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Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweiz im Ausland

In der Schweiz leben sehr viele Menschen auf grossem Fuss. Aber es gibt auch viele, die kaum über die Runde kommen. Die Coronakrise erhöht die soziale Ungleichheit.

Herzliche Grüsse aus Bern

Caritas Laden mit Mitarbeiterinnen
Freiwillige Mitarbeiterinnen sortieren Lebensmittel und Hygieneartikel in der Lausanner Zentrale der Caritas-Läden für sozial Schwächere. Die günstigen Einkaufsmöglichkeiten entlasten ihr Budget. Salvatore Di Nolfi/Keystone

Dutzende Milliarden Franken steckt der Bund in die Schadensbegrenzung der Coronakrise. Trotzdem fallen Menschen auch hierzulande durch die Netze: Alleinerziehende, Verschuldete, Rentner ohne Vermögen, Randständige.

Schon vor der Coronakrise hat eine von zehn Personen in der Schweiz erweiterte Sozialhilfe bezogen. Der Lockdown hat zu einem sprunghaften Anstieg der Gesuche geführt. «Die Krise verschärft das Problem der sozialen Ungleichheit in der Schweiz», sagt der Sozialforscher Oliver Nachtwey.

Soziale Ungleichheit könne zur Gefahr für die Demokratie werden. Dann nämlich, wenn die wirtschaftlich Abgehängten sich auch sonst abkoppeln und die «gemeinsame Sache», die Republik, nicht mehr als ihr Ding anschauten.

  • Weshalb Expertinnen und Experten infolge sozialer Ungleichheit die Demokratie in Gefahr sehen, erfahren Sie im Artikel meines Kollegen Renat Künzi.
  • Auch Auslandschweizern steht das Wasser am Hals, wie der Beitrag von swissinfo.ch zeigt.  
  • Zuerst verlieren Vermögende viel Geld an den Börsen. Doch unter dem Strich sind es die unteren Schichten, die wegen des Coronavirus leiden. Mehr zu dieser Analyse erfahren Sie bei Nau.chExterner Link.
  • Erbschaften setzen soziale Ungleichheit in der nächsten Generation fort. Weshalb zeigt der Artikel meiner Kollegin Sibilla Bondolfi.
Keystone / Alessandro Crinari

Hobby-Skifahrer trugen bis vor wenigen Jahren keinen Helm. Heute ist die Ausnahme, wer ohne Kopfschutz die Pisten hinunterfährt. Auch Schutzmasken könnten hierzulande zur Alltags-Bekleidung werden.

Noch tragen im öffentlichen Raum wenige Menschen eine Schutzmaske. Ab Montag könnte sich dies ändern. In den Coiffeur-Salons, die wieder öffnen, ist die Maske Pflicht. Aber noch wissen die wenigsten, wie richtig damit umgehen.

Muss man die Schutzmaske nach einmaligem Gebrauch entsorgen? Befinden sich Viren darauf? Ein Physiker der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt EMPA tüftelt an einer Maske, die bei Kontakt mit Viren rot wird.

René Rossi gehört der wissenschaftlichen Corona-Taskforce des Bundes an. Gemeinsam mit anderen Forschungsinstitutionen im Land beraten er und seinen Kollegen den Bundesrat in Masken-Fragen.

  • «Zahlreiche Spitäler baten uns um Rat, wie man Masken bei Engpässen wiederverwenden kann», erzählt der EMPA-Physiker der Zeitung Blick.
  • Die Mitteilung der Corona-Taskforce des Bundes finden Sie hierExterner Link.
  • Die Zürcher Apotheker sind sauer auf den Bundesrat, weil dieser Schutzmasken nur über die Grossverteiler verkaufen will, berichtet der Tages-AnzeigerExterner Link. (Paywall)

Keystone / Salvatore Di Nolfi

Mit einem Rückflug aus Indien von morgen Samstag und einem aus Afrika nächste Woche endet die grösste Rückholaktion in der Geschichte der Schweiz. Fast 7000 blockierte Reisende aus dem Ausland wurden in den letzten Wochen in die Schweiz zurückgeholt.

35 Rückflüge aus allen Teilen der Welt haben das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und die Fluggesellschaften Swiss, Edelweiss und Helvetic seit dem 22. März organisiert. Zehn Millionen Franken kostet die Aktion.

Unter den 7000 Passagieren sind fast 4000 Schweizer Staatsangehörige. Die übrigen rund 3000 Personen stammen aus anderen Ländern, zu zwei Dritteln europäischen. Jeder dritte dieser ausländischen Passagiere hat Wohnsitz in der Schweiz.

Umgekehrt profitierten Schweizerinnen und Schweizer von Transportmöglichkeiten ausländischer Fluggesellschaftenn. Mehr als 1500 Schweizer Bürgerinnen und Bürger konnten dank Repatriierungsflügen anderer Staaten heimkehren.

  • Die Mitteilung des EDA zur Rückholaktion finden Sie hierExterner Link.
  • Aus Thailand sind in den letzten Wochen viele Schweizer heimgekehrt. Einige wurden im sonst so gastfreundlichen Land beschimpft, weil sie keine Masken trugen, berichtet meine Kollegin Emilie Ridard.
  • Wann und wie man wieder ins Flugzeug steigen könnte, darüber mutmasst der Tages-AnzeigerExterner Link. (Paywall)

(c) Copyright 2020, Dpa (www.dpa.de). Alle Rechte Vorbehalten

Die Umwelt profitiert von der Pandemie, aber nicht die Umweltpolitik. Die stärkste Waffe der Klimajugend, der Protest auf den Strassen, ist verboten. Und mit Hilfe des Virus wollen Politiker nun auch Klimaabgaben stoppen.

Nach zähen Verhandlungen schien das neue CO2-Gesetz kurz vor Beginn der Corona-Krise auf der Zielgeraden. Auf dem Schlitten war auch die Flugticket-Abgabe. Aber die Grünen haben die Rechnung ohne Corona gemacht.

Weil die Flugzeuge in der Schweiz wie in allen Ländern derzeit am Boden stehen, soll ihnen mit Steuermilliarden unter die Flügel gegriffen werden. Ein Widerspruch zur Flugticketabgabe?

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Debatte
Gastgeber/Gastgeberin Melanie Eichenberger

Leben Sie an einem exotischen Ort, wo kaum andere Schweizerinnen und Schweizer leben?

Nur in fünf Nationen leben zurzeit keine Auslandschweizer:innen – zumindest offiziell. Sind Sie auch die oder der einzige Auslanschweizer in Ihrer Region? Erzählen Sie es uns.

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Insel und Riff
Keystone / Katsumi Kasahara

Zu Zeiten von Corona interessieren sich die Medien vermehrt für die Auslandschweizer-Community. Diese Woche konnte man etwa vom einzigen Schweizer in Mikronesien lesen. Fredy Gull lebt seit 2001 auf Yap, arbeitet für ein Hotel und braut dort Bier.

Er hat mit watson.ch gesprochen. Das Portal hat ihn vor rund 18 Monaten schon einmal portraitiert. Der gebürtige Zürcher fühlt sich auf den Föderierten Staaten von Mikronesien sicher, gehören sie doch zu den wenigen Ländern, in denen sich das Coronavirus noch nicht bemerkbar gemacht hat.

Der als Bierbrauer tätige Schweizer erzählt über die momentane Situation und dass für ihn momentan «jeder Tag wie ein Sonntag ist». Die Schulen seien geschlossen, das Hotel, indem er arbeitet sei ebenfalls zu.

Trotz fehlendem Einkommen komme er über die Runden. «Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass das Virus hier nicht rumlungert«, sagt er. Und auch vor Lebensmittelknappheit fürchte er sich nicht. Einmal pro Monat komme ein Schiff mit Lebensmitteln. «Ich glaube nicht, dass wir einmal hungern müssten.»

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