Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Noch knapp 10 Tage bis zu den Abstimmungen. Bei der "Ehe für alle" sieht es nach einem Erdrutschsieg aus, die 99%-Initiative hingegen hat an Zustimmung eingebüsst.
Und falls Sie es nicht mitbekommen haben: Die Young Boys haben gestern Manchester United in Bern 2:1 besiegt. Es wurde ziemlich laut in der Stadt...
Herzliche Grüsse aus Bern
Die Abstimmungen rücken näher – die Stimmabsichten werden klarer.
Der Abstimmungssonntag vom 26. September rückt näher. Und es wird immer deutlicher, dass nicht mit grossen Überraschungen an der Urne zu rechnen ist.
Die «Ehe für alle» kommt locker durch, die 99%-Initiative jedoch nicht. Es gab zwar zwischen den ersten und jetzt zweiten vorliegenden Umfragen leichte Verschiebungen, aber so waren die Resultate von den meisten prognostiziert worden.
Klar, eine Abstimmung ist erst zu Ende, wenn alle Stimmen ausgezählt sind. Bis dahin kann einiges passieren. Mittlerweile hat man in der Schweiz jedoch so viel Übung in der Politik-Vorhersage, dass Überraschungen selten.
- Lesen Sie hier unseren Artikel zu den Umfrageergebnissen.
- Wer hat sich länger gegen die «Ehe für alle» gesträubt? Die Kirche oder die Politik? Meine Kollegin Katy Romy hat Interessantes rausgefunden.
- Eine Übersicht über unsere Artikel zur Bundespolitik finden Sie hier.
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Es bleibt dabei: Härte zeigt die Schweizer Politik am eifrigsten gegen diejenigen, die sich nicht wehren können.
In der Schweiz wird wohl eine Corona-Test-Pflicht eingeführt. Laut Tagblatt will der Nationalrat, dass Menschen, die zwecks Ausschaffung einen negativen Test vorlegen müssen, etwa für die Reise im Flugzeug, künftig zum Test gezwungen werden können.
Zusätzlich hat das Parlament beschlossen, dass die Behörden zur Klärung der Identifikation künftig auf Handys, Tablets und anderen Datenträger von Asylsuchenden zugreifen dürfen, wie Watson berichtet.
Geplant ist auch, die Reisefreiheit von Asylsuchenden mit einem vorläufigen Aufenthalts-Status weiter einzugrenzen, berichtet der Tages-Anzeiger. Schon heute gilt ein strenges Regime, und beim Versuch, Ausnahmeregelungen zu nutzen scheitern die Betroffenen an der Bürokratie.
Der grosse Aufschrei wegen den Eingriffen in die Persönlichkeitsrechte der Asylsuchenden ist bisher ausgeblieben. Auf Kosten von Kleinstgruppen, die zudem keine politischen Rechte haben, lässt sich eben am einfachsten politisieren, sagen die wenigen Kritiker:innen Ich bin ja gespannt, wie viele selbsternannte Freunde der Verfassung nun dagegen opponieren werden.
- Den Bericht im Tagblatt finden Sie hierExterner Link.
- Hier finden SieExterner Link den Artikel des Tages-Anzeigers. (Paywall)
- Den Artikel von Watson finden Sie hierExterner Link.
Dazu passend: Heute ist internationaler Tag der Demokratie.
Wer schon keinen Schweizer Pass hat, kann sich immerhin einen Swiss Democracy Passport sichern.
Der Pass, das ist eine 48-seitige Broschüre, die kompakt in Text, Bild und Grafiken Auskünfte über und Einblicke in die Schweizer Demokratie gibt.
Wo finden Sie einen solchen Demokratiepass? Das EDA wird einen grösseren Teil der Startauflage von 2000 Exemplaren in den Schweizer Botschaften rund um die Welt auflegen lassen.
- Lesen Sie hier den Beitrag meines Kollegen Renat Kuenzi.
- Hier finden Sie die Übersicht über unseren Themenschwerpunkt «Direkte Demokratie».
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Sie bestellen gerne Sachen online? Dann werfen Sie mal einen Blick hinter die Kulissen der Paketdienstleister.
«Schuften ohne Ende» titelt die SRF-Sendung «Kassensturz» ihre Recherche zu den Arbeitsbedingungen beim Paketdienstleister DPD. Kein Wunder: 12- bis 15-Stunden-Schichten sind keine Ausnahme und jeder Schritt der Kurierfahrer:innen wird genau kontrolliert. Inklusive Lohnabzug für «Verspätungen».
Dank der Pandemie erlebt die Versendung von Produkten einen regelrechten Boom. Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass die Menschen hinter den Paketen den zusätzlichen Preis zahlen. Aber das Ausmass so beziffert zu sehen, sollte doch zu denken geben.
Da kommt mir in den Sinn, was ein Freund kürzlich sagte: Die Menschen hätten Angst, dass ihre Jobs künftig von Robotern übernommen würden. Dabei besteht doch die viel grössere Gefahr, dass die Menschen je länger, je mehr zu Robotern abgerichtet werden…
- Die Recherche des Kassensturz finden Sie hierExterner Link.
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