Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Weniger Hunger, weniger Food Waste, Klimawandel: Die UNO will das Welternährungs-System verbessern. Löblich. Doch Kritiker:innen monieren zu viel Einfluss der Agrarmultis. Bei uns kommen zwei zu Wort.
Beste Grüsse aus Bern und bleiben Sie gesund
Die UNO lädt die Mitglieder im September zum Welternährungs-Gipfel nach New York. Doch im Vorfeld gibt es Misstöne.
Die Lage ist ernst: Zehn Prozent der Erdbevölkerung leidet an Hunger, und die Klimaerhitzung dürfte das Problem noch verschärfen. Gleichzeitig landet rund ein Drittel aller Nahrungsmittel im Abfall.
Deshalb sucht die UNO an der Tagung nach Verbesserungen des Systems der weltweiten Produktion von Nahrungsmitteln.
Doch rund 200 Wissenschaftler:innen, ehemalige UNO-Sonderberichterstatter:innen sowie Vertreter:innen von Gewerkschaften und NGOs boykottieren den Anlass.
Ihre Kritik: Die Grossen, sprich die Agrarindustrie-Konzerne, dominierten den Gipfel, derweil die ebenso wichtigen Familien- und Kleinbauern-Betriebe zu schwach vertreten seien.
- Dem Boykott haben sich auch zwei Schweizer Wissenschaftler:innen angeschlossen. Sie begründen ihren Schritt im Beitrag «Warum Schweizer Forschende den UNO-Ernährungsgipfel boykottieren». Dieser ist Teil einer swissinfo.ch-Serie über den Anlass.
- Der Einfluss unserer Ernährung auf das KlimaExterner Link – Zusammenhänge einfach erklärt in einer Grundlage für den Schulunterricht.
- Klimawandel und ErnährungExterner Link – Übersicht von Slowfood.de.
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Es ist wieder so weit: Am Sonntag stimmt die Schweiz ab. Eine der beiden Vorlagen sorgte im Vorfeld für hitzige Diskussionen.
Ehe für alle, gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Paare: Darüber stimmen die Schweizer Stimmberechtigten im In- und Ausland ab.
Die meisten Länder Westeuropas haben das Institut der Ehe schon länger allen geöffnet, allen voran in Skandinavien. Die Schweiz ist Nachzüglerin. Wieder mal, ist man nach der unglaublich späten Einführung des Frauenstimmrechts geneigt zu sagen.
Doch es sieht gut für die Vorlage aus, gaben in der letzten grossen SRG-Umfrage doch 63% an, Ja zu stimmen.
In der zweiten Vorlage, der so genannten 99%-Initiative, geht es um höhere Steuern für Reiche. Die Initiative dürfte aber chancenlos sein, sagen doch 57% der Befragten Nein zum linken Ansinnen.
- Ehe für alle und Besteuerung von Reichen an der Urne – die Abstimmungsvorschau von unserer Genderspezialistin Katy Romy.
- Ehe für alle als grosser Schritt Richtung Gleichberechtigung – Katy traf Befürworter:innen der Ehe für alle.
- Kontra-Seite: Ehe für alle schafft neue Ungleichheiten – Hier kommen die Gegnerinnen und Gegner der Ehe für alle zu Wort.
Von der nationalen auf die kantonale Abstimmungsebene: In Uri geht es um die Einführung des Stimmrechts für 16- und 17-Jährige.
Ist 16 das neue 18? Glaubt man Behörden und Parteien, sehen das im kleinen Bergkanton Uri viele so. Einzig die rechtskonservative Schweizerische Volkspartei SVP gab die Nein-Parole aus.
Doch so klein der Kanton von Ex-Skikanone Bernhard Russi mit seinen nur knapp 37’000 Einwohner:innen ist, ein allfälliges Ja könnte Signalwirkung für die anderen Kantone der Schweiz haben. Insbesondere für jene mit städtischen Ballungsräumen.
Das wäre dann der so genannte föderale Weg, eine typisch schweizerische Eigenheit: Während die Forderung via Volksinitiative auf nationaler Ebene keine oder zweifelhafte Chancen hätte, sorgen Initiativen auf kantonaler Ebene für eine Dynamik, die schliesslich für einen Umschwung auf höchster Staatsebene sorgen könnte.
- Wie das Stimmrecht ab 16 vom konservativen Land aus die Schweiz erobern könnteExterner Link – Bericht der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ, Paywall).
- Die Schweiz debattiert die Frage: Sind 16-Jährige bereits reif für die Politik? – Beitrag der Schweizer Revue vom 19. August, den auch wir als Kuration publizierten.
- Was das Stimmrechtsalter 16 politisch mit sich bringt – Plädoyer unseres Politikanalysten Claude Longchamp von letztem Februar.
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Es kommt wieder Schwung in die Impfkampagne – dank grossen Schweizer Unternehmen.
Es ist keine blosse Nächstenliebe: Mehr und mehr Unternehmen motivieren ihre Mitarbeitenden, sich gegen das Coronavirus zu impfen. Denn wer krank ist, fällt aus, aber erhält weiterhin den Lohn.
Die Zückerchen weisen verschiedene Grade auf: von der Impfung, die als Arbeitszeit gilt, über den Piks direkt am Bürotisch oder an der Werkbank bis zur ansehnlichen Prämie von 250 Franken. Diese offeriert das Berner Traditions-Warenhaus Loeb seinem Personal, wenn es ein Impfzertifikat vorweist.
Erst wenn die Impfrate in der Schweiz 70% oder mehr betrage, bestünden gute Voraussetzungen zur Überwindung der Pandemie, sagte mir jüngst Matthias Egger, Epidemiologe und erster Leiter der Taskforce des Bundes – und mein Nachbar.
Andere Firmen kennen kein Pardon: Die Swiss etwa verfügte für ihr Kabinenpersonal die Impfpflicht.
- Firmen packen die Motivationsspritze aus – für höhere ImpfquoteExterner Link – Bericht von SRF News.
- Corona-Impfung: Schützen Sie sich jetzt!Externer Link Die Empfehlung von Economiesuisse, dem Dachverband der Schweizer Wirtschaft.
- 17-Jährige trinkt sich mit 12 Dosen Red Bull in Winterthurer SpitalExterner Link – Gefahren für die Gesundheit können auch scheinbar harmlos daherkommen, etwa in Aludosen. Bericht im Blick.
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