Sarkozy informiert sich über Fall Polanski
Bundespräsidentin Doris Leuthard hat am Freitag einen Anruf des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy erhalten. Sarkozy erkundigte sich unter anderem nach dem Stand der Dinge in der Affäre Polanski.
Leuthard informierte ihn über das hängige Auslieferungsverfahren, teilte das Schweizerische Volkswirtschaftsdepartement mit.
Die Amtskollegen unterhielten sich weiter über Leuthards Arbeitsbesuch in Paris. Dieser ist für die zweite Juni-Hälfte vorgesehen. Welche Themen dort behandelt werden, gab das EVD nicht bekannt.
Der 76-jährige französisch-polnische Regisseur Roman Polanski wurde am 26. September 2009 auf Grund eines Haftbefehls aus den USA bei der Einreise in die Schweiz in Zürich festgenommen und in Auslieferungshaft genommen. Seit Anfang Dezember sitzt er unter Hausarrest in seinem Ferienhaus im Berner Oberland.
Wann über Polanskis Auslieferung in die USA entschieden wird, ist gemäss der Schweizer Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf offen.
Inzwischen ist gegen Polanski ein neuer Missbrauchsvorwurf aufgetaucht. Die 42 Jahre alte britische Schauspielerin Charlotte Lewis erklärte in Los Angeles, dass sie 1982 als Teenager von Polanski missbraucht worden sei.
«Er wusste, dass ich 16 Jahre alt war, als er sich in seinem Pariser Appartement mir aufzwang», gab Lewis am Freitag an der Seite ihrer Anwältin Gloria Allred bekannt. Lewis hatte in Polanskis Film «Piraten» aus dem Jahr 1986 eine kleine Rolle gespielt, also vier Jahre nach dem angeblichen Missbrauch.
Roman Polanski wies über seinen französischen Anwalt die jüngsten Missbrauchsvorwürfe empört zurück. «Er betrachtet dies als eine reine Lüge», sagte der Anwalt Georges Kiejman dem Sender Europe 1 nach einem Telefonat mit Polanski.
Der 76 Jahre alte Filmemacher, der in der Schweiz in Hausarrest lebt, hatte die USA 1978 nach einer Anklage wegen Vergewaltigung einer 13-Jährigen verlassen.
swissinfo.ch und Agenturen
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