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Marc Furrer wirft das Handtuch

Comcom-Präsident Marc Furrer zieht sich aus dem Rennen um den Chef-Posten bei der Int. Telekommunikations-Union zurück. Keystone

Marc Furrer wird nicht der nächste Generalsekretär der Internationalen Telekommunikations-Union (ITU) sein. Der Schweizer zog sich nach zwei Auswahl-Runden am Donnerstag zurück.

Furrer, derzeit Präsident der Kommunikations-Kommission (Comcom), fehlte es an Support. Er figurierte erst an 4. Stelle.

«Herr Furrer ist überrascht über sein schwaches Ergebnis», erklärte Roberto Rivola, Sprecher des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom), am Donnerstagabend.

Furrer amtet derzeit als Präsident der Kommunikationskommission (Comcom) und wurde bei seiner Kandidatur für die Leitung der Internationalen Telekommunikations-Union (Fernmelde-Union) vom Bundesrat unterstützt.

Adolf Ogis Support vor Ort

Alt-Bundesrat Adolf Ogi hat in Antalya, Türkei, die Schweizer Regierung vertreten, und die Kandidatur von Furrer unterstützt. «Marc Furrer war mein erster persönlicher Mitarbeiter, als ich als Bundesrat für das Fernmeldewesen zuständig war», sagte er gegenüber swissinfo.

«So entschied ich, alles zu tun, um seine Kandidatur zu unterstützen».

Zwar hatte sich Furrer auf Antrag afrikanischer und europäischer Länder beworben. «Aber das Blatt der Allianzen wendete sich gegen ihn», erklärte Rivola.

Europäer unterstützten Furrer nicht

Die europäischen Länder unterstützten dann aber Furrers deutschen Konkurrenten Matthias Kurth, während alle Stimmen der afrikanischen Länder zum Vertreter aus Mali, Hamadoun Touré, gingen.

Um die Nachfolge des gegenwärtigen ITU-Generalsekretär Yoshio Utsumi aus Japan hatten sich sechs Kandidaten beworben. Nach der zweiten Runde führte der Malier Hamadoun Touré deutlich mit 72 Stimmen. Der Afrikaner ist derzeit Direktor der Sektion Entwicklung bei der ITU.

Dahinter folgte Matthias Kurth, der die Post- und Telekommunikations-Regulierungsbehörde in Deutschland präsidiert, mit 51 Stimmen sowie der Brasilianer Roberto Blois mit 24 Stimmen.

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ComCom

Dieser Inhalt wurde am veröffentlicht Die Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) ist eine unabhängige Konzessions- und Regulierungsbehörde im Telekommunikationsmarkt. Sie wurde 1997 ins Leben gerufen und besteht aus sieben vom Bundesrat (Landesregierung) ernannten Mitgliedern. Zu den wichtigsten Aufgaben der ComCom gehören die Vergabe von Konzessionen für Telekommunikations-Anbieterinnen, die Genehmigung des nationalen Frequenzzuweisungs-Plans und die Vergabe von Telefonnummern. In Fällen von Missbrauch kann…

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Herbe Enttäuschung

Marc Furrer wurde nach der ersten Runde mit 14 Stimmen noch Vierter, fiel beim zweiten Durchgang aber mit lediglich 9 Stimmen auf den Schlussrang.

Das Finale soll am Freitag zwischen dem Kandidaten aus Mali, Touré, und jenem aus Deutschland, Kurth, stattfinden.

Verschiedene Möglichkeiten bei den Kriterien

Zu den Kriterien befragt, welche ein Kandidat für einen hohen Posten innerhalb der UNO haben muss, sagte Ogi: «Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Verantwortlichen für eine UNO-Agentur auszuwählen. So wird der Generalsekretär der Fernmelde-Union (ITU) von den Mitgliederstaaten designiert. Die Kandidaten durchlaufen einige Ausscheidungsrunden.»

Bei der – ebenfalls vergeblichen – Kandidatur von DEZA-Direktor Walter Fust für das Welternährungs-Programm vor kurzem sei es jedoch der UNO-Generalsekretär selber gewesen, der den Entscheid fällte: «Ich bin überzeugt», so Ogi, «dass hier der Nachfolger von Kofi Annan schon seinen Einfluss geltend machte.»

Laut Ogi befinden sich Kandidierende aus der Schweiz jeweils in einer sehr schwierigen Ausgangslage, weil die Schweiz alleine sei. Und da ohnehin Genf viele der Agenturen beherberge, haben zahlreiche Länder das Gefühl, die Schweiz befinde sich im Vorteil.

Auch habe die Schweiz ihre Vermittlerrolle eingebüsst. Die nordischen Länder hätten hier, so Ogi, Terrain und Einfluss wettgemacht.

Fachliche oder politische Qualifikationen?

Ogi meint, im Fall von Walter Fust seien die fachlichen Qualifikationen ohnehin ausgezeichnet gewesen. «Doch wir Schweizer sind nicht immer auch die besten.»

«Auch bei Marc Furrer schätze ich, dass er der beste gewesen wäre», so Ogi. Doch schliesslich hätten politische Überlegungen und Manöver den Ausschlag gegeben.

Fernmelde-Union: Es wartet kein einfacher Job

Der neue ITU-Generalsekretär wird eine schwierige Aufgabe haben. Die Organisation war in den letzten Jahren oft in die Kritik geraten.

Geplante Budgetkürzungen führten zu Unruhe bei den Beschäftigten, zudem wurden Vorwürfe wegen der Personalpolitik laut.

swissinfo und Agenturen, Frédéric Burnand, Genf
(Übertragung aus dem Französischen: Alexander Künzle)

Die 17. Konferenz der Mitgliederländer der Fernmelde-Union (Internationale Telekommunikations-Union) ist am Donnerstag in Antalya, Türkei, eröffnet worden.

Sie findet alle 4 Jahre statt, und bringt fast 2000 Delegierte aus über 150 Ländern zusammen.

Auf der Traktandenliste bis 24. November stehen etliche Projekte zu Reformen, zum Budget und zur Funktionsweise der Organisation.

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