Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Stress gibt es derzeit nicht nur in Spitälern, sondern auch bei "Homeworkern". Plötzlich sind sie zuhause nicht mehr "nur" Eltern, sondern auch noch Berufstätige und Lehrer. Nicht alle kommen damit zurecht.
Herzliche Grüsse aus Bern.
Die Sonne lacht, immer mehr Pflanzen blühen. Aber statt Ausflüge zu machen oder Fussball zu spielen, heisst es zuhause bleiben. Das gilt auch für die Kinder. Für sie – und ihre Eltern – ist der «Hausarrest» besonders hart.
«Meine siebenjährige Tochter möchte unbedingt mit ihren Freunden draussen spielen gehen», schreibt mein Kollege Andrea Tognina. Dass sie von den Eltern keine Erlaubnis dafür erhält, kommt nicht gut an. Die Tochter schliesst sich in ihrem Zimmer ein, nicht ohne vorher die Tür zuzuknallen.
Konflikte, wie dieser, sind derzeit in den meisten Familien kaum zu vermeiden. Wie sollen Eltern damit umgehen? Marina Frigerio hat sich als Therapeutin mit «versteckten Kindern» von illegal in der Schweiz lebenden Immigranten beschäftigt. Man könne an die natürliche Solidarität der Kinder appellieren, sagt sie.
- Das Interview mit der erfahrenen Kinderpsychologin finden Sie bei uns.
- Wenn der Corona-Stress eskaliert, sind Kinder im Ernstfall noch stärker ausgeliefert, titelt die Neue Zürcher ZeitungExterner Link.
- Ein Opfer häuslicher Gewalt berichtet gegenüber Nau.chExterner Link.
Sollen – wie im Tessin – Industriefirmen in der ganzen Schweiz geschlossen werden, um den Schutz der Arbeitnehmenden sicherzustellen? In dieser Frage sind sich nicht nur der Bund und der Kanton Tessin uneinig, sondern auch die Sozialpartner.
In der Krise, wenn Menschen existenzielle Ängste hätten, würden sie Ungleichheit noch viel stärker empfinden, sagt Pierre-Yves Maillard: «Es sind nicht die Spitzenverdiener, sondern die Pflegerinnen, die Verkäuferinnen und die Buschauffeure, die sich exponieren.»
Deshalb fordert der oberste Gewerkschafter zeitlich und räumlich befristete Sonderregelungen für Kantone.
- Das Interview mit dem Chef des Schweizerischen Gewerkschaftsbund, Pierre-Yves Maillard finden Sie im BlickExterner Link.
- «Der Bundesrat wird nicht darum herumkommen, den Kantonen etwas mehr Autonomie bei der Bekämpfung der Krise einzuräumen. Und das ist auch gut so.», kommentiert die Neue Zürcher ZeitungExterner Link.
- Arbeitgeberpräsident Valentin Vogt wehrt sich gegen einen Shutdown. Im BlickExterner Link warnte er vor unabsehbaren Folgen für die Versorgung des Landes.
Mehr
In der Schweiz ist das Tragen von Hygienemasken in der aktuellen Corona-Krise ein umstrittenes Thema. Die Auslandschweizer-Community berichtete uns, wie es in ihrer Wahlheimat aussieht.
Immer wieder sind wir überrascht, wo Sie, liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, leben. Es freut uns, Sie zu unseren Leserinnen und Lesern zählen zu dürfen. Auf unseren Aufruf «Muss die Bevölkerung in Ihrer Wahlheimat Schutzmasken tragen? Und hält sie sich daran?» haben Sie sich zahlreich gemeldet.
Wir haben Berichte aus Neukaledonien, Panama, Saudi-Arabien, Thailand oder Spanien erhalten. Rund um den Globus wird anders mit der Ausbreitung des Coronavirus umgegangen. Meine Kollegin Melanie Eichenberger hat Ihre Berichte in einem Artikel zusammengefasst.
- Sie finden den Text hier: swissinfo.ch
- Wie mit den Schutzmasken in der Schweiz umgegangen wird, können Sie hier lesen.
Leider sorgt Ihre alte Heimat nicht immer für positive Schlagzeilen. In Kritik gerät das Land derzeit, weil es laut einer neuen Studie vom Geld der Entwicklungsbanken profitiert, das armen Ländern zu gut kommen sollte.
Wenn die Weltbank Gelder zur Verfügung stellt, um die Wirtschaft in einem bestimmten Entwicklungs- oder Schwellenland anzukurbeln, steigen plötzlich die Bankkonten-Guthaben von reichen Bürgern dieses Landes in Offshore-Zentren. Insbesondere in der Schweiz.
Eine Studie der Weltbank kommt zum Ergebnis, dass 7,5% der von ihr ausgezahlten Entwicklungsgelder via Korruption in den Empfängerländern auf Bankkonten in Steueroasen landen. Die Schweiz sei dabei die wichtigste Destination.
Und nicht nur das: Auch Schweizer Firmen verdienten direkt vom Geld der Entwicklungsbanken. Nämlich von Aufträgen, welche von der Bank in den Empfängerstaaten finanziert würden. Das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco relativiert, bestätigt aber, dass Korruption ein Problem sei.
- Mehr über die Rolle der Schweiz in multilateralen Entwicklungsbanken erfahren Sie im Artikel meiner Kollegin Sibilla Bondolfi.
- HierExterner Link geht es zur erwähnten Studie der Weltbank.
- Sollen private Unternehmen verstärkt in Entwicklungsprojekte einbezogen werden? Was die Hilfsorganisation HelvetasExterner Link dazu sagt, finden Sie hier.
Und zum Schluss noch eine Frage aus der Community:
Mehr
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards