Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Es gibt Menschen in der Schweiz, die aus Scham auf Sozialhilfe verzichten. Lieber schnallen sie den Gürtel noch enger, als sich der Stigmatisierung auszusetzen. Die Stimmenden im Aargau haben – wie 2012 bereits jene in Bern – die Vorurteile gegenüber Sozialhilfe-Empfängern zementiert.
Ich grüsse Sie dennoch herzlich aus Bern
Wer in den vergangenen zehn Jahren irgendwann Sozialhilfe bezogen hat, hat es im Kanton Aargau nun also nicht mehr verdient, Schweizerin oder Schweizer zu werden.
Die Stimmenden dachten bei ihrem Ja zu einem restriktiveren Einbürgerungsgesetz wohl primär an die wenigen Eingewanderten, die vom Sozialstaat profitieren wollen.
Dass das Plebiszit nicht nur Migrantinnen und Migranten trifft, sondern Vorurteile gegenüber allen Sozialhilfe-Empfängern zementiert, ist im Abstimmungskampf untergegangen. Genau gleich wie der eigentliche Sinn der Sozialhilfe: Diese federt Risiken ab, die von keiner Versicherung abgedeckt werden.
Die Existenz von 275’000 Menschen in der Schweiz, also nur rund 3,5% der Bevölkerung, wird [KR(1] heute dadurch gesichert. Ein Drittel davon sind Kinder. Das sollte für die anderen 96,5% eigentlich zu verkraften sein.
- Welche Konsequenzen der Entscheid für Sozialhilfeempfänger hat, erfahren Sie bei swissinfo.ch.
- Die Diskussion zum verschärften Einbürgerungsverfahren verlief entlang des Links-rechts-Grabens, stellt die Neue Zürcher ZeitungExterner Link fest.
- Was eine SP-Grossrätin und ein SVP-Grossrat im Kanton Aargau zum Abstimmungsresultat sagen, hören Sie bei SRFExterner Link. (Dialekt)
- Wenn Eltern mehr arbeiten, fahren sie wegen der teuren Kinderbetreuung oft schlechter als mit Sozialhilfe. Meine Kollegin Sibilla Bondolfi hat eine Betroffene interviewt.
«Was bedeutet diskriminieren genau? Wo wird die Grenze gezogenen? «Wer endscheidet, was Diskriminierung ist?», fragt Josef Hornii auf Facebook.
Nach dem deutlichen Ja zur Erweiterung der Antirassismus-Strafnorm wissen manche Leute nicht mehr, was sie sagen dürfen und was nicht. Na und?
Soll halt schweigen, wer nicht weiss, ob er oder sie seine negative Einstellung gegenüber Homosexualität noch äussern darf oder nicht? Oder ist die Meinungsäusserungs-Freiheit wichtiger als der Diskriminierungsschutz der Betroffenen?
Wenn sich die Debattierfreudigen künftig zurückhaltender und sensibler äussern, verliere die Gesellschaft nichts Wichtiges, im Gegenteil, findet die Schweizer Presse fast unisono:
- Wie die Medien den Abstimmungssonntag kommentieren, hat die Luzerner ZeitungExterner Link zusammengefasst.
- Dass Politiker ihre Worte künftig auf die Goldwaage legen werden, sei nicht schlimm, kommentiert der Tages-AnzeigerExterner Link. (Paywall)
- Nach dem Ja zur Ausweitung der Rassismus-Strafnorm kommen laut SRFExterner Link jetzt Forderung, diese auf weitere Gruppen auszuweiten.
Geboren in der Schweiz, deportiert in Nazi-Konzentrationslager. Erstmals rücken Schweizer KZ-Häftlinge ins hiesige Bewusstsein dank eines kürzlich publizierten Buches. Die Autoren haben die Geschichte der Schweizer Nazi-Opfer detailliert aufgearbeitet.
391 Frauen und Männer mit Schweizer Staatsbürgerschaft litten in Konzentrationslagern, 201 von ihnen starben dort. Dazu kommen 328 Inhaftierte, die in der Schweiz geboren wurden, aber nie das Bürgerrecht besassen. 255 von ihnen überlebten das KZ nicht.
Alle Betroffenen wurden in Deutschland oder in besetzten Gebieten verhaftet und anschliessend deportiert. Am häufigsten geschah es in Frankreich, wo schon damals die meisten Auslandschweizer lebten. Die Schweizer Behörden wollten in den meisten Fällen nicht helfen.
- Den Artikel «Mit Schweizer Pass in Hitlers Todeslagern» finden Sie in der Schweizer RevueExterner Link und bei swissinfo.chExterner Link.
- Das Buch über die Schweizer KZ-Häftlinge finden Sie hierExterner Link.
- Über die «unrühmliche Rolle der Schweiz beim Holocaust» berichtete nau.chExterner Link.
- Was Holocaust-Überlebende sagten, als sie im Januar von der Schweizer Bundespräsidentin empfangen wurden, erfahren Sie im BlickExterner Link.
Während sich in Bern vergleichsweise nur ein «Sabinchen» bemerkbar machte, wütete das Sturmtief «Sabine» vor allem im Norden der Schweiz orkanartig. In einigen Regionen verursachte es beträchtlichen Schaden.
Wegen Schäden am Stromnetz waren Gebiete im Kanton Uri ohne Strom. Auch der Talkessel Schwyz und der Raum Arth waren von einem Stromausfall betroffen. Viele Strassen waren teilweise gesperrt. Auch auf Bahnlinien gab es Ausfälle und Verspätungen. In vielen Skigebieten haben die Bahnen den Betrieb gar nicht aufgenommen oder abgebrochen.
In einigen Schwyzer Gemeinden mussten die Schülerinnen und Schüler wegen «Sabine» nicht zur Schule gehen. Sie sollten nicht der Gefahr von umstürzenden Bäumen oder umherfliegenden Objekten ausgesetzt werden, erklärten die betroffenen Gemeinden.
Die Windwarnung von Meteo Schweiz der Stufe 4 – sie zeigt grosse Gefahr an und ist die zweithöchste von fünf Gefahrenwarnstufen – galt heute für die ganze Alpennordseite. Auf den Jurahöhen und den Gipfeln der Innerschweiz wurden Windgeschwindigkeiten von 140 bis fast 170 Kilometern pro Stunde gemessen.
- Wie die Flugzeuge trotz Sabine auf dem Flughafen Zürich-Kloten landeten, hat 20min.chExterner Link gefilmt.
- Die Störungsmeldungen der SBB finden Sie hierExterner Link.
- Wie viele Flüge annulliert wurden, hat travelnews.chExterner Link festgehalten.
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