Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Es ist zwar Ferienzeit, die Politik ruht. Dennoch kommt ins Verhältnis zur EU etwas Bewegung – zumindest versucht das die Schweiz. Brüssel gibt sich bedeckt.
Herzliche Grüsse aus dem Homeoffice
Der Bundesrat signalisiert guten Willen in Brüssel. Ob das die EU milde stimmen wird?
Aussenminister Ignazio Cassis war in Brüssel – zum ersten Mal überhaupt, seit er im Bundesrat sitzt. Es ist auch der erste offizielle Besuch nach dem Schweizer Abbruch der Verhandlungen zum Rahmenabkommen.
Der Tages-Anzeiger mutmasst, Cassis habe «persönliche Beziehungsarbeit» leisten wollen, vor allem zu EU-Kommissar Johannes Hahn, der im Verhältnis Schweiz-EU eine Schlüsselrolle spielt. Angeboten hat er einen «politischen Dialog». Dabei haben die Funktionäre in Brüssel ihr Erstaunen nicht verdeckt – immerhin hatte die Schweiz genau das abgewürgt.
Bewegung in der Sache kommt – trotz der Ferienzeit – auch in Bern. Die meisten Parteien sind sich mittlerweile einig, dass die Schweiz die Kohäsionsmilliarde auszahlen soll, um ihren guten Willen auszudrücken. Substanzielle Schritte aus Brüssel werden erst im Herbst erwartet.
- Hier finden SieExterner Link den Beitrag des Tages-Anzeigers.
- Den Beitrag von Watson zum Treffen finden Sie hierExterner Link.
- Und hier geht esExterner Link zum Artikel des Tages-Anzeigers über die Kohäsionsmilliarde.
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Wird Corona unsere Städte verändern? Wenn es nach der Gastronomie gehen würden, dann wohl ja.
Die Corona-Pandemie war wahrlich eine grosse Herausforderung für die Gastroszene: Wirtschaftlicher Einbruch, massive Auflagen, viele Einschränkungen. Aber vorbei ist die Pandemie noch nicht, und vielleicht wird sie noch den einen oder anderen positiven Effekt auf die Restaurants und Bars haben.
«Für einmal setzt sich die Gastroszene für den Erhalt von Corona-Regeln ein», schreibt der Tages-Anzeiger. Aufgrund der Distanz-Regeln gelten für Beizen vielerorts Ausnahmeregeln, die ihnen eine grössere Aussenfläche zugestehen. Nun wird in Zürich verlangt, dass diese Regelung beibehalten wird.
Die Chancen stehen wohl nicht so schlecht. Vielerorts kam so ein mediterranes Flair auf, wenn Plätze (mehr) bestuhlt werden können. Zwar gibt es auch Kritik: Der öffentliche Platz solle nicht weiter kommerzialisiert werden. Mein persönlicher Eindruck ist jedoch, dass den meisten Leuten diese Entwicklung passt. So oder so: Das Stadtbild wird sich wohl weiter verändern. Mehr Raum für Menschen, weniger für den Verkehr.
- Lesen Sie hierExterner Link den Artikel des Tages-Anzeigers. (Paywall)
- Eine Perle aus unserem Archiv: «Völlig losgelöst – Schweizer Architektur der 70er und 80er»
Die Schweiz als doppelte Willensnation: Eine Buchkritik von Claude Longchamp.
Manchmal tut ein Blick von aussen gut. Ein neues Buch von zwei angelsächsischen Historikern beleuchtet die schweizerische Geschichte, frei von patriotischem Pflichtgefühl, aber mit viel Fachwissen, haben doch beide bereits im Land gelebt und geforscht.
Der Historiker und Politikwissenschafter Claude Longchamp hat das Buch für uns gelesen. Sein Fazit: «Das konzise, knapp gehaltene und gut verständliche Geschichtsbuch verfällt weder in ein heldenhaftes Halleluja der Schlachtensieger. Noch verniedlicht es die Schweiz und ihre Menschen als obskures Hirtenvolk mit Geissen auf Alpenweiden.»
Ebenso klar und konzis ist die Besprechung. Wer keine Zeit oder Lust hat, das ganze Buch zu lesen, dem sei diese Rezension empfohlen – bereits daraus lässt sich einiges zur Schweizer Geschichte entnehmen.
- Lesen Sie hier den Beitrag von Claude Longchamp.
- Einen historischen Rückblick lieferte uns der Autor kürzlich zum EWR-Nein von 1992.
- Und noch eine Empfehlung: Unser Fokus zur schweizerischen Religionsgeschichte.
Raven in Uri: Eine lokaljournalistische Spurensuche in den Gefilden der elektronischen Musik.
Die Schweiz war früher ein Paradies für Freunde der elektronischen Musik. Die ganze Welt kennt beispielsweise die Street Parade in Zürich. Diese brauchte aber einen fruchtbaren Boden, um gedeihen zu können.
Ich bin nicht weit vom ehemaligen Gugelmann-Areal aufgewachsen, das sich im bernischen Dörfchen Roggwil befindet und wo in den 1990er-Jahren zeitweise die grössten Technopartys liefen – europaweit, notabene!
In der ganzen Schweiz entstanden kleine Szenen (wie natürlich bei allen anderen Musik-Subkulturen auch), die sich erst mit dem Aufkommen des Internets enger vernetzten. Das Zentralschweizer Onlinemedium Kultz hat in einer schönen Lokalreportage die Entstehung der Szene von Uri nachgezeichnet. Auch für Nicht-Techno-Fans empfehlenswert 😉
- Lesen Sie hierExterner Link den Beitrag von Kultz.
- Das SRF Archiv publiziert regelmässig alte Beiträge. Diese VideoreportageExterner Link von 1993 ist ein tolles Zeitdokument über den Beginn der Technokultur in der Schweiz.
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