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Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer

Was wusste Villiger? Das ist das grosse Thema, welches das Land beschäftigt. Gemäss Dokumenten soll der Alt-Bundesrat gewusst haben, dass eine Firma in Zug manipulierte Chiffriergeräte verkaufte.

Herzliche Grüsse aus Bern

*Autor Kaspar Villiger war von 1989 bis 2003 Bundesrat, zuerst Verteidigungs- dann Finanzminister. Von 2009 bis 2012 war er Präsident des Verwaltungsrats der Schweizer Grossbank UBS. In den letzten Jahren trat er als Buchautor zu Fragen der Demokratie und Wirtschaft in Erscheinung. © Keystone / Urs Flueeler

Wir schreiben Tag drei in der Affäre um die «Crypto-Leaks». Auch heute brachte keine Schweizer Zeitung ihre Frontseite ohne den Verschlüsselungs-Skandal. In der Karikatur des Tages-Anzeigers teilt Helvetia mit einem CIA-Sunnyboy das Bett.

Wie viel wusste Alt-Bundesrat Kaspar Villiger? Dokumente der CIA, die einigen Schweizer Medien vorliegen, scheinen darauf hinzuweisen, dass es eine Menge war. So soll er die Zuger Crypto AG, die Verschlüsselungsgeräte in alle Welt verkaufte, in einem Gespräch als «that CIA company» (diese CIA-Firma) bezeichnet haben.

Die Sendung «Rundschau» von Fernsehen SRF zitierte weiter aus einem CIA-Bericht, dass der damalige Bundesrat «weggeschaut und geschwiegen» habe. Villiger widerspricht vehement und erklärt: Er hätte «Handlangerdienste» für Drittstaaten, die den Ruf der Schweiz als verlässlich neutrales Land beschädigen könnten, niemals gedeckt.

Womit wir beim zentralen Stichwort wären, über das gegenwärtig diskutiert wird: die Neutralität – Herzstück der Schweizer Identität und der Schweizer Politik. Zwar sei die Schweiz nicht für das Handeln von Privatfirmen auf ihrem Territorium verantwortlich. Sollte der Bund oder der Geheimdienst aber informiert gewesen sein, sähe die Sache anders aus, sagt der Historiker Georg Kreis im Tagi.

sda-ats

Von der einen Affäre zur nächsten. Wegen der Beschattung von Spitzenmanagern muss Credit-Suisse-Boss Tidjane Thiam den Hut nehmen. Zum Abgang konnte er an seinem vorletzten Tag noch einen Erfolg feiern.

Nun ist klar, warum der scheidende Chef unbedingt noch bei der Präsentation der Jahreszahlen dabei sein wollte: Thiam konnte heute nämlich einen deutlich höheren Jahresgewinn der Grossbank Credit Suisse vermelden.

Fünf Jahre leitete Thiam die CS, die zweitgrösste Bank der Schweiz. Mit den guten Jahreszahlen sei dem Manager ein starker Abgang gelungen, schreibt die Neue Zürcher Zeitung.

Gestolpert war Thiam über eine Beschattungs-Affäre. Auch wenn er gemäss eigener Aussage nichts davon gewusst hatte, übernahm er mit seinem Abgang schliesslich die Verantwortung für die Überwachung von Topkadern durch ein Detektivbüro.

Ein Junge sitzt auf einem Torbogen aus Stein, im Hintergrund stehen Häuser.
Blick in eine unsichere Zukunft: Ein Junge vor historischen Gebäuden der von Huthi-Rebellen kontrollierten Altstadt von Sana’a im November 2019. Keystone / Yahya Arhab

Zwischen Friedensbemühungen und wirtschaftlichen Interessen. In diesem Zwiespalt steht die Schweiz gegenüber Jemen, einem Land, in dem seit Jahren ein blutiger Bürgerkrieg tobt.

Im März jährt sich die internationale Militärintervention in Jemen zum fünften Mal. Aus diesem Anlass haben sich meine Kolleginnen Kathrin Ammann und Sibilla Bondolfi etwas eingehender mit diesem Land beschäftigt. Experten sind der Meinung, die Schweiz als neutrales Land – falls nicht anders behauptet (siehe oben) – könnte zu einer friedlichen Lösung beitragen.

Die Neutralität der Schweiz wird allerdings nicht nur im Zusammenhang mit den «Crypto-Leaks» in Zweifel gezogen. So setzte die saudi-arabische Armee Schweizer Kriegsmaterial in Jemen ein. Und der Schweizer Bundespräsident reiste vergleichsweise kurz nach dem Mord am Journalisten Jamal Khashoggi durch die Saudis nach Riad.

Trotz allem scheint die Schweiz aber eine gute Ausgangslage in der Region zu haben, um als Vermittlerin bei Friedensbemühungen zu agieren, schätzen Expertinnen im Artikel von Kathrin. Denn neben der Neutralität spiele auch die humanitäre Tradition des Landes eine wichtige Rolle.

Familie
Aargauer Zeitung / zVg

Zum Schluss habe ich noch ein Auslandschweizer-Porträt für Sie gefunden, und zwar in der Aargauer Zeitung. Ein Schweizer baut in Thailand seinen Alterswohnsitz.

Eigentlich hätte er die Produktion einer Zinngiesserei in Thailand neu aufbauen sollen. Doch dies stellte sich als schwieriger heraus, als gedacht. Das Projekt misslang, die Giesserei musste dichtmachen.

Für den Schweizer Thomas Luescher allerdings wurde das berufliche Unglück zum persönlichen Glücksfall, auch wenn er noch einen Umweg über eine weitere Firmenpleite nehmen musste. «Nach der zweiten Pleite sagte ich mir: Wer nichts wird, wird Wirt. Also habe ich in Bangkok eine Gastwirtschaft aufgebaut», erzählt er in der AZ.

Die Beiz lief gut. Bald schon gründete Luescher ein weiteres Unternehmen, das er später verkaufen konnte. Es folgten die Heirat und die Geburt einer Tochter. Nun ist Luescher daran, für seine Familie ein Refugium auf dem Land zu bauen. Denn in der Grossstadt will er seine Tochter nicht aufziehen.

Rose mit Herz
Fast überall auf der Welt wird heute der Tag der Liebe gefeiert. Keystone

Morgen ist Valentinstag. Rund um den Globus werden Rosen und vielleicht auch das eine oder andere Herz verschenkt. 

Für die einen ist es ein wichtiger Tag im Jahr, für die anderen reine Geldmacherei: der Valentinstag. Auch von Land zu Land ist der Stellenwert des Valentinstags unterschiedlich.

Auf den Philippinen scheint er ein grosses Ereignis zu sein. Das würde zumindest den Wettbewerb der Schweizer Botschaft in Manila erklären. Zu gewinnen gibt es ein Valentinstag-Dinner in einem Schweizer Restaurant in der philippinischen Hauptstadt.

Die Teilnehmenden sollen in den Kommentaren zum Facebook-Post Externer Linkschreiben, welche Schweizer Spezialität sie denn essen möchten, falls sie das Tête-à-Tête gewinnen, und natürlich mit wem.

Was essen Sie am Valentinstag und mit wem? SWI swissinfo.ch möchte wissen, wie wichtig Ihnen der Valentinstag ist. Und wie wird er in Ihrem Aufenthaltsland zelebriert? Schreiben Sie uns.

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