Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Zehn Jahre Fukushima. Was hat das mit der Schweiz zu tun? Die Auflösung finden Sie in unserem Briefing.
Herzliche Grüsse aus Bern!
Wie die Reaktorkatastrophe von Fukushima die Schweiz und die Welt veränderte.
Die Bilder prägten sich mir als Japan-Fan tief ein: Zuerst der Tsunami, der fast 20’000 Menschen das Leben kostete. Und in den Tagen darauf die Explosionen in Reaktoren des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi, das direkt am Meer erbaut worden war.
Heute ist das genau zehn Jahre her. Die Schweiz hatte damals rasch reagiert und zwei Monate nach dem GAU den Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen. Ein erstes Kraftwerk, Mühleberg bei Bern, wird gegenwärtig demontiert.
Trotzdem schätzen Expertinnen und Experten, dass die Atomkraft weltweit nicht am Ende ist. Viele sehen sie als integralen Bestandteil der Energiewende, da sie kein CO2 verursacht. Mein Kollege Luigi Jorio nimmt sie heute mit auf eine Tour d’Horizon in Sachen Atomstrom.
- Der Artikel «Geht es in Zukunft ohne Atomstrom?» von Luigi.
- Über die Demontage des AKW Mühleberg berichteten wir 2019.
- Anscheinend kann Japan in Sachen Endlagerung von Fehlern der Schweiz lernen, wie wir ebenfalls 2019 berichteten.
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Ein kleines Instrument der Universität Bern könnte Geschichte schreiben. Falls es Spuren des Lebens im All findet.
«Rein statistisch gesehen ist es unvorstellbar, dass wir die Einzigen im Universum sind«, sagt Astrophysiker Andreas Riedo im Interview, das ich kürzlich mit ihm an der Universität Bern führen durfte. Seit den 1970er-Jahren sei aber die Technologie, mit der im Weltall nach Lebenszeiten geforscht wird, dieselbe – auch im Rover Perseverance, der im Februar auf dem Mars gelandet ist.
Die Forschergruppe um Riedo arbeitet seit einiger Zeit an der Revolution. Sie sieht für Laien natürlich völlig unspektakulär aus (siehe Foto). Doch das in Bern entwickelte Massenspektrometer sei unterdessen zehn bis tausendmal sensitiver als vergleichbare Instrumente, die momentan im Einsatz sind oder zum Einsatz kommen, sagt der Forscher. Diese Sensitivität erhöhe die Chance massiv, ausserterrestrische Lebenszeichen zu finden.
Am Projekt interessiert ist unter anderen Raumfahrt-Agenturen auch die Nasa. Weil aber gegenwärtig keine grossen Reisen möglich sind, hoffen die Forschenden auf Eisproben eines englischen Projekts aus der Antarktis, die sie mit dem Gerät analysieren können. Denn als Fernziel anvisiert ist einer der Eismonde von Jupiter und Saturn.
- Mein Artikel über den Schweizer Trumpf bei der Suche nach Leben im All.
- Die kleine Schweiz spielt im Weltraum eine gewichtige Rolle, wie unser Übersichts-Artikel zum Thema zeigt.
- Zwei Schweizer Astrophysiker wurden für die Entdeckung des ersten Exoplaneten sogar mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.
Die Schweiz hat wieder einen König: Roger Federer ist zurück!
Kommen wir zu einem Schweizer, der den Grossteil seines Geldes im Ausland verdient. Diesmal arbeitet er in Doha, auf dem Tennisplatz. 405 Tage war Roger Federer nicht mehr auf dem Circuit. Nun hat er mit einem Sieg gegen den Briten Dan Evans ein glanzvolles Comeback gefeiert.
Ich hatte schon gehofft, dieses Briefing ohne Corona in trockene Tücher zu bringen, aber diese amüsante Geschichte vom Court in Doha möchte ich Ihnen doch nicht vorenthalten, und Tücher sind grad ein gutes Stichwort.
Wie gesagt, Federer stand letztmals vor der grossen Pandemie auf dem Platz, weshalb er beim Einstand in Doha einige neue Regeln nicht kannte. Es geht um die Handtücher, die den Stars vor der Pandemie gereicht wurden. Diese müssen sie nun selber holen gehen, um jegliche Gefahr einer Ansteckung zu vermeiden. «Manchmal fragte ich nach einem Handtuch, weil ich vergessen hatte, dass ich es ja selber holen muss», zitiert der Blick das Tennis-Ass. «Man merkt, dass ich lange weg war», habe Federer lachend gesagt.
- Die ganze Geschichte inklusive ResultatExterner Link – und was die beiden zum Match meinten – finden Sie im Blick.
- Eine Zusammenfassung des Matchs in BildernExterner Link finden Sie bei SRF News.
- Federer wird dieses Jahr 40 Jahre alt. Täuscht der Eindruck oder werden Profisportler und -sportlerinnen immer älter? Eine Studie der Universität Bern hat diese Frage untersucht.
PS: Momentan spielt Federer übrigens bereits einen Viertelfinal in DohaExterner Link.
Nun fliegen wir noch auf die Insel Papua-Neuguinea. Dort lebt Markus Bischoff mit seiner Familie.
Der Pilot ist vor Ort für ein christliches Flugunternehmen im Einsatz. Mit seinem Kleinflugzeug befördert der Berner täglich medizinische und andere Frachten. Hauptsächlich aber Passagiere. Der Elektro-Ingenieur hatte sich in Kanada zum Piloten ausbilden lassen.
Dass die Familie vor neun Jahren auf die abgelegene Insel versetzt wurde, stört ihn nicht: «Im Gegenteil, wir fühlen uns hier sehr wohl und haben enge Kontakte zu den Einheimischen.» Die Familie lebt in einem abgelegenen Ort im Hochland. Einen direkten Strassenzugang gebe es dort nicht, sagt der 49-Jährige: «Für Grosseinkäufe fliegen wir in die nächstgrössere Stadt.»
Im Podcast «Die Fünfte Schweiz» lässt Radio SRF1 regelmässig Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer zu Wort kommen. Quer durch alle Länder, Berufe und Lebenssituationen erzählen sie von ihrem Alltag.
Hier gehts zum Porträt (Dialekt):
Direkter Link zum Porträt der Familie BischoffExterner Link.
- Den Podcast «Die Fünfte Schweiz» finden Sie hierExterner Link,
- Das ganze Gespräch mit den Bischoffs auf Play SRFExterner Link.
- Ein Porträt der SRF-Korrespondentin Karin Wenger, die aus dieser Weltregion berichtet.
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