Staatsanwältin plädiert vor Frauenfelder Gericht auf Mord
Die Staatsanwältin hat am Donnerstag vor dem Bezirksgericht in Frauenfeld eine Verurteilung wegen Mordes für einen 51-jährigen Beschuldigten gefordert. Er soll 2023 seinen Vater in dessen zu Hause in Gachnang TG mit zwei Messern erstochen haben.
(Keystone-SDA) «Das ist skrupellos. Das ist Mord», sagte die Staatsanwältin am Donnerstag vor dem Bezirksgericht in Frauenfeld. Sie sprach dabei von einer Nacht im November 2023, in der ein heute 51-jähriger Mann seinen Vater in dessen zu Hause mit zwei Messern erstochen haben soll.
«Der Körper des Opfers wies mindestens 24 Stich- und Schnittverletzungen auf», führte die Staatsanwältin weiter aus. Der Beschuldigte habe viel Kraft aufgewendet. «Die ganze Speiseröhre und der ganze Brustkorb wurden durchstochen.»
Den Streit mit seinem Vater, welcher der Beschuldigte zu Beginn des Prozesses beschrieben hatte, hielt die Staatsanwältin für wenig glaubhaft. «Als ob der Vater, der über die Schizophrenie seines Sohnes Bescheid wusste und der mit zwei Messern vor ihm stand, ihn in dieser Situation noch schupsen würde.» Die Darstellung des Beschuldigten stimme nicht mit der Beweislage überein.
«Der Beschuldigte wusste ganz genau, was er tat und dass das falsch ist, aber er konnte sein Verhalten nicht mehr vollumfänglich steuern», sagte die Staatsanwältin weiter. Sie sieht beim Beschuldigten zudem eine Rückfallgefahr und forderte zusätzlich zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren eine stationäre Massnahme respektive eine kleine Verwahrung.