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Del Ponte von Zentrale «heimgeschickt»

Die Schweizer Botschafterin in Argentinien, Carla del Ponte, durfte am Sonntag in Mailand ihr neues Buch über Kriegsverbrecher nicht selber vorstellen: Sie wurde zurück nach Buenos Aires geschickt.

Wenn eine prominente Person ein Buch schreibt und dies auch selber präsentiert, ist das gut für die Werbung. Noch besser aber ist, wenn der Autor oder die Autorin an der Vorstellung des eigenen Werkes gehindert wird.

Von letzterem Fall könnte Carla Del Ponte profitieren. Die frühere Chefanklägerin des UNO-Kriegsverbrechertribunals für Ex-Jugoslawien in Den Haag darf auf Weisung des Schweizer Aussenministeriums (EDA) nicht selber für ihr neues Werk werben: Bern hatte Del Ponte am Samstag in einem Brief aufgefordert, der Vorstellung am Sonntag fernzubleiben. Dieser schloss mit den Worten: «Wir danken Ihnen für eine rasche Rückkehr nach Buenos Aires».

Organhandel?

Der Grund: «La caccia. Io e i criminali di guerra» (Die Jagd – Ich und die Kriegsverbrecher) enthalte «Aussagen, die von einer Vertreterin der schweizerischen Regierung nicht gemacht werden können», teilte das EDA mit. «Folglich sind auch Promotionstätigkeiten für dieses Buch mit der Rolle von Frau Del Ponte als Botschafterin nicht vereinbar», sagte EDA-Sprecher Jean-Philippe Jeannerat.

Die Autorin, die bisher keine Erklärung abgab, nahm am Anlass nicht teil. Laut Medienberichten hatten ausschnittweise Vorabdrucke in der serbischen Presse für Aufregung gesorgt.

Dabei ging es unter anderem um den von Del Ponte geäusserten Verdacht, wonach die Kosovo-Befreiungsarmee UCK Serben verschleppt und ihnen Organe entnommen haben soll.

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