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Wahlen USA: Langes Warten auf Entscheidung

Der Wahlkrimi in den USA ist noch nicht entschieden. Die grossen Fernsehsender hatten zunächst den Republikaner Bush zum Sieger erklärt. Die Auszählung im Schlüsselstaat Florida dauert aber immer noch an und der Vorsprung Bushs schrumpft immer mehr.

Nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen beträgt der Vorsprung Bushs vor dem demokratischen Vizepräsidenten Al Gore weniger als 1’000 Stimmen.

Bush hat bisher 246 Wahlmännerstimmen gewonnen. Gore folgt dicht dahinter mit 244 Wahlmännerstimmen. Wenn sich das äusserst knappe Ergebnis in Florida für Bush bestätigen sollte, hätte der texanische Gouverneur die für den Gesamtsieg erforderliche Mindestzahl von 271 Wahlmännerstimmen erreicht. Falls doch noch Gore in Florida an Bush vorbeiziehen sollte, wäre das Rennen wieder offen und würde in den noch nicht ausgezählten Staaten entschieden.

Zu früh gratuliert

Nach den Siegesmeldungen der Fernsehsender für CNN, ABC und NBC für Bush hatte Gore seinem Rivalen bereits telefonisch gratuliert, zog das Eingeständnis der Niederlage dann aber wieder zurück.

Gouverneur Bush gewann unter anderem in Gores Heimatstaat Tennessee, in Ohio sowie in seinem eigenen Staat Texas. Zu den wichtigsten Einzelergebnissen Gores gehörten Siege in Michigan, Kalifornien und Pennsylvania.

Republikanische Mehrheit im Kongress verteidigt

Die Republikaner sicherten sich die Mehrheit in beiden Parlamentskammern. Nach Hochrechnungen können die Republikaner mit 224 Sitzen im Repräsentantenhaus rechnen, während die Demokraten vermutlich auf 209 Sitze kommen. Zwei Mandate entfallen demnach auf unabhängige Kandidaten. Damit bliebe die bisherige Mehrheit der Republikaner von 222 zu 209 Sitzen praktisch unverändert.

Im Senat konnten die Demokraten vermutlich drei Sitze hinzugewinnen – die seit sechs Jahren bestehende Dominanz der Republikaner damit aber nicht gefährden. Im bisherigen Senat gibt es 54 republikanische und 46 demokratische Abgeordnete; künftig wird das Verhältnis voraussichtlich bei 51 zu 49 liegen.

Hillary Clinton gewinnt in New York

Bei der Senatswahl jubelten die Demokraten vor allem über den Sieg von Hillary Clinton in New York, die als erste Frau eines US-Präsidenten eine eigene politische Laufbahn im Kongress startet. Die «First Lady» schlug nach vorläufigen Ergebnissen den republikanischen Kandidaten Rick Lazio mit deutlicher Mehrheit. Bei den Gouverneurswahlen in elf Staaten konnten die Demokraten in West Virginia einen Staat hinzugewinnen.

Die Wahlbeteiligung war nach ersten Berichten mit 52 bis 54 Prozent höher als vor vier Jahren – damals hatten nur 49 Prozent der Bürger von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. Wahlberechtigt waren rund 206 Mio. Amerikaner. Der neue Präsident tritt sein Amt am 20. Januar an.

swissinfo und Agenturen

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