EU: Viele Fälschungen aus der Schweiz
2007 wurden an den EU-Aussengrenzen 17% mehr Lieferungen von Fälschungen beschlagnahmt als im Vorjahr. Beunruhigend ist laut der Europäischen Union der Handel mit gefälschten Medikamenten aus der Schweiz.
Anders als der zuständige EU-Kommissar László Kovács früher vermutet hat, sei die Schweiz nicht nur ein Transit-, sondern auch ein Herkunftsland für gefälschte Medikamente. Bei den beschlagnahmten gefälschten Medikamenten lag die Schweiz 2007 gar an der Spitze.
Befragt zur Zusammenarbeit mit den Schweizer Behörden äusserte sich Kovács «gesamthaft zufrieden». Doch es gebe immer Verbesserungsmöglichkeiten.
Insgesamt nahmen die von der EU beschlagnahmten Medikamente um über 50% zu. Noch stärker war die Zunahme bei gefälschten Kosmetika (plus 264%) und Spielsachen (Verdoppelung).
Allgemein wurden pro Fall weniger Produkte sichergestellt als früher.
Eine Erklärung hierfür könnte sein, dass Verkäufe vermehrt über das Internet abgewickelt werden und dass die Fälscher weniger Risiken eingehen und kleinere Sendungen schicken, namentlich per Luft(-kurier) oder Post, die fast 70% der Zolleinsätze ausmachten.
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