Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
Heute kann ich Ihnen gleich drei Themen bieten, welche die Schweizer Auslandgemeinschaft betreffen.
Herzliche Grüsse aus Bern
Die Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer geraten ins Fadenkreuz.
Die Debatte um die 13. AHV-Rente hat auch die Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer erfasst. Mit steigenden Lebenskosten konfrontiert, wehren sie sich gegen den Vorwurf, «Luxusrenten» zu beziehen. So erhält eine 77-jährige Schweizerin in Australien 1800 Franken im Monat – und lebt damit alles andere als im Luxus, wie die Sonntagszeitung berichtet.
Von einer 13. AHV-Rente «profitierten ‚in erster Linie‘ Ausländer und Auslandschweizer», zitiert die Zeitung den Fraktionschef der Schweizerischen Volkspartei (SVP). Ein Drittel der Menschen, die eine Altersrente beziehen, leben im Ausland.
Das Migrations-Argument ist aber zweischneidig, denn laut dem Bericht zahlen Eingewanderte 40% der AHV-Beiträge, beziehen aber nur 30% der Leistungen – weil sie oft jünger sind als die hiesige Bevölkerung.
Und die Auslandschweizer-Organisation (ASO) gibt zu bedenken, «wer im Ausland lebe, bekomme keine Ergänzungsleistungen und verursache keine Gesundheitskosten in der Schweiz», wie die Sonntagszeitung schreibt.
- Der Artikel in der SonntagszeitungExterner Link (Paywall).
- Artikel in der Aargauer Zeitung (Paywall).
- 20 Minuten berichtete bereits vor ein paar TagenExterner Link über die Kontroverse.
- SWI swissinfo.ch: Darum geht es bei der Vorlage zu einer 13. AHV-Rente.
- Was denken Sie? Würden die Richtigen von der 13. AHV-Rente profitieren? Diskutieren Sie mit auf unserer Debattenplattform «dialog».Externer Link
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Darf ich Ihnen eine interessante Auslandschweizerin vorstellen?
Und plötzlich stand ihre Welt Kopf. Während Pamela Munster bisher als Ärztin Menschen mit Krebs behandelt hatte, schlug das Schicksal bei ihr mit 48 Jahren zu: Diagnose: Brustkrebs! Zum Glück wurde dieser im Frühstadium entdeckt. Munster reagierte schnell und liess sich vorsorglich Brüste und Eierstöcke entfernen.
Das habe auch die Beziehung zu ihren Patientinnen und Patienten verändert, sagte sie meinem Kollegen Marc-André Miserez, der kurz vor seiner Pensionierung Ende Monat einige interessante Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer in San Francisco traf, darunter auch die bekannte Schweizer Krebsforscherin.
Ihre Krebserkrankung erwähne sie in der Sprechstunde nicht, es sei denn, sie glaube, es könnte ihrem Gegenüber helfen. Wenn jemand zu ihr sage: «Sie wissen nicht, wie schlecht es mir geht», dann könne sie sagen: «Doch, ich weiss es.»
- Lesen Sie hier das ganze Porträt der Krebsforscherin und Ärztin Pamela Munster aus San Francisco.
- Ein weiteres interessantes Porträt, das Marc-André in San Francisco realisiert hat: «Claude Zellweger: Der Schweizer, der bei Google die Zukunft designt».
- Sara Ibrahim war letzten Herbst in Kalifornien und fragt: Kann das Schweizer Modell Problemlösungen bieten für den krassen Gegensatz im Silicon Valley zwischen ungebremster Innovation und wachsender sozialer Ungleichheit?
Eine Schule für Auslandschweizer-Kinder braucht eine neue Turnhalle.
Ein Wasserkraftwerk steht am Anfang der Schweizerschule in Curitiba, Brasilien, dessen Patronat der Kanton Aargau hat. Weil viele Spezialisten aus diesem Kanton für die Bauarbeiten des Megaprojekts angestellt wurden und diese ihre Familien mitbrachten, entstand der Wunsch nach einer eigenen Schule.
Heute gehen dort 800 Schülerinnen und Schüler aus 14 Nationen zur Schule. Wegen dem starken Zuwachs wird jetzt eine neue Turnhalle gebaut. «Wir sind sehr viele Kinder beim Turnen. Und es regnet rein», sagt Drittklässlerin Milena Merki.
Am Bau beteiligt sich auch der Patronatskanton Aargau, wie das Regionaljournal Aargau Solothurn von SRF berichtet. So habe die Kantonsregierung kürzlich zwei Millionen Franken aus dem Swisslos-Fonds gesprochen. In den letzten Jahren habe der Kanton bereits zehn Millionen Franken für andere Bauten bezahlt.
- Den Artikel über die Schweizerschule in Curitiba finden Sie hier.
- Die Schweizerschulen im Ausland kämpfen mit Lehrpersonenmangel, wie meine Kollegin Melanie Eichenberger letzten Herbst berichtete.
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Um die Gesundheit in der Schweiz scheint es nicht so gut zu stehen.
Mehr Schmerzen, schlechterer Schlaf, mehr harte Drogen. Das ist kurz zusammengefasst das Resultat der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2022, die das Bundesamt für Statistik (BFS) heute publiziert hat.
Wie die Zahlen des BFS zeigen, hat die Einnahme von Medikamenten im Verlauf der letzten 30 Jahre kontinuierlich zugenommen. Während 1992 nur 12% der Menschen in der Schweiz Schmerzmittel zu sich nahmen, stieg dieser Anteil bis 2022 auf 26%.
Ein Viertel der Bevölkerung habe in den letzten vier Wochen vor der Erhebung an starken körperlichen Beschwerden gelitten, ein Drittel an Schlafstörungen, heisst es weiter. Die häufigsten Beschwerden: allgemeine Schwäche und Rücken- oder Kreuzschmerzen.
- Der Blick liefert heute «Sieben bemerkenswerte Entwicklungen in aller Kürze»Externer Link.
- Kurzer Artikel zur VolksgesundheitExterner Link in Der Bund.
- Mitteilung des Bundesamts für StatistikExterner Link zur Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2022.
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