Stifte der Stadt Luzern sollen eine Woche mehr Ferien erhalten
Wer bei der Stadt Luzern eine Lehre macht, soll pro Jahr sechs statt nur fünf Wochen Ferien machen können. Der Stadtrat will damit den Jugendlichen mehr Zeit zum Erholen geben und gleichzeitig die Attraktivität der Stadt als Lehrbetrieb erhöhen.
(Keystone-SDA) Die Stadtregierung beantragt dem Grossen Stadtrat, ein Postulat teilweise erheblich zu erklären. Der Vorstoss der Fraktionen Grüne und SP verlangte gar eine Erhöhung der Ferienzeit auf acht Wochen. Fünf Wochen Ferien sind das vom Obligationenrecht gesetzte Minimum, das Lehrlingen bis zum vollendeten 20 Altersjahr zu gewähren ist.
Der Stadtrat teilt gemäss seiner am Donnerstag publizierten Antwort die Ansicht der Postulantinnen und Postulanten, dass das Wohlbefinden und die mentale Gesundheit der Jugendlichen ein zentrales Anliegen der Stadt als Ausbildungsbetrieb sein müsse. Eine Verlängerung der Ferienzeit auf acht Wochen sei aber keine nachhaltige Lösung, um die Belastung zu senken.
Nicht Ursache der Lehrabbrüche
Der Stadtrat hält fest, dass es vielfältige berufliche, familiäre, soziale und individuelle Faktoren geben, welche Lehrlinge belasten könnten. «Lehrabbrüche sind oft auf fehlende Berufswahlkompetenz oder unzureichende schulische Leistungen zurückzuführen, nicht auf die Anzahl der Ferienwochen», erklärte die Stadtregierung.
Gegen viel längere Ferien führt der Stadtrat zudem an, dass diese die Berufspraxis reduziere. Drei Wochen mehr Ferien könnten den Druck auf die Jugendlichen somit erhöhen. Zudem gebe es eine Wettbewerbsverzerrung gegenüber privaten Lehrbetrieben.
Der Stadtrat hält deswegen eine Erhöhung der Zahl der Ferienwochen von fünf auf sechs für angemessen. Dieser moderate Ausbau würde keine grundlegenden organisatorischen Änderungen nötig machen, erklärte er, und verwies auf mehrere Grossbetriebe in der Region, die den Lehrlingen ebenfalls sechs Wochen Ferien gewähren.