Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
Tiefe Steuern waren bisher ein Argument für multinationale Konzerne, sich in der Schweiz anzusiedeln. Der Finanzminister sieht in der globalen Mindeststeuer aber kein grösseres Problem.
Herzliche Grüsse aus Bern
Für die Schweiz sollte die globale Mindeststeuer umsetzbar sein, sagt der Finanzminister.
Die globale Mindeststeuer von 15 Prozent auf Konzerngewinne kommt auf die Zielgerade. Das schreibt heute SRF News. Finanzminister Ueli Maurer war am Treffen der Finanzministerinnen und -minister der G20-Staaten in Washington. Das Newsportal konnte kurz mit ihm sprechen.
Bei der Steuerreform geht es etwas vereinfacht darum, dass die grössten multinationalen Konzerne dort besteuert werden sollen, wo sie ihren Umsatz machen. Maurer rechnet damit, dass davon rund 200 Firmen mit Sitz in der Schweiz betroffen sein werden, sowie einige tausend ausländische Tochtergesellschaften.
Maurer meint aber, dass «das zu lösende Problem nicht so riesig ist, wie es dargestellt wird»: «Ich glaube, wir können es ohne eine Volksabstimmung lösen, weil die Anpassungen nicht so gross sein werden, wie wir das befürchtet haben», sagt er im Interview.
- Das ganze InterviewExterner Link gibt es bei SRF News.
- Wir berichteten zuletzt im April über das Thema – «Schweiz fürchtet Mindest-Steuersatz für Unternehmen».
- Welches sind die grössten Multinationalen in der Schweiz? Finden Sie es heraus in diesem Artikel meiner Kollegin Pauline Turuban.
Das hochgiftige Dioxin wird uns wohl noch eine Weile beschäftigen.
Es ist hochgefährlich bis tödlich: Dioxin. Über die Belastung von Böden in der Umgebung von Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) berichteten wir bereits mehrmals. Bisher stand vor allem die Romandie im Fokus.
Nun zeigen Recherchen der Aargauer Zeitung, dass beispielsweise auch Aargauer Böden mit dem gefährlichen Gift verseucht sind. So sollen in Turgi zwischen Brugg und Baden bereits Messungen in den 1990er-Jahren eine Überschreitung des Prüfwerts ergeben haben. Der Kanton will nun handeln und voraussichtlich nächstes Jahr Messungen vornehmen.
Das muss nicht zwingend bedeuten, dass die Böden überall in der Nähe von KVA verseucht sind, wie das Beispiel Solothurn zeigt. Laut der Solothurner Zeitung soll beispielsweise der Boden um die KVA Zuchwil (Kebag) keine auffällige Dioxinbelastung aufweisen.
- Die Recherche in der Aargauer ZeitungExterner Link (Paywall).
- Der Artikel in der Solothurner ZeitungExterner Link (Paywall).
- Über die Dioxinbelastung in LausanneExterner Link berichtete kürzlich SRF News.
- Wie gefährlich ist Dioxin? Ein Chemiker ordnet einExterner Link (SRF News).
Seit Ausbruch der Pandemie sind öffentliche Daten gefragt wie nie. Was kann uns das bringen?
«Daten wirken demokratisierend.» Das sagt Thomas Gass, Vizedirektor der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza), im Gespräch mit meinem Kollegen Jonas Glatthard. Daten seien aber auch Macht, fügt Gass an.
Um mit Daten das Verhältnis zwischen Regierung und Bevölkerung stärken zu können, müssten diese verständlich aufbereitet, gut erklärt und an die richtigen Personen gebracht werden.
Als Beispiel nennt Gass die Kinder von intern Vertriebenen, von denen man praktisch keine Daten habe. Diese Kinder sollten so rasch wie möglich wieder zur Schule gehen können. Aber: Niemand zu vergessen «wird nur eine Wirklichkeit, wenn man Daten hat, um diese Gruppen sichtbar zu machen». Denn wie soll man Kinder in die Schule schicken, von denen man gar nicht weiss, dass es sie gibt?
- Lesen Sie hier den ganzen Artikel von Jonas: «Daten ermächtigen die Bevölkerung».
- Das Interview fand im Zusammenhang mit dem UNO-Weltdatenforum in Bern statt. Mehr dazu finden Sie hierExterner Link.
Schweizer Forschende entdecken Coronavirus-Antikörper.
Ist das der Durchbruch? «Der Antikörper ist sehr effektiv und bekämpft alle uns bekannten Coronavirus-Stämme und -Mutationen«, sagt eine Forscherin des Teams. Forschende am Unispital Lausanne (CHUV) und der ETH Lausanne (EPFL) haben etwas gefunden, was ein Medikament gegen Covid-19 möglicherweise einen grossen Schritt weiterbringt.
Konkret haben sie im Blut von genesenen Covid-Patientinnen und -Patienten neuartige Antikörper entdeckt, mit denen Wirkstoffe für eine Antikörper-Therapie bereitgestellt werden können.
Für Personen, die sich nicht impfen lassen können, könnte dies eine Alternative werden, sagt ein Infektiologe, der nicht an der Studie beteiligt war. Doch bis dahin sei es noch ein weiter Weg. Deshalb bleibe die Impfung vorderhand der beste Schutz.
- SRF News: «Schweizer Forschende entdecken neutralisierende Antikörper»Externer Link.
- Mehr zur Corona-Pandemie in der Schweiz: Die Situation in der Schweiz.
- Hier die neusten Meldungen und Berichte von SRF News zum Thema CoronavirusExterner Link.
- In diesem Artikel haben wir die Corona-Krise für Sie grafisch dargestellt.
Mehr
Unterstützung von höchster Stelle für die Schweizer Klimaseniorinnen.
Der Fall heisst offiziell «Verein Klimaseniorinnen und andere contra die Schweiz». Eine Gruppe älterer Frauen wirft der Schweiz am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte vor, sie unternehme zu wenig, um den Klimawandel einzudämmen.
Nun hat sich laut der Neuen Zürcher Zeitung die UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte in den Fall eingeschaltet. Sie fordert den Gerichtshof mit einer so genannten Drittintervention dazu auf, in diesem Fall ein Urteil zu sprechen. Laut einem Experten ist eine solche Intervention «selten».
Konkret betont Hochkommissarin Michelle Bachelet, «der Fall biete dem Gericht eine ‚passende Gelegenheit‘, den sich abzeichnenden Konsens zu berücksichtigen, dass ‚die drastischen Auswirkungen des Klimawandels justiziabel sind – ja justiziabel sein müssen'», wie die NZZ schreibt.
- Der Artikel in der NZZExterner Link (Paywall).
- Über die Hintergründe der Klimaklage aus der Schweiz berichteten wir letzten Dezember.
- Artikel aus unserem Archiv: 2016 hatten die Klimaseniorinnen ihre Klage eingereicht.
Hier noch ein Hinweis in eigener Sache: Sie sind gefragt!
Wie werden Sie Ende November über die drei Vorlagen in der Schweiz abstimmen? Es geht um die drei Vorlagen Justiz-Initiative, Pflege-Initiative und Covid19-Gesetz.
Machen Sie mit bei unser grossen Umfrage!
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