperationszentrum war am Aufbau des Projekts beteiligt.
Huber gewann dabei einen tiefen Einblick in diese schweizerisch-amerikanische Zusammenarbeit, wie ihrem Bericht zu entnehmen ist, den wir heute auf swissinfo.ch publizierten. Die grosse Frage der Forschenden: «Wie wirken sich Umweltverschmutzung, Ressourcenausbeutung, Klimawandel und andere globale Faktoren auf das Erdsystem aus?»
- Der Artikel von Perrine Huber auf swissinfo.ch.
- Das Spektrometer ist Teil des Ares-Projekts (Airborne Research Facility for the Earth SystemExterner Link), einer Forschungsinfrastruktur zur regionalen Messung von Prozessen auf der Erdoberfläche.
- Übrigens: Der Forschungschef der Nasa ist ein Schweizer, genauer gesagt ein Berner Oberländer. Bei seinem Besuch in der Schweiz diesen Sommer konnte swissinfo.ch mit ihm sprechen.
🎄 ADVENTSKALENDER 🎄
Hier stellen wir Ihnen im Advent jeden Tag eine kulinarische Spezialität aus einem anderen Kanton vor. Ein Stück Heimat – egal, wo Sie gerade sind.
4. Dezember: Cholera 🥔🥧🍏
Damit wären wir wieder bei einem speziellen Namen, über dessen Herkunft sich Experten nicht einig sind: Die Walliser Spezialität Cholera – ein Gemüsekuchen mit Lauch, Kartoffeln, Käse und Äpfeln.
Es heisst, dass dieses Gericht um 1830 wegen der Cholera-Epidemie erfunden wurde. Die Leute durften damals ihre Häuser wegen der Ansteckungsgefahr nicht verlassen und mussten sich aus dem Garten und von ihren Vorräten ernähren.
Wahrscheinlicher ist jedoch eine Verwandtschaft mit dem Wort Kohle – Walliserdeutsch Chola oder Cholu, weil der Kuchen mit Hilfe von Kohlen gebacken wurde.
Das Rezept finden Sie auf swissinfo.ch.
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Vorgestern konnten wir der glücklichen Gewinnerin unseres Wettbewerbs, Anabelle Ginez, ein Iphone übergeben.
Bei der Lancierung unserer App «SWIplus» haben wir einen Wettbewerb für alle Userinnen und User ausgeschrieben, die sich zwischen dem 16. August und 30. September in unserer App registriert haben.
Zu gewinnen gab es ein Iphone 11. Im Oktober hat das Los entschieden. Die Ziehung wurde von SWI swissinfo.ch vorgenommen.
Vorgestern konnte das nigelnagelneue Iphone der Gewinnerin, Anabelle Ginez, übergeben werden.
Sie ist 18 Jahre alt, Französin mit Schweizer Wurzeln und studiert momentan an der Universität St. Gallen.
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Mit 📱SWI plus📱 wollen wir aber auch erfahren, was Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer beschäftigt und interessiert.
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