Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Das nächste Gefecht der Impfgegner:innen? Nach 100 Jahren Forschung ist der Malaria-Impfstoff da. Er wird Hunderttausende Kinder retten, sagt der Herr Kollege Wissenschaftsjournalist.
Beste Grüsse aus Bern
Malaria ist im Gegensatz zu Corona eine ewige Gesundheitskrise mit jährlich 400’000 Toten. Jetzt ist endlich ist die Impfung da.
Der Tod durch Mückenstich ereilt in erster Linie die Verletzlichsten – über 250’000 Kinder unter fünf Jahren.
Es mutet rätselhaft an, weshalb auch nach 100 Jahren Forschung noch kein wirksamer Impfstoff gegen die vor allem in Afrika verbreitete Tropenkrankheit entwickelt wurde.
Doch nun ist endlich Land in Sicht. Zwar hat der jetzt vorliegende und von der WHO freigegebene Impfstoff des britischen Pharma-Herstellers GlaxoSmithKline nur eine Wirksamkeit von 30% – ein Klacks gegen die über 90% von Moderna gegen das Coronavirus.
- Weshalb aber der Malaria-Piks trotzdem ein grosser Fortschritt und Lebensretter sei, erklärt Wissenschaftsredaktor Daniel Theis im SRF-Beitrag «Impfung kann bei Kindern viel Leid verhindern»Externer Link.
- WHO lässt ersten Malaria-Impfstoff für Kinder zuExterner Link – weiterer Bericht von SRF News.
- Ein Schweizer erforscht eine neue Idee zur Bekämpfung von Malaria – Beitrag unseres Afrika-Korrespondenten vom Mai 2020.
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Menschen, denen man die Angst vor einer Spritze nicht nehmen kann, etwa Autist:innen und Menschen mit Trisomie-21, sollen ins Restaurant oder ins Kino dürfen – ohne Impfung.
Den Eintritt ermöglicht eine Bescheinigung, die Ärzt:innen ausstellen. Doch das – absolut richtige – Attest entspricht dem Impfzertifikat. Nun aber öffnet die Massnahme zur Inklusion auch Tür und Tor für Missbrauch durch Gegner:innen von Impfung und Zertifikat.
Doch dazu würden die Ärzt:innen nicht Hand bieten, denn diese seien sich ihrer Verantwortung bewusst, beschwichtigt die Ärztevereinigung FMH.
Doch wie sagt der Volksmund: Schwarze Schafe gibt es überall. Es bleibt abzuwarten, ob die löbliche Attest-Regelung die Zertifikatspflicht durchlöchert wie einen Emmentaler Käse.
- Missbrauch bei medizinischen Attesten befürchtetExterner Link.
- Schweizer Covid-Zertifikat aus dem Ausland: So geht es – unser hochgefragter Explainer von unserem Auslandschweizer:innen-Experten für die Schweizer Community in der Welt.
- Das Schweizer Covid-Zertifikat zieht Grenzen – Beitrag ebenfalls von Balz Rigendinger.
Wann waren Sie das letzte Mal in einer Bibliothek? Googeln Sie nur noch? Eine Ausstellung zeigt, wie die Bibliothek super funktioniert – ganz ohne Katalogisierung, die immer auch Ausgrenzung bedeuten.
Die Nutzenden liehen die Bücher aus und brachten sie wieder zurück. Ich holte sie aus den Katakomben unter der Erde und reihte sie dann auch wieder an ihrem genauen Platz im Gestell ein. Definiert war dieser durch den Katalog und die Signatur auf dem Buchrücken. Hätte ich es nur einen Meter daneben ins Regal gestellt, wäre es bis zur nächsten Kontrolle – also für viele Jahre – verschollen gewesen.
Magaziner in der Nationalbibliothek – das war mein hochspannender Job während der Uni.
In der Kunstbibliothek Sitterwerke in St. Gallen ist solcherlei Katalogisierung Geschichte, denn dort ist das Zeitalter der dynamischen Ordnung der Bücher in den Regalen angebrochen.
Bei der Rückgabe das Buch in die erstbeste Lücke im erstbesten Regal stellen und gut ist. Dann übernimmt der Roboter-Bibliothekar: Er scannt die «neue Ordnung» in jeder Nacht. Am nächsten Morgen weiss der Computer haargenau, wo jedes Buch steht.
- Mein Kollege Benjamin von Wyl brachte folgenden spannenden Artikel von seinem Besuch in St. Gallen zurück: Bibliotheks-Kataloge sind politisch.
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Die Schweiz schneidet jedes Jahr gut ab, was Korruption angeht. Doch die Weste ist nicht ganz so blütenweiss, wie sie scheint.
Verantwortlich dafür ist unter anderem ein Beamter des Kantons Wallis – nennen wir ihn W. Der Kanton, und damit dessen Bürger:innen, vertrauen Buchhalter W. die regionale Verwaltung des Sozialfonds für Flüchtlinge an.
W. erweist sich aber nicht als trockener Zahlenhuber, sondern als fideler Lebemann, der sich mit 166’000 Schweizer Franken, die für seine Klient:innen gedacht waren, selber zum Klienten machte – zum Klienten von Sexarbeiterinnen.
Ein Gericht im Wallis hat ihn nun verurteilt – die Strafe aber liegt noch nicht vor. Die Anklage forderte zwei Jahre Kittchen.
- Bordellbesuche mit Geld aus dem SozialhilfefondsExterner Link – Bericht im Tages-Anzeiger.
- Valais: le fonctionnaire détourne une fortune pour des prostituéesExterner Link – der Originalartikel von Le Nouvelliste auf französisch (Paywall).
Hier noch zwei Hinweise in eigener Sache: Sie sind gefragt!
Wie werden Sie Ende November über die drei Vorlagen in der Schweiz abstimmen? Es geht um die drei Vorlagen Justiz-Initiative, Pflege-Initiative und Covid19-Gesetz. Machen Sie mit bei unser grossen Umfrage!
Und wir berichten diese Woche vom einem Gipfel in der Schweiz zu einem noch völlig unbekannte, aber potenziell sehr wichtigen Thema: der Wissenschafts-Diplomatie. Die hochkarätig besetzte Organisation dahinter trägt den etwas sperrigen Namen Geneva Science and Diplomacy Anticipator (Gesda). Wenn Sie mehr über dieses spannende neue Feld erfahren wollen: Meine Kolleg:innen vom English Department sind in Genf dabei und berichten in kurzen Videos. Schauen Sie hier rein: https://www.instagram.com/swissinfo.ch_en/Externer Link.
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