Nationalrat mit Herz für Milchbauern
Der Nationalrat hat an der Sondersession zur Landwirtschaft Hilfe für den bedrängten Milchmarkt signalisiert: Die Milchmenge soll wieder beschränkt werden.
Im vergangenen Mai wurde die Milchkontingentierung abgeschafft. Seither produzierten die Bauern mehr Milch als Nachfrage bestand. Dieser Umstand und die Wirtschaftskrise liessen die Preise fallen.
Um den weiteren Fall abzuwenden, sprach sich der Nationalrat für ein Modell aus, dass die Milchbranche auf den Tisch gebracht hatte. Ein vorgegebener Teil der Milch soll für einen Richtpreis an die Verarbeiter gehen.
Ein zweiter Teil soll zu aktuellen Preisen frei gehandelt werden können. Der Rest wird als Milchpulver auf den Weltmarkt geworfen.
Die Branchenorganisation habe mit guten Beschlüssen die Kurve gekriegt, sagte Nationalrat Hansjörg Hassler. Es koste den Bundesrat «keinen Rappen», die Vorschläge für allgemeinverbindlich zu erklären.
Landwirtschaftsministerin Doris Leuthard signalisierte Zustimmung. Das Gesuch um Allgemeinverbindlichkeit des Modells werde demnächst amtlich publiziert, sagte sie. Bei einem guten Ergebnis werde sie dem Bundesrat beantragen, das Konzept der Branche für allgemeinverbindlich zu erklären. «Dann hätten wir für mindestens ein Jahr eine Stabilisierung.»
swissinfo.ch und Agenturen
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