Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Die Schweiz driftet zusehends in Richtung einer fünften Corona-Welle. Die Wirtschaft reagiert schneller als die Politik.
Herzliche Grüsse aus Bern
Corona und kein Ende. Es wird enger und enger.
Und wieder scheint die Schweiz in einen Winter-Lockdown zu schlittern. Die Fallzahlen steigen derzeit dramatisch an. Erste Unternehmen haben ihre Weihnachtsessen abgesagt. Zum Beispiel Swisscom und Roche – ein herber Schlag für die Gastronomie. Derzeit «hagle» es Stornierungen, zitiert SRF News heute den Basler Wirteverbands-Präsidenten.
Derweil haben einige Grossfirmen auf eigene Faust ihre internen Regeln verschärft – und überholen damit die Politik, die weiterhin zaudert und abwartet. Am weitesten mit eigenen Massnahmen geht dabei laut Tages-Anzeiger der Rückversicherer Swiss Re: Nur noch Mitarbeitende mit Immunitätsnachweis kommen ins Gebäude.
Für Historikerinnen und Historiker ist die aktuelle Pandemielage aber «nichts Neues unter der Sonne», wie der Medizinhistoriker Alain Bosson im Interview meines Kollegen Olivier Pauchard sagt. Die Pest lässt grüssen. «Wir beobachten heute wieder jene Sorgen und Verhaltensweisen, die typisch für das sind, was man früher schon erlebt hatte.»
- Das ganze Interview von Olivier mit Alain Bosson finden Sie hier.
- «Schweizer Firmen wollen schneller handeln als die Politik»Externer Link – Artikel im Tages-Anzeiger.
- «Weiterer Schlag für Beizen: Firmen sagen Weihnachtsessen ab»Externer Link – Artikel von SRF News.
- Mehr zur Corona-Pandemie in der Schweiz: Die Situation in der Schweiz.
- Hier die neusten Meldungen und Berichte von SRF News zum Thema CoronavirusExterner Link.
- In diesem Artikel haben wir die Corona-Krise für Sie grafisch dargestellt.
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Was bringt Eigeninitiative beim Klimaschutz?
Bleiben wir noch etwas bei der Wirtschaft: Rund 25 Prozent der Firmen in der Schweiz wollen ganz klimaneutral werden. Zumindest, wenn man einer Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte Glauben schenkt. Dazu wurden 114 Grossunternehmen in der Schweiz befragt.
Der Nachhaltigkeits-Verantwortliche des Unternehmens zeigt sich gegenüber SRF News «positiv überrascht» vom Umfrageergebnis. Er gibt aber auch zu bedenken, dass hinter einer reinen Absichtserklärung oft noch kein konkreter Plan stehe.
Eine andere Studie im Zusammenhang mit Klimaschutz zeigt: Freiwillige Massnahmen können die CO2-Emissionen um etwa 20% senken. Für den Rest sind politische Massnahmen nötig. Die Studie führte die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften durch.
- «Grüne Wirtschaft: Schweizer Firmen müssen sich sputen»Externer Link – Artikel von SRF News zur Studie von Deloitte.
- «Wirkung des freiwilligen Klimaschutzes wird teils überschätzt»Externer Link – Artikel von SRF News zur Studie der ZHAW.
- Unser Blick zurück auf den Klimagipfel in Glasgow von Anfang November.
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Gefängnisstrafen bringen nicht das, was sich die Politik davon erhofft.
Strafe muss sein. Das sagt der Volksmund. Gefängnis bringt wenig. Das sagt die Wissenschaft. Zumindest bei schweren Verbrechen sei bei fünf Jahren Haft ein gewisser Punkt erreicht. «Ob es dann sieben Jahre oder noch mehr sind, ändert nichts», zitiert SRF News einen Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie.
Das Newsportal sprach auch mit mehreren Häftlingen. Einer sagt: «Ich kam krimineller aus dem Gefängnis, als ich reinging.» Und: «Ich glaube nicht, dass Strafen abschrecken. Ein oder zwei Jahre mehr oder weniger – das schreckt keinen ab.»
Trotzdem ist der Strafrechtler überzeugt von unserem Strafvollzug-System. Laut Statistik würden 80 bis 90% der Entlassenen nicht mehr rückfällig. «Leider verursachen aber die anderen zehn Prozent neunzig Prozent der Probleme.»
- Der Artikel von SRF NewsExterner Link, mit mehreren Videos.
- Aus unserem Archiv: Die Haftstrafen in der Schweiz im internationalen Vergleich – Artikel unserer Spezialistin Sibilla Bondolfi mit Fallbeispielen und Grafiken.
20 Jahre ist es her: Der Crossair-Absturz in Bassersdorf.
Sie hatte mit ihrem Leben abgeschlossen. Jacqueline Badran, Politikerin aus dem Kanton Zürich, sass an jenem 24.11.2001 als Passagierin im hinteren Teil eines Crossair-Fliegers – als es kurz vor der Landung plötzlich knallte und eine Feuerwand hochschoss.
Erstmals seit dem tragischen Flugzeugabsturz, den neun von 33 Personen an Bord wie durch ein Wunder überlebten, spricht sie gegenüber SRF News im Detail über den Unfall. Sie konnte sich damals sich selber aus dem brennenden Flugzeugwrack retten, mit einer verdrehten Hand und einem Loch im Bein.
In den Jahren danach habe sie mit vielen Angehörigen von Todesopfern des Unglücks gesprochen, berichtet Badran. Besonders nah sei ihr die Geschichte eines Kindes gegangen, das nur wegen einer Harry-Potter-Party nicht im Flieger gesessen hatte. Seine Eltern waren an jenem Abend beide bei Bassersdorf ums Leben gekommen.
- Das Gespräch mit Jacqueline BadranExterner Link – die zuvor auch eine Lawine überlebt hatte – bei Radio SRF.
- Aus unserem Archiv: Wir sprachen 2008 mit Jacqueline Badran über Qualitäts-Standards in der Fliegerei.
- Aus unserem Archiv: News-Bericht über den Absturz in Bassersdorf.
- Aus unserem Archiv: Untersuchung kommt zum Schluss: Ursache des Unglücks war ein Pilotenfehler.
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