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Die Jugend für die UNO sensibilisieren

UN4YOUTH möchte Schweizer Jugendlichen einen einfacheren Zugang zu internationalen Organisationen verschaffen. Keystone

Mit dem Online-Handbuch UN4YOUTH will das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) das Interesse der Jugend für die UNO wecken.

Angeboten werden Vorschläge für Aktivitäten, Simulationsspiele, Workshops, Tipps für Ausbildungen, Dokumentationsquellen und Netzwerke.

«Seit dem UNO-Beitritt der Schweiz ist es Bundesrätin Micheline Calmy-Rey ein Anliegen, die Zivilgesellschaft aktiv in die UNO-Politik der Schweiz einzubeziehen», erklärt Jean-François Paroz, Leiter der UNO-Koordination im EDA, gegenüber swissinfo.

Während der UNO-Beitrittskampagne wurden grosse Anstrengungen unternommen, um die Bevölkerung zu informieren. «Die Bürgerinnen und Bürger sollten sich eine Meinung bilden über die UNO, über die Folgen eines Beitritts», so Paroz.

Nach dem UNO-Beitritt der Schweiz gab es jedoch für eine Weiterführung dieser Arbeit kein entsprechendes Budget mehr. Die UNO-Koordination musste sich nach anderen Möglichkeiten umsehen.

«Mit dem Projekt UNO in der Schule wollten wir erreichen, dass auch ein junges Publikum Interesse für dieses Thema entwickelt. Nach einem Brainstorming mit verschiedenen Partnern wurde eine Praktikantin angestellt, um eine Webpräsenz zu realisieren», fügt Simon Pidoux bei. Er ist zuständig für die Beziehung der UNO-Abteilung des EDA mit der zivilen Gesellschaft.

Das EDA entwickelte das Online-Handbuch UN4YOUTH zusammen mit der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände, der Gesellschaft Schweiz-UNO, dem Schweizerischen Bildungsserver educa.ch und der World Federation of United Nations Associations.

Von Experten bis Workshops

Die UN4YOUTH-Angebote richten sich an Jugendgruppen und Schulklassen, die zur Behandlung eines UNO-Themas einen UNO-Experten heranziehen möchten. Vermittelt werden Kontakte zu Schweizer Diplomaten, Mitarbeitern der Vereinten Nationen oder einem UNO-Jugenddelegierten.

Geboten wird aber auch eine Übersicht über Workshops von Nichtregierungs-Organisationen (NGO). Die Spannweite reicht von der pädagogischen Menschenrechtserziehung bis zu den Kinderrechten.

Streitkultur bis Online-Lehrmittel

Streitkultur lernen, die Vereinten Nationen in einer international organisierten Simulation hautnah erleben: Auch dazu bietet UN4YOUTH weiterführende Informationen.

Eine gut sortierte Liste von im Internet erhältlichen Lehrmitteln wird laufend erweitert. Darin findet sich auch ein Hinweis auf den «Cyberschoolbus», eine Website der UNO für Kinder und Jugendliche.

Zu finden sind auch weitere Tipps für Spiele von UNO-Organisationen, die das Verständnis für die Arbeit der Vereinten Nationen wecken sollen.

Weiter bietet UN4YOUTH einen Überblick und Links zu schweizerischen und internationalen Netzwerken, die sich für die Ideale der UNO einsetzen. Hinweise auf die Depotbibliotheken und Online-Dokumentationsquellen komplettieren das Informationsangebot.

Berufliche Perspektiven

François Paroz und Simon Pidoux sehen noch einen weiteren Grund, die UNO bei der Jugend interessant zu machen: Die Anzahl der Schweizerinnen und Schweizer, welche bei internationalen Organisationen arbeiten, nimmt offenbar bedenklich ab.

UN4YOUTH ist für das EDA deshalb auch ein Mittel, interessierte, junge Leute für die Mitarbeit in internationalen Organisationen zu gewinnen. Das ist wichtig, damit die Schweiz dort weiterhin Einfluss nehmen kann.

Internationales Echo

«Unser Internet-Angebot ist auf Deutsch, Italienisch und Französisch abrufbar. Das heisst, es ist auch wichtig für Deutschland und Österreich, Italien und Frankreich», erklärt Simon Pidoux.

Stolz präsentieren Paroz und Pidoux internationale Reaktionen auf UN4YOUTH. Unter anderem weist auch die autonome italienische Provinz Trento auf ihrer Portalsite auf das Schweizer Projekt hin.

«Es gibt verschiedene nationale UNO-Gesellschaften, zum Beispiel die US-Amerikanische. Diese bietet jungen Menschen interessante Informationen über die UNO an. Wir konnten diese Erfahrungen nutzen. Aber ein Projekt wie UN4YOUTH gibt es unseres Wissens nicht, wir haben hier Neuland betreten», erklärt Jean-François Paroz.

«Weil die Schweiz ein neues Mitglied ist, haben wir noch den ‚enthousiasme des débutants‘; wir möchten sicherstellen, dass wir gute Instrumente für die Zusammenarbeit mit der UNO haben», schliesst Paroz.

swissinfo, Etienne Strebel

10. September 2002: Die Schweiz tritt der UNO bei.

10. März 2005: erste Zusammenkunft zu einem Gedankenaustausch über die Möglichkeit, ein Programm «UNO für die Schule und die Jugend» ins Leben zu rufen.

Dezember 2005: Beginn des Projekts «UNO für die Schule und die Jugend» mit dem Ziel, ein Handbuch zu erstellen.

Oktober 2006: Online-Version des Handbuchs.

Realisierung des Handbuchs UN4YOUTH: Jeanne Rey, in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern.

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