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Kuh und Mann am Berg

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Geld regiert die Welt und dominiert heute mein Briefing: viel Geld ohne Leistung – jeder zweite Vermögensfranken ist geerbt. Lohnplus dank Bestnoten – umstrittene Angestellten-Beurteilung beim Bund. Kein Lohn beim zweitgrössten Zirkus der Schweiz. Altersrente für Milchkühe.

Viel Spass bei der Lektüre und herzliche Grüsse aus Bern!

Demonstranten
Gelbwesten protestieren unter anderem gegen die wachsende soziale Ungleichheit in Frankreich. Auf diesem Transparent steht: «Die Hölle der Armen macht das Paradies der Reichen.» Keystone / Guillaume Horcajuelo

Wer hart arbeitet, soll dafür belohnt werden. Aber in der Schweiz kommen immer mehr Menschen in den Genuss von grossen Vermögen, obwohl sie nichts dafür tun. Der Grund: Sie sind die Erben wohlhabender Leute.

63 Milliarden Franken wurden 2015 in der Schweiz vererbt; laut einer neuen Schätzung werden es 2020 rund 95 Milliarden sein. Die Erbschaften haben sich in den letzten zwanzig Jahren mehr als verdoppelt.

Aber diese riesigen Beträge werden kaum besteuert. Die Kantone haben ihre Erbschafts- und Schenkungssteuern in den letzten dreissig Jahren gesenkt und für direkte Nachkommen weitgehend abgeschafft.

Während die Besteuerung der Arbeitseinkommen wie eine Strafe für Fleiss wirkt, würde mit der Erbschaftssteuer zur Kasse gebeten, wer nichts für den Geldsegen getan hat. Aber: Soll der Fiskus beim Geld, das die Erblasser bereits versteuert haben, nochmals hinlangen, wenn es in die Hände der Erben gelangt?

  • Die neue Studie über die Entwicklung der Erbschaften in der Schweiz seit 1911 finden Sie hierExterner Link.
  • «Ist Erben ungerecht?», fragt meine Kollegin Sibilla Bondolfi in ihrem Artikel aus der swissinfo.ch-Serie über soziale Ungleichheit in der Schweiz.
  • Eine Erbschaftssteuer habe den Vorteil, dass sie «kaum leistungshemmend – allenfalls sogar leistungssteigernd» sei, schreibt Professor Brülhart von der Universität Lausanne in seinem Gastkommentar in der NZZExterner Link.
© Keystone / Gaetan Bally

Die Abkürzung MAG steht für «Mitarbeitenden Gespräch«. Manche Mitarbeiter nennen das Gespräch, das der Vorgesetzte mit all seinen Untergebenen zur Beurteilung der Leistung führt, scherzhaft: «Er MAG mich» oder «Er MAG mich nicht».  


Ob die Vorgesetzten beim Bund ihre Mitarbeitenden mögen oder ob Letztere wirklich so gut arbeiten, ist umstritten. Tatsache ist, dass die Chefs ihren Untergebenen beim MAG so gute Noten geben, dass diese mit Lohnerhöhungen oder Prämien belohnt werden müssen.

Laut Recherchen eines Tamedia-Journalisten verlassen 96 Prozent der Bundesangestellten das Sitzungszimmer nach einem MAG mit der Note «Sehr gut» oder «Gut».  Qualifikationen, die automatisch zu einem Lohnplus führten.

Die Beurteilungen (oder Sympathien) fallen nicht in allen Departementen gleich gut aus. Auffällig sei, dass im Aussendepartement doppelt so viele Bestnoten verteilt würden wie im Wirtschaftsdepartement.  

  • Wie Parlamentarier dem System «wild wuchernder Zuschläge» zu Leibe rücken wollen, erfahren Sie in Medien der Tamedia-GruppeExterner Link. (Paywall)
  • Das lohnrelevante Bewertungssystem des Bundes sei «Verschwendung von Steuergeldern», kritisiert der Bund der Steuerzahler gegenüber 20min.chExterner Link.
  • Wie umstritten die Mitarbeitenden-Gespräche grundsätzlich sind, zeigte sich jüngst am Beispiel der MAG für Staatsangestellte im Kanton Basel-Landschaft, wie dem Bericht der Basler ZeitungExterner Link zu entnehmen ist.
Keystone

Weder Lohnerhöhung noch Boni erhalten derzeit Artisten des Circus Royal. Schlimmer noch: Manche von ihnen wurden laut Medienberichten nur teilweise oder überhaupt nicht bezahlt. Jetzt habe sich der Direktor aus dem Staub gemacht.

Der Circus Royal verhält sich wenig königlich, will man den Berichten von Ostschweizer Medien Glauben schenken. Mehrere Artisten hätten für ihre harte Arbeit während der jüngsten Spielzeit ihren «meist bescheidenen» Lohn nicht erhalten.

Die Angestellten erzählen über Ausbeutung von Arbeitskräften, von Misswirtschaft und Überforderung der Zirkusdirektion. Und nun habe der Kapitän das sinkende Schiff verlassen. Steht der zweitgrösste Schweizer Zirkus vor dem Aus?

  • Der Direktor habe auch seine Tiere vernachlässigt und Arbeiter illegal beschäftigt, berichten CH-Media-ZeitungenExterner Link. (Paywall)
  • Im letzten Jahr feierte der Circus Royal sein 55-jähriges Bestehen. Bei TelebaselExterner Link sehen Sie einen kurzen Ausschnitt aus dem Jubiläumsprogramm.
  • Das traditionsreiche Unternehmen hat seit längerer Zeit finanzielle Probleme. Ein Crowdfunding zur Rettung des Kreuzlinger Zirkus hat sich laut BlickExterner Link nicht bezahlt gemacht. (Paywall)
  • Noch nie sei es so schwierig gewesen, einen Zirkus in der Schweiz wirtschaftlich erfolgreich zu führen, beklagte sich der Zirkusdirektor Ende Oktober gegenüber Ostschweizer MedienExterner Link. (Paywall)
Kuh und Mann am Berg
Beim Alpaufstieg muss manchmal etwas nachgeholfen werden. Keystone

Sie sollen länger leben, anstatt wie heute nach sechs Lebensjahren das Zeitliche zu segnen: Dafür plant der Bund eine Altersrente für Kühe. Weil alte Kühe deutlich weniger Methan ausstossen als junge, würde auch die Umwelt profitieren.


Was Tierschützer seit Jahrzehnten fordern, ist nun auch beim Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) auf offene Ohren gestossen. Anstatt auf Höchstleistungen getrimmt zu werden, soll die Schweizer Kuh wieder robuster werden, mehr Gras statt Kraftfutter fressen, weniger Antibiotika brauchen und: Sie soll länger leben.

Das BLW wolle die Bauern in Zukunft belohnen, wenn diese ihre Kühe ein bis zwei Jahre später zum Metzger brächten, hat die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) recherchiert. Die Behörde hat nicht plötzlich mehr Herz für Tiere, sondern denkt primär ans klimaschädliche Gas.

Natürlicherweise könnte eine Kuh 20 bis 30 Jahre alt werden. Die meisten Milchkühe werden aber nach sechs Jahren auf die Schlachtbank geführt, weil sie weniger fruchtbar geworden sind und ihre Milchleistung gesunken ist.

  • Die Hintergrundgeschichte über die geplante «Überbrückungsrente für alte Kühe» finden Sie in der NZZExterner Link. (Paywall)
  • Der Vater der Hornkuh-Initiative fordere vom Bund erneut «ganze Kühe», berichtet die Nachrichten-Plattform nau.chExterner Link.
  • Ein Porträt des hartnäckigen Bauern, der für die Würde der Kühe kämpft, hat meine Kollegin Sibilla Bondolfi gemacht.

🎄 ADVENTSKALENDER 🎄 
Hier stellen wir Ihnen im Advent jeden Tag eine kulinarische Spezialität aus einem anderen Kanton vor. Ein Stück Heimat – egal, wo Sie gerade sind.
Am Montag gibt es hier sogar zwei Rezepte:🍰🍲 

  • Das Rezept für die Zuger Kirschtorte finden Sie hier
  • Das Rezept für die Papet vaudois finden Sie hier.

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