Stadtberner Ombudsstelle hatte 2025 so viel zu tun wie noch nie
Die Stadtberner Ombudsstelle hat vergangenes Jahr so viele Beschwerden und Anfragen bearbeitet wie noch nie zuvor. Oftmals beklagten sich die Ratsuchenden über lange Wartezeiten beim Sozialdienst oder bei der Ausgleichskasse.
(Keystone-SDA) Die Ombudsstelle verzeichnete 2025 insgesamt 977 Kundenkontakte, wie aus deren Tätigkeitsbericht hervorgeht. Daraus resultierten 358 Fälle – also Geschäfte, die vertiefte Abklärungen erforderten. Das sind vier Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Anfragen, die mit geringem Aufwand beantwortet werden konnten, stieg um 17 Prozent auf 619.
Der Anteil interner Fälle war laut dem Bericht leicht rückgängig und betrug rund 22 Prozent: 74 Mal gelangten städtische Angestellte mit Fragen und Problemen an die Ombudsstelle. Die Mehrheit der Beschwerden stammte aus der Bevölkerung, zudem gingen 19 Meldungen bei der Whistleblowing-Stelle ein. Die Geschäftslast und die Komplexität der Fälle haben gemäss dem Bericht zu einer längeren Bearbeitungsdauer geführt.
Sozialdienst und Polizei im Fokus
Mit 202 Fällen mit Abstand der grösste Anteil betraf die Direktion für Bildung, Soziales und Sport. Ratsuchende kritisierten wiederholt Probleme im städtischen Sozialdienst, die mit Schwierigkeiten der IT-Infrastruktur zusammenhingen – darunter fehlgeleitete oder verspätete Zahlungen sowie unverhältnismässig lange Bearbeitungszeiten.
Schwerpunkt waren auch lange Wartezeiten bei Rückerstattungen durch die Ausgleichskasse und bei Gesuchen um Ergänzungsleistungen. Aus Sicht der Ombudsstelle sei es «dringend angezeigt», dass Gesuche beim Kanton schneller abgearbeitet werden.
Ausserdem hob Ombudsfrau Mirjam Graf eingegangene Beschwerden in Verbindung mit der Polizei hervor. In diesem Rahmen habe sie eine «gewisse Oberflächlichkeit und Pauschalkritik» festgestellt und damit verbunden eine Erwartungshaltung, «die ein Risiko zur Verpolitisierung der Rolle der Ombudsperson in sich tragen könnte».
Bezüglich internen Beschwerden heisst es im Tätigkeitsbericht, dass die Ratsuchenden oftmals von Druck und Kontrolle sowie von fehlender oder dysfunktionaler Kommunikation mit Vorgesetzten sprechen würden. Die Ombudsstelle wünsche sich an dieser Stelle vermehrt mediative Schlichtungen seitens der Personaldienste.