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Winzer neben einem Weinfass

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Schweizer Winzer leiden unter der Konkurrenz ausländischer Weine. Nun soll der Bund uns Konsumenten im Inland dazu bekehren, mehr Schweizer Wein zu trinken. Was soll ich dazu sagen? Nun ja: Prost!

Liebe Grüsse aus Bern

Weinbgebiet
Keystone / Laurent Gillieron

Wussten Sie, dass es in der Schweiz eine lange Weinbautradition gibt? Wenn nicht, dann sind Sie in guter Gesellschaft: Schweizer Wein verkauft sich schlecht.

Der Wein vom letzten Jahr ist noch nicht verkauft, da erreicht die neue Ernte bereits ihren Höhepunkt. Schweizer Winzer kriegen ihren Wein nicht los. Schweizer Wein macht 35% des nationalen Konsums aus. Das sei zu wenig, sagen die Weinbauern, die sich über Preisdruck und die starke Konkurrenz durch ausländische Weine ärgern.

Nun haben die vier wichtigsten Weinbaukantone den Bund um Hilfe gebeten. Waadt, Wallis, Genf und Neuenburg schreiben in einer Mitteilung, die Rentabilität der Betriebe und die Nachhaltigkeit der Schweizer Weinberge seien gefährdet. Der Bund solle helfen, den Marktanteil der Schweizer Weine zu erhöhen.

Mit anderen Worten: Die Schweizer und Schweizerinnen sollen gefälligst mehr Schweizer Wein trinken, damit der Schweizer Markt sich erholt. Doch wie sieht dieser Markt eigentlich aus? Mein Kollege Olivier Pauchard hat eine Übersicht erstellt.

Auto
Keystone / Laurent Gillieron

Auktion statt Strafe: Die Schweiz hat 25 beschlagnahmte Luxusautos des Präsidentensohns von Äquatorialguinea versteigert. Der Erlös von 23,4 Millionen Franken fliesst in Hilfsprojekte. Mit diesem Deal entgeht der reiche Sprössling einer Strafe.

Was ist passiert? Der Sohn des Präsidenten von Äquatorialguinea, Teodorin Obiang, reiste mit vielen Luxusautos in die Schweiz. Die Genfer Staatsanwaltschaft eröffnete daraufhin ein Verfahren wegen Geldwäsche.

Die Familie Obiang regiert Äquatorialguinea seit 1979 mit eiserner Hand. Während eine Elite verschwenderisch lebt, ist der Rest der Bevölkerung arm. Laut Transparency International ist Äquatorialguinea eines der korruptesten Länder der Welt. Mehrere Staaten haben gegen die Familie Obiang Verfahren wegen Geldwäsche eröffnet.

In der Schweiz einigte sich Teodorin Obiang mit den Genfer Justizbehörden auf einen Deal: Dank der Auktion entgeht er einer Strafe. Diese Deals sind in der Schweiz umstritten.

Soldat
Keystone / Niman Armendi

Der Kosovo-Krieg ist für mich eine vage Kindheitserinnerung. Ein klareres Bild habe ich hingegen von SwisscoyExterner Link, den Schweizer Truppen der friedensfördernden Militärmission in Kosovo. In meiner Altersgruppe wollten nämlich viele für ein halbes Jahr zur Swisscoy. Nach 20 Jahren steht nun eine mögliche Abschaffung zur Debatte.

Ein schon lang gärender Konflikt zwischen Albanern und Serben in Kosovo eskalierte 1998 zu einem Krieg. Dabei kam es zu Gewalt gegen die Zivilbevölkerung; insbesondere den Serben werden Massaker, Vergewaltigungen und Erschiessungen vorgeworfen. 1999 griff die NATO mit Luftangriffen ein und beendete den Kosovo-Krieg.

Im Jahr 1999 entschied der Bundesrat, dass die Schweiz sich an der militärischen Friedensmission KFOR beteiligt. Rund 8500 Schweizerinnen und Schweizer haben in den letzten 20 Jahren in Kosovo einen friedensfördernden Einsatz geleistet.

Viele Länder haben ihre Truppen inzwischen aus dem Kosovo abgezogen. Ist die Swisscoy heute noch nötig? Bis Ende Jahr muss Verteidigungsministerin Viola Amherd dem Bundesrat einen Vorschlag machen, ob die Schweiz ihr Mandat nach 2020 verlängern soll. Der Entscheid liegt beim Parlament.

Lobbyismus im Bundeshaus ist in der Schweiz regelmässig ein Thema. Eine neue Untersuchung zeigt nun, wie viel Parlamentarier und Parlamentarierinnen zusätzlich mit Mandaten verdienen.

Externer Inhalt

Schweizer Parlamentarier verdienen rund 130’000 bis 150’000 Franken pro Jahr. Das Schweizer Parlament ist ein Milizparlament; unsere Parlamentarier sind quasi «Teilzeit-Politiker». Die meisten gehen noch einer zweiten beruflichen Tätigkeit nach.

Das kann lukrativ sein: Laut einer Studie verdienen Ständeräte im Schnitt 110’000 Franken zusätzlich mit Mandaten, Nationalräte durchschnittlich 30’000 Franken. Das Geld an und für sich ist dabei allerdings nicht das Hauptproblem.

Kritiker befürchten, dass Parlamentarier wegen den Mandaten nicht mehr unabhängig politisieren können. Mit Entschädigungen entstünden Abhängigkeiten. In der Schweiz gibt es keine Kontrolle darüber, ob Parlamentarier alle ihre Interessenbindungen offenlegen.

Menschengruppe
Michael Smith, Facebook-Gruppe «Swiss Drinks NYC»

Sind Facebook-Gruppen die neuen Auslandschweizer-Clubs? Oder wie vernetzen Sie sich mit Gleichgesinnten? Eine kleine Spurensuche.

In den vergangenen Wochen haben wir Ihnen ein paar Schweizer-Clubs vorgestellt. Viele davon haben auch eine eigene Facebook-Seite. Es gibt aber auch Seiten oder Gruppen auf Facebook, die so betrachtet keinen offiziellen Hintergrund haben. Sie entsprechen viel eher einer Zeit, in der Bindungen loser und Austausch zielgerichteter sind.

Eine solche Gruppe ist «Swiss Drinks NYC», aus der das Teaserbild stammt. Sie verbindet ideal On- und Offline-Vernetzung. Einmal monatlich treffen sich Interessierte zum Austausch und «Plausch» in einem immer wieder neu festgelegten Lokal. Daneben dient die Facebook-Gruppe als Kommunikationsdrehscheibe und als Marktplatz von Wohnungen bis Stromstecker-Adapter.

Uns interessiert es nun, wie Sie sich vernetzen und austauschen. Unten finden Sie zwei Möglichkeiten, wie Sie sich einbringen können. Sie dürfen aber gerne auch meinem Kollegen Philipp Meier eine Mail schicken.

swissinfo.ch

Am 20. Oktober wählen die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ihr neues Parlament. Nicht nur etablierte Parteien, sondern auch Einzelkämpfer, Nischen- und Juxparteien kandidieren für den Nationalrat.

In der Schweiz kostet es kein Geld, sich mit einer Liste für den Wahlkampf zu registrieren. Man braucht bloss eine gewisse Anzahl Unterschriften, abhängig von der Einwohnerzahl. Je nach Kanton sind das bloss 100 Unterschriften.

Deswegen finden sich in praktisch allen Kantonen «exotische» Kandidaten und Kandidatinnen. Seien es Einzelkämpfer, Ein-Themen-Listen oder Jux-Parteien. Zum Beispiel fordert eine zweiköpfige Hanfpartei freien Zugang zu Cannabis, eine andere Liste einen Stopp der 5G-Technologie. Die Partei «Die Guten» fordert, dass die Jugendarbeitslosigkeit auf 80% erhöht werde, um freie Arbeitsplätze für über 50-Jährige zu generieren.

Satire-Parteien sind nicht chancenlos: Eine von einem deutschen Satire-Magazin gegründete Partei schaffte es ins EU-Parlament. In den meisten Kantonen brauchen Listen für den Sprung in den Nationalrat über zehn Prozent der Stimmen, was selbst bekanntere Kleinparteien wie die Piratenpartei oder die Alternative Liste nicht erreichen.

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