Sommer-Gerangel um Couchepin-Nachfolge
Einmal mehr droht die SVP im Nachfolge-Gerangel um den Bundesrats-Sitz des Freisinnigen Pascal Couchepin. Die Christdemokraten hoffen auf CVP-Stimmen, und die SP will auf Nummer sicher gehen.
Die Bundesrats-Ersatzwahl vom 16. September bringt etwas Brise in die Saure-Gurken-Zeit des Sommerlochs, in dem es oft an innenpolitischen Themen mangelt: «Toni Brunner lügt schon wieder», zitiert der Sonntag den Präsidenten der Christlich-demokratischen Volkspartei (CVP), Christophe Darbellay.
Brunner, Präsident der Schweizerischen Volkspartei (SVP), droht mit einem eigenen SVP-Kandidaten oder mit dem Gang in die Opposition. Die SVP sei noch nie gegen den Freisinn angetreten. Zeige sich aber in den nächsten Wochen, dass die Freisinnig-demokratische Partei (FDP) ihren Sitz nicht verteidigen könne, stelle sich die Frage, auf wen man noch Rücksicht nehmen solle, sagt Brunner in einem Interview mit dem SonntagsBlick.
Und gegenüber dem Sonntag sagt Brunner: «CVP und SP haben Geheimplan für Mitte-Links-Bundesrat». Deshalb müsse die FDP einen Kandidaten aufstellen, den die SVP mittragen könne.
In der Zentralschweiz am Sonntag wiederum gibt sich Ständerat Konrad Graber überzeugt, «dass einige SVP-Parlamentarier die CVP-Kandidatur unterstützen».
Juso-Chef und Vizepräsident der Sozialdemokratischen Partei (SP) Cédric Wermuth rät seiner Partei im Sonntag, bei der Bundesratsersatzwahl auf sicher zu gehen und den FDP-Kandidaten zu wählen. Sonst gefährde die Allianz FDP/SVP bei einer späteren Wahl die beiden SP-Sitze.
Bisher haben drei Freisinnige formell ihre Kandidatur angemeldet. Gegenüber der NZZ am Sonntag sagt FDP-Präsident Fulvio Pelli, seine Partei wolle dem Parlament wenn möglich ein Zweier-Ticket vorschlagen.
swissinfo.ch und Agenturen
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