Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
Ihr Briefing mit etwas Weltgeschichte: Wir blicken auf das morgige Treffen zwischen US-Präsident Joe Biden und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Genf.
Herzliche Grüsse aus Bern
Ab heute Abend steht die Schweiz im Scheinwerferlicht der Welt.
Unser Team ist bereits vor Ort (siehe Bild). US-Präsident Joe Biden ist kurz nach 16 Uhr in Genf gelandet. Alles ist bereit, damit das morgige Treffen der Präsidenten der beiden Grossmächte USA und Russland reibungslos über die Bühne geht.
Wladimir Putin wird erst am Mittwoch erwartet. Er will nach dem Treffen dann auch gleich wieder zurück nach Moskau fliegen. Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern sind derzeit am diplomatischen Nullpunkt, unter anderem wegen der Krim-Annektierung Russlands 2014 und der Präsidentschaft von Donald Trump.
Genf war bereits zwei Mal Schauplatz eines Gipfeltreffens der beiden Mächte: 1955 und 1985. Was damals dabei herauskam, hat meine Kollegin Geraldine Wong Sak Hoi für Sie zusammengefasst. Ob das Treffen diesmal wie 1985 der Gipfel von Ronald Reagan mit Michail Gorbatschow ein Erfolg wird, ist eine andere Frage.
- Unser Rückblick auf die Genfer Treffen 1955 und 1985.
- Die Ausgangslage für das TreffenExterner Link – zusammengefasst von den SRF-Radio-Korrespondenten in Russland und den USA.
- «Das Idyll wird zur Festung»Externer Link – Bericht aus Genf von Tamedia (Paywall).
- Live-Ticker von SRF-NewsExterner Link.
- Watson.ch bietet übrigens einen Live-TickerExterner Link, der bereits seit heute Morgen mit Infos gefüttert wird.
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Nach dem Nein zum CO2-Gesetz wird der Weg zur Klimaneutralität für die Schweiz länger. Wo steht sie im internationalen Vergleich?
«Ungenügend». Diese Note erteilt der Climate Action Tracker der Schweiz. Der unabhängige Verein überwacht die Klimapolitik weltweit. Nach der Ablehnung des CO2-Gesetzes – es hätte eine der Säulen der Schweizer Klimapolitik werden sollen – laufe Bern Gefahr, das Klimaziel bis 2030 zu verfehlen, nachdem es bereits jenes für 2020 verfehlt hat.
Trotzdem schneidet die Schweiz im internationalen Vergleich besser ab als die meisten europäischen Länder und Industrienationen. Obwohl sie ihre Ziele nicht erreicht hat, gehört sie immer noch zu den Ländern, die ihre Emissionen in den letzten 30 Jahren reduziert haben, schreibt swissinfo.ch-Klimaexperte Luigi Jorio heute.
Dennoch scheine das Erreichen des von den Nationen in Paris festgehaltenen Ziels, die Erwärmung auf «deutlich unter» 2 Grad Celsius zu begrenzen, «nicht unmöglich», zitiert Luigi eine Klimaforscherin und Mitautorin der Berichte des Weltklimarats. Sie sagt: «Die diesjährige Klimakonferenz in Glasgow wird entscheidend sein.»
- Die Details des Ländervergleichs entnehmen Sie dem Artikel von Luigi.
- Der Rückblick auf die Abstimmung vom Sonntag.
- «Die Schweiz verfehlt ihr Klimaziel» – Analyse von Luigi und Pauline Turuban vom letzten Sommer.
Was sagt die internationale Presse zum Nein zum CO2-Gesetz?
Nicht immer sorgen Abstimmungen in der Schweiz für Schlagzeilen. Jene vom letzten Sonntag fand aber recht viel Widerhall in der internationalen Presse. Die Uhr ticke, schreibt etwa die Nachrichtenagentur Associated Press. Sie weist darauf hin, dass «das Alpenland die vollen Auswirkungen des Klimawandels zu spüren bekommt».
Einig sind sich die meisten Kommentatorinnen und Kommentatoren darin, dass die Brieftasche eine wichtige Rolle beim Nein zum CO2-Gesetz gespielt habe. Die Schweizerinnen und Schweizer hätten gezögert, wirtschaftliche Risiken einzugehen, während sich das Land von der Pandemie erhole, so die BBC.
In der spanischen Tageszeitung El Mundo verweist der Kommentator auf den «schlechten Zeitpunkt der Abstimmung» wegen des «schwierigen wirtschaftlichen Kontexts infolge der Corona-Pandemie». Und die deutsche Tageszeitung (taz) erinnert an die Rolle eines Teils der Klimaaktivistinnen und -aktivisten. Diese hatten zur Ablehnung der Vorlage aufgerufen. Sie waren der Meinung, das CO2-Gesetz gehe nicht weit genug.
- Die internationale Presseschau von meiner Kollegin Katy Romy.
- Eine Nachwahl-Befragung von TamediaExterner Link zeigte: Ausgerechnet viele junge Menschen sagten Nein zum CO2-Gesetz (Paywall).
- Zur Vertiefung: Unsere gestrige Analyse von Politikwissenschafter und Historiker Claude Longchamp.
Corona fordert auch Opfer auf dem Arbeitsmarkt: Swiss entlässt 500 Angestellte.
Die Fluggesellschaft Swiss geriet durch die Coronavirus-Pandemie arg in finanzielle Nöte. Laut Blick geht die Lufthansa-Tochter davon aus, dass sich die Nachfrage mittelfristig um 20% reduzieren wird.
In den nächsten Tagen muss Swiss 550 Angestellten die Kündigung aussprechen, wie verschiedene Medien berichten. 58 von ihnen erhalten eine Änderungskündigung in Form einer Reduktion des Pensums oder Änderung der Funktion. Ursprünglich war die Rede von bis zu 780 Entlassungen gewesen, als die Massenentlassung im Mai bekanntgegeben worden war. Nach einem Konsultationsverfahren mit den Gewerkschaften sei man nun auf die 500 Entlassungen gekommen.
Übrigens: Die Airline erhielt letztes Jahr eine Rettungsspritze des Bundes von 1,5 Milliarden Franken. Zudem zahlte sich die Geschäftsleitung der Swiss Anfang Jahr einen Bonus aus – für das erfolgreiche Geschäftsjahr 2019.
- «Swiss verschont Cockpit-Personal beim Stellenabbau»Externer Link – der Artikel von SRF News.
- «Die Kündigungen sind missbräuchlich!»Externer Link, titelt der Blick.
- «Airline erholt sich von Corona»Externer Link, schreibt der Tages-Anzeiger.
- Übrigens: Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat heute die Schutzfrist der Corona-Impfung angepasstExterner Link: Sie wirkt 12 statt nur 6 Monate.
- Mehr zur Corona-Pandemie in der Schweiz: Die Situation in der Schweiz.
- Hier die neusten Meldungen und Berichte von SRF News zum Thema CoronavirusExterner Link.
- In diesem Artikel haben wir die Corona-Krise für Sie grafisch dargestellt.
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