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Kanton Innerrhoden wählt neuen Ständerat

Ivo Bischofberger ist der Nachfolger des populären Carlo Schmid. Keystone

Der neue Ständerat (Kantonsvertreter) des Kantons Appenzell Innerrhoden im Eidgenössischen Parlament heisst Ivo Bischofberger. Der Christlichdemokrat war gegen zwei Gegner angetreten.

Die Landsgemeinde wählte ihn am Sonntag als Nachfolger des abtretenden Parteikollegen Carlo Schmid. Auch das Amt des kantonalen Säckelmeisters (Finanzdirektor) wurde neu bestellt.

Schmid wurde von der Landsgemeinde im Hauptort Appenzell unter freiem Himmel mit lang anhaltendem Applaus verabschiedet. Der Politiker hatte dem Ständerat 27 Jahre angehört.

Unter den zahlreichen Ehrengästen der Landsgemeinde war auch seine prominenteste Parteikollegin, Bundesrätin Doris Leuthard, auszumachen.

Der 49-jährige Bischofberger siegte über seine Herausforderer Stefan Sutter und Paul Wyser. Als erster fiel Sutter, der seit zwei Jahren der Regierung angehört, aus der Wahl. Zum endgültigen Entscheid waren dann noch drei Wahlgänge gegen Wyser nötig.

Politikwissenschafter

Der neue Ständerat ist Direktor des Gymnasiums Appenzell und Präsident des Kantonsgerichts. Er hat einen Doktortitel in Geschichte und Politikwissenschaften. Bischofberger wird bereits in der Sommersession im Juni in Bern teilnehmen.

Die Landsgemeinde gilt als ein Urgestein der Schweizer Direktdemokratie und existiert nur noch in Appenzell Innerhoden und Glarus. Einmal jährlich versammeln sich die Stimmfähigen dieser Kantone unter freiem Himmel, um politische Geschäfte zu erledigen.

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Demografie

Landsgemeinde

Dieser Inhalt wurde am veröffentlicht Die Landsgemeinde ist eine der ältesten und einfachsten Formen der Schweizer Direktdemokratie. Alle Wahl- und Stimmfähigen eines Kantons versammeln sich einmal jährlich unter freiem Himmel zur Wahl der Regierung (Appenzell Innerrhoden) und zur Verfassungs- und Gesetzgebung oder Festsetzung des Steuerfusses (Appenzell Innerrhoden und Glarus). Sie tun dies durch Aufheben der Hand oder des Stimmrechtsausweises. Diese…

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Neuer Finanzdirektor

Neuer Säckelmeister (Finanzdirektor) anstelle des zurückgetretenen Paul Wyser ist der 57-jährige Treuhänder Josef Moser.

Der von CVP und Schweizerischer Volkspartei (SVP) unterstützte Moser wurde im ersten Wahlgang in die Standeskommission (Regierung) gewählt.

Er war 13 Jahre lang Mitglied des Grossen Rats, elf Jahre Mitglied der Staatswirtschaftlichen Kommission und Präsident von Appenzellerland Tourismus sowie der Appenzellerland Tourismusmarketing AG von Innerrhoden und Ausserrhoden.

Koster bleibt Landammann

Volkswirtschaftsdirektor Bruno Koster wurde wieder Regierender Landammann (Regierungspräsident). Erziehungsdirektor Carlo Schmid wurde für ein weiteres Jahr Stillstehender Landammann (Regierungsvizepräsident). Das Regierungspräsidium wechselt alle zwei Jahre.

Die übrigen Regierungsmitglieder wurden bestätigt: Statthalter (Gesundheitsdirektor) Werner Ebneter, Landeshauptmann (Landwirtschaftsdirektor) Lorenz Koller, Bauherr (Baudirektor) Stefan Sutter und Landesfähnrich (Polizeidirektor) Melchior Looser.

Gesuch an UNESCO

Die Mitglieder des Kantonsgerichts mit Präsident Ivo Bischofberger an der Spitze wurden ebenfalls bestätigt. Bischofberger kann als Ständerat sein Richteramt weiter ausüben und Rektor bleiben. Er muss allerdings seine Lehrtätigkeit einschränken.

Als Anregung nahm die Regierung zudem einen Antrag entgegen, wonach eine Kommission ein Gesuch an die UNESCO prüfen soll, das gesamte Kantonsgebiet als Biosphären-Reservat aufzunehmen.

swissinfo und Agenturen

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Schweizer Politik

Ständerat

Dieser Inhalt wurde am veröffentlicht Der Ständerat ist die Schweizer Parlamentskammer (Legislative) der Kantonsvertreter (Senat, Kleine Kammer). Er zählt 46 Mitglieder, welche die Kantone vertreten. Jeder Kanton ist ungeachtet seiner Einwohnerzahl mit zwei, die Halbkantone mit einem oder einer Abgeordneten vertreten. Als Halbkantone gelten Obwalden, Nidwalden, Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden. Das einzelne Ratsmitglied wird «Ständerat» oder «Ständerätin»…

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Die Appenzeller Landsgemeinde hat sich höchstwahrscheinlich erstmals im Jahre 1378 versammelt, allerdings fehlt ein entsprechendes Dokument.

Erstmals in einer Urkunde erscheint die Landsgemeinde im Jahre 1403 und ist damit seit diesem Jahr sicher belegt.

1597 trennten sich die innern aus religiösen Gründen von den äussern Rhoden und es wurden in beiden Rhoden (Innerrhoden und Ausserrhoden) eigene Landsgemeinden durchgeführt.

Appenzell Ausserrhoden hat seine Landsgemeinde vor genau zehn Jahren aufgelöst. Am Sonntag fand daher in Trogen eine nostalgische Erinnerungsfeier statt.

Die beiden Appenzell haben als Halbkantone Anrecht auf je einen Standesvertreter (Ständerat) in der kleinen Parlamentskammer in Bern.

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