Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
55% der Stimmberechtigten in Moutier sagen Ja zum Kantonswechsel. Ist der Entscheid das Ende der Jurafrage? Beobachter sind sich uneins.
Herzliche Grüsse
Aus Moutier BE wird Moutier JU.
Adieu, Kanton Bern: Das bernjurassische Städtchen Moutier will lieber die zweitgrösste Stadt im Kanton Jura werden, statt eine unbedeutende Kleinstadt im Kanton Bern zu bleiben. Das lokale Stimmvolk hat sich am Sonntag mit 55% für den Kantonswechsel entschieden.
Ist damit die so genannte Jurafrage gelöst? Darüber streiten sich jetzt die Geister und die Politanalysten. Zudem wird nach der als ungültig erklärten Abstimmung von 2017 auch der neuste Entscheid von Moutier – also die Wiederholung jener Abstimmung – noch vor Gericht verhandelt werden.
Dass es in der Schweiz überhaupt möglich ist, dass eine Gemeinde den Kanton wechselt oder ein gänzlich neuer Kanton entstehen kann (1979 der Kanton Jura), sei der spezifischen Architektur der Schweizer Demokratie zu verdanken, schreibt unser Gastautor Andreas Gross in seinem internationalen Vergleich.
- Die Abstimmung ging unter grösstmöglichen Sicherheitsvorkehrungen über die Bühne. Warum das nötig war, erklärt der BlickExterner Link.
- Das letzte Kapitel in der Jurafrage sei noch nicht geschrieben, analysiert SRF NewsExterner Link.
- Wie haben die Berntreuen auf das Resultat reagiert? Watson.ch hörte sich umExterner Link und fasst einige Reaktionen zusammen.
- Warum es überhaupt gelang, dass sich der Kanton Jura Ende der 1970er-Jahre vom Kanton Bern lossagen konnte, beschreibt unser Gastautor, der Demokratie- und Juraspezialist Andreas Gross.
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Darf ein Stopp der Entwicklungshilfe als Sanktion eingesetzt werden?
Der Militärputsch in Myanmar ist nur das jüngste Beispiel. Vielerorts auf der Welt werden die Menschenrechte mit Füssen getreten. Auch in Ländern, in denen sich die Schweiz mit Hilfe vor Ort engagiert.
Da stellt sich die Frage: Kann ein Aussetzen der Entwicklungshilfe ein Land zur Vernunft bringen? Oder vergrössert man damit nur das Leid der Zivilbevölkerung? Über die Wirkung solcher Massnahmen sind sich die europäischen Länder uneins, wie meine Kollegin Sibilla Bondolfi schreibt.
In der Schweiz gibt es keine gesetzliche Grundlage für ein Verhalten nach Staatsstreichen, bei Menschenrechts-Verletzungen oder unkooperativem Verhalten. Der Bundesrat entscheidet situativ. Bei einem Fall wie Myanmar sei die Situation klar, aber in Ländern, wo es schleichende Verschiebungen hin zu einem autoritären Regime gebe, sei das viel schwieriger, zitiert Sibilla einen Experten.
- In ihrem Artikel erwähnt Sibilla einige Beispiele und zieht einen internationalen Vergleich.
- Tages-Anzeiger: «Schweiz stoppt Entwicklungshilfe in Burma»Externer Link (Paywall).
- Deutschland streicht Myanmar von der Liste der direkt geförderten Länder, wie die Deutsche Welle berichtetExterner Link.
- Das Thema wird seit Jahren immer wieder diskutiert, wie dieser Artikel des Netzwerks EuractivExterner Link zeigt.
- Das Eidgenössische Aussendepartement zieht dieses Jahr seine Hilfe aus Lateinamerika ab. Was die Neufokussierung der Schweizer Entwicklungshilfe für die begonnenen Projekte bedeutet, beschrieben Belén Couceiro und Sibilla im September 2020.
Warum sollte uns die Entlassung einer Expertin bei Google interessieren?
Sie nutzen Google sicher auch oft. Es ist nach wie vor die schnellste Suchmaschine im Netz. Hinter der Suche steckt eine Textsoftware mit Künstlicher Intelligenz. Diese analysiert riesige Textberge, um immer schneller präzisere und relevantere Suchergebnisse zu liefern.
Nun warnte die Vize-Chefin der Google-Arbeitsgruppe über Ethik in der Künstlichen Intelligenz davor, dass zur Analyse vorwiegend Texte aus der westlichen Welt herbeigezogen würden. Diese geografische Verzerrung berge unter anderem das Risiko, dass rassistische, sexistische und beleidigende Sprache aus dem Web in den Datenbanken von Google lande und vom System reproduziert werde, so die Expertin.
Weil die Forscherin ihre Arbeit nicht zurückziehen wollte, stellte Google sie auf die Strasse. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Schweiz würden deshalb an der Google-Initiative für einen ethischen Einsatz der Künstlichen Intelligenz zweifeln, schreibt meine Kollegin Sara Ibrahim.
- Der Artikel von Sara über den Google-Moralkodex rund um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
- Zum Thema KI und Ethik habe ich kürzlich einen Übersichts-Artikel geschrieben.
- Die Schweiz als Demokratie-Vorbild und starker Forschungsstandort könnte im Bereich KI-Ethik eine Vorreiterrolle übernehmen, meint Sara in diesem Artikel aus unserem Archiv.
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Bakterien und Kampfsport – das bringt ein Auslandschweizer in Japan spielend unter einen Hut.
Seit 20 Jahren trainiert der 64-jährige Bruno Humbel mehrmals pro Woche. «Seit ich japanische Kampfsportarten ausübe, bin ich innerlich viel ruhiger geworden», sagt der Wissenschaftler. Nun führte ihn die Arbeit nach Japan, wo er seit zwei Jahren lebt und arbeitet.
Humbel, schon vorher ein grosser Japan-Fan, forscht mit seinem Team auf der Insel Okinawa an Wasserbakterien, die aussehen wie ein Korkenzieher und dem Menschen gefährlich werden können. Die dortige Universität – die einzige englischsprachige in Japan – sei top ausgerüstet, schwärmt er.
Im Podcast «Die Fünfte Schweiz» lässt Radio SRF1 regelmässig Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer zu Wort kommen. Quer durch alle Länder, Berufe und Lebenssituationen erzählen sie von ihrem Alltag.
Hier gehts zum Porträt (Dialekt):
Direkter Link zum Porträt von Bruno HumbelExterner Link.
- Den Podcast «Die Fünfte Schweiz»Externer Link finden Sie hier.
- Das ganze Gespräch mit Bruno Humbel auf Play SRFExterner Link.
- Im Rahmen unserer Serie #WeAreSwissAbroadExterner Link interviewte meine Kollegin Hideka Setta 2017 sowohl eine Auslandschweizerin wie auch einen Auslandschweizer, die beide in Japan leben und arbeiten.
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