Biomarkt Schweiz: Mehr Nachfrage, weniger Angebot
Nach dem Höchststand im Jahr 2006 hat der Biomarkt in der Schweiz auch 2007 einen Rekord erlebt. Der Umsatz stieg um 7,7% auf knapp 1,3 Milliarden Franken. Doch die Anzahl von Bio-Betrieben nimmt ab.
Besonders in der Westschweiz seien laut Bio Suisse die Zuwachsraten im Biomarkt mit 9% markant gewesen. Anderseits sei die Zahl der Knospe-Betriebe erneut zurückgegangen. Knospe-Betriebe wirtschaften nach den Richtlinien von Bio Suisse.
Dabei könnte der Markt einige Hundert Bio-Betriebe mehr aufnehmen, so Bio Suisse. Im Jahr 2005 hatte Bio Suisse erstmals in seiner 25-jährigen Geschichte sowohl bei der Zahl angeschlossener Betriebe als auch beim Umsatz einen Rückgang hinnehmen müssen.
Vorschriften zu streng?
2006 arbeiteten 5871 Landwirtschaftsbetriebe nach den Richtlinien von Bio Suisse. 2007 waren es 220 weniger, also 5651. Die Organisation erklärt sich dies mit dem Strukturwandel.
Anderseits wenden sich die Betriebe vom Biolandbau ab, weil die Vorschriften in ihren Augen zu streng sind.
Trotz der Abnahme der Betriebe nahm die bearbeitete Bio-Fläche um 2000 auf 121’000 Hektaren zu.
Rund drei Viertel des Umsatzes gingen zwar weiterhin bei den beiden Grossverteilern Migros oder Coop über den Ladentisch. Markante Zuwächse hätten Direktvermarkter und der Bio-Fachhandel verzeichnet, so Bio Suisse.
Die Direktvermarkter (Landwirtschaftsbetriebe, die ihre Produkte direkt an den Endverbraucher verkaufen) hätten ein Plus von 12% auf 62 Mio. Franken ausgewiesen, Bioläden und Reformhäuser ein Plus von 10% auf 199 Millionen.
Eier als Anteils-Grösste
Jeweils in Relation zum Gesamtumsatz eines Produkts (konventionell und Bio) hätten die Eier mit 16% den grössten Marktanteil, gefolgt von Gemüse (10,2%) und Milchprodukten (8%). Bio-Fleisch verzeichnet mit nur 1,5% den kleinsten Marktanteil – legte aber mit einem Zuwachs von 12,6% am stärksten zu.
Die starke Nachfrage bei abnehmenden Bio-Produktionsbetrieben hätte vereinzelt sogar zu Lieferengpässen geführt. Gewisse Produkte wie Eier oder Getreide seien im Bio-Bereich fast schon Mangelware, so Bio Suisse. Dementsprechend gäbe es Platz für neue Bio-Produzenten – einige Hundert mehr sogar.
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