Libyen-Affäre beschäftigt auch Wirtschaft
Die Schweizer Wirtschaft habe in der Libyen-Affäre weder Druck gemacht, noch würde sie Hand bieten für einen Kniefall zugunsten wirtschaftlicher Vorteile. Dies stellte economiesuisse-Präsident Gerold Bührer klar.
Eine Normalisierung von Beziehungen sei generell von Vorteil, sagte der Präsident des Wirtschafts-Dachverbandes am Schweizer Fernsehen.
Mutmassungen, dass die Schweizer Wirtschaft auf die umstrittene Mission von Bundespräsident Hans-Rudolf Merz nach Tripolis gedrängt habe, wies Gerold Bührer zurück. «Für uns steht alleine die Befreiung der beiden Schweizer im Vordergrund», sagte er.
Der Bundespräsident rechtfertigte am Tag der Wirtschaft in Zürich seine Mission, welche die Heimreise der beiden Festgehaltenen ermöglichen soll. Die Schweiz habe traditionell mit allen Staaten eine gute Beziehung.
Deshalb sei es zwingend, dass der Bund der Wirtschaft überall die Tore öffne – ob diese davon profitieren wolle oder nicht. Der Vertrag, den er am 20. August abgeschlossen habe, diene dazu, eine geschlossene Türe wieder zu öffnen. Merz erntete dafür den Applaus der Wirtschaftsvertreter.
Die Genfer Zeitung «Tribune de Geneve» veröffentlichte am Freitag zwei Polizeifotos von Hannibal Gaddafi. Nach Angaben der Zeitung waren sie anlässlich seiner Verhaftung am 15. Juli 2008 gemacht worden.
Die Schwarz-Weiss-Aufnahmen zeigen das Gesicht des Sohnes des libyschen Herrschers von vorne und der Seite. Die Zeitung erklärte, sie sei bereits seit mehreren Monaten im Besitz der Aufnahmen und betrachte es heute als angebracht, diese zu veröffentlichen.
swissinfo.ch und Agenturen
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