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Stühle an Podiumsdiskussion am WEF

Die Woche in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Die Tragödie von Crans-Montana war auch diese Woche ein zentrales Thema in den Schweizer Medien. Auch wenn es keine grundlegend neuen Erkenntnisse gibt, brachte jeder Tag weitere Informationen und Zeugenaussagen.

Neben dieser Tragödie finden aber auch andere Nachrichten wieder etwas Platz. Diese Woche widmeten sich die Schweizer Medien vor allem zwei bevorstehenden Grossereignissen: dem WEF in Davos und den kommenden eidgenössischen Abstimmungen.

Gute Lektüre!

Das Eigentümerpaar der Bar "Le Constellation"
Das Eigentümerpaar der Bar «Le Constellation» steht weiterhin im Fokus der Justiz und der Medien. Keystone / Jean-Christophe Bott

Der Brand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana beschäftig die Schweizer Medien weiterhin intensiv. Es scheint nun belegt zu sein, dass die Tragödie durch Bengalkerzen ausgelöst wurde, die den schalldämmenden Schaumstoff an der Decke in Brand setzten.

Das Hauptaugenmerk liegt auf der Rolle des Paares an der Spitze des Betriebs. Barbesitzer Jacques Moretti bleibt in Untersuchungshaft, um eine Flucht zu vermeiden und seine Rolle zu klären. Seine Ehefrau Jessica Moretti wurde ebenfalls ausführlich von der Staatsanwaltschaft vernommen. Sie entgeht der Untersuchungshaft, unterliegt jedoch strengen Ersatzmassnahmen und darf das Land nicht verlassen.

Die von Medien präsentierten Informationen zeigen zwei sehr unterschiedliche Versionen. Einerseits bestreitet das Eigentümerpaar insbesondere, von der Gefährlichkeit des verwendeten Schaumstoffs gewusst und sein Personal dazu animiert zu haben, Bengalkerzen zu nahe an der Decke zu verwenden. Andererseits deuten Aussagen ehemaliger Mitarbeiter:innen exakt auf dies hin.

Der Fall von Cyane, über den in mehreren Medien berichtet wurde, zeigt diese Ambivalenz. Die 24-jährige Französin wurde als jene Kellnerin mit dem Helm identifiziert, die auf den Schultern eines Kollegen sass und Flaschen mit Bengalkerzen zu nahe an die Decke hielt. Das Ehepaar Moretti beschreibt die junge Frau als «praktisch ein Familienmitglied». In Frankreich weisen die Eltern der beim Brand ums Leben gekommenen Kellnerin eine solche Nähe zurück und prangern «unwahre Aussagen» an.

Transportflugzeug der US Air Force
Ein Präsident der Vereinigten Staaten reist nie mit leichtem Gepäck, wie dieses Transportflugzeug der US Air Force am Flughafen Zürich beweist. Keystone / Michael Buholzer

Das Weltwirtschaftsforum in Davos (WEF) beginnt am 19. Januar. Aber bereits diese Woche hat die Ausgabe 2026 einen wichtigen Platz in den Schweizer und internationalen Nachrichten eingenommen. Diese grosse Aufmerksamkeit ist auf die bestätigte Teilnahme von Donald Trump zurückzuführen.

Der US-Präsident wird von einer amerikanischen Delegation begleitet, die als «die grösste, die jemals nach Davos entsandt wurde» beschrieben wird, darunter Aussenminister Marco Rubio und Finanzminister Scott Bessent. In einem globalen Kontext, der von wirtschaftlichen und strategischen Spannungen geprägt ist, verändert die Anwesenheit des Präsidenten die Dynamik des WEF und zieht eine grössere Zahl von Delegationen, Medienvertreter:innen und Beobachter:innen an.

Rund 65 Staats- und Regierungschefs werden kommen, darunter die Präsidenten Emmanuel Macron (Frankreich), Isaac Herzog (Israel), Wolodymyr Zelensky (Ukraine) und Javier Milei (Argentinien). Insgesamt haben 60 nationale Delegationen ihre Teilnahme angekündigt – so viele wie noch nie zuvor – sowie rund 850 Geschäftsführer:innen und Präsident:innen der weltweit grössten Unternehmen.

Mehr noch als in den vergangenen Jahren wird das WEF für die Schweiz somit eine Plattform für diplomatische Gespräche darstellen, aber auch eine Herausforderung in Sachen Gastfreundschaft. Die logistischen und sicherheitstechnischen Vorbereitungen laufen bereits. Die Armee hat zu Beginn der Woche mit ihrem Einsatz zum Schutz der Veranstaltung begonnen.

Mehrere Initiativkomitees, wie hier jenes zur Gebührensenkung, haben vergangene Woche ihren Abstimmungskampf gestartet.
Mehrere Initiativkomitees, wie hier jenes zur Gebührensenkung, haben vergangene Woche ihren Abstimmungskampf gestartet. Keystone / Christian Beutler

Der Abstimmungskampf im Hinblick auf die eidgenössischen Abstimmungen vom 8. März ist nun in vollem Gange.

Im Verlauf der vergangenen Woche haben verschiedene Komitees und der Bundesrat Medienkonferenzen organisiert, um ihre Argumente darzulegen. Die Medien haben ihrerseits Analysen und Interpretationen veröffentlicht, um die Positionen der Parteien und die konkreten Auswirkungen der vier Vorlagen zu beleuchten, über die die Schweiz abstimmen wird.

Die Bargeld-Initiative löst eine Debatte über Identität und Technologie aus: Soll in der Verfassung die Garantie verankert werden, bar bezahlen zu können? Die Befürworter:innen berufen sich auf die individuelle Freiheit, während die Gegner:innen eine unnötige und starre Massnahme kritisieren. Es geht dabei um das Vertrauen in die Finanzinstitutionen und den digitalen Wandel.

Die SRG-Initiative sorgt ebenfalls für heftige Debatten. Sie hinterfragt die Rolle des Service public, seine Finanzierung und seinen Platz in einer sich wandelnden Medienlandschaft.

Die Klimafonds-Initiative und die Individualbesteuerung vervollständigen das Bild, wobei jeweils wirtschaftliche und gesellschaftliche Argumente vorgebracht werden. Die erste Vorlage betrifft Investitionen in die Energiewende. Die zweite, die eine steuerliche Ungerechtigkeit gegenüber Ehepaaren beseitigen will, betrifft die Steuergerechtigkeit und Familienorganisation.

Der Schweizer Snowboarder Ueli Kestenholz
Bei den Olympischen Spielen in Nagano war Ueli Kestenholz der erste Schweizer Olympiamedaillengewinner (Bronze) im Snowboard. KEYSTONE/Alessandro della Valle

Zum Abschluss dieses Briefings der letzten Woche sprechen wir über ein Thema, das zwar etwas banal, dennoch in vielen Diskussionen präsent ist: das Wetter.

Ein Sturm fegte am letzten Wochenende über das Land und brachte lokal reichlich Schneefall – bis zu 70 cm in den Glarner Alpen. Diese Schneefälle verursachten ein regelrechtes Chaos auf manchen Strassen, besonders in der Deutschschweiz, wo Dutzende von Unfällen verzeichnet wurden, die glücklicherweise ohne schwere Folgen blieben. Auch der Bahn- und Flugverkehr waren stark beeinträchtigt.

Der Schnee löste einen Ansturm auf die Skigebiete aus, selbst in mittleren Höhenlagen, zur grossen Freude der Skiliftbetreiber. Abseits der Pisten jedoch blieben Aktivitäten in den Bergen wegen der Lawinengefahr zunächst gefährlich. Frankreich war mit sechs Todesfällen am vergangenen Wochenende besonders stark betroffen.

In der Schweiz fällt die Bilanz weniger schwer aus, aber auch hier ist ein Todesopfer zu beklagen. Es handelt sich um eine bekannte Persönlichkeit aus dem Sport: den Berner Ueli Kestenholz, der 1998 an den Olympischen Spielen in Nagano der erste Schweizer Olympiamedaillengewinner in der Geschichte des Snowboardens war.

Davos
Ab Montag werden die Augen der ganzen Welt auf Davos gerichtet sein. Keystone / Gian Ehrenzeller

Die kommende Woche

Die Eröffnung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos am Montag ist zweifellos das wichtigste Ereignis der kommenden Woche in der Schweiz, sowohl in wirtschaftlicher als auch in politischer Hinsicht. Die Veranstaltung findet bis Freitag unter dem Motto «A Spirit of Dialogue» statt.

Kulturell steht diese Woche ganz im Zeichen der 61. Solothurner Filmtage. Dieses grosse jährliche Ereignis des Schweizer Kinos beginnt am Mittwoch und dauert eine Woche.

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