Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Der 1. Mai ist der internationale Tag der Arbeit. Ein Thema bei den Kundgebungen in der Schweiz: die Gleichstellung der Frauen. Die Polizeien waren omnipräsent. In Basel kam es zu einem Grosseinsatz.
Beste Grüsse aus Bern
Höhere Löhne, Gleichstellung der Frauen, Ausbau der AHV: Das forderten linke Parteien, Gruppierungen und Gewerkschaften am Tag der Arbeit.
An der Kundgebung in Schaffhausen rief Natascha Wey, Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) und Generalsekretärin des Schweizerischen Verbands des Personals öffentlicher Dienste (VPOD), zu einer neuen Offensive für die gewerkschaftlichen Forderungen Lohngleichheit, höhere Löhne für sogenannte Frauenberufe und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf.
In Zürich forderte SP-Nationalrätin Tamara Funiciello das Selbstbestimmungsrecht der Frauen über ihre Körper ein. Ihr Aufruf für den Frauenstreiktag am 14. Juni: «Wir sind gekommen, um zu bleiben. Und wir fordern dabei nicht nur die Hälfte des Kuchens. Wir fordern die ganze Bäckerei.»
In Zürich, wo 10’000 Personen teilnahmen, bilanzierte die Polizei Sachbeschädigungen, zog aber eine positive Bilanz.
In Basel kesselte die Polizei einen Teil der Kundgebung ein und setzte Tränengas und Gummigeschosse ein, teils auch gegen Familien mit Kindern. Eine Gewerkschafterin wurde beim Einsatz verletzt. Die Eingekesselten wurden polizeilich kontrolliert, bevor sie den Kessel verlassen durften.
- Polizei setzt Reizgas ein – auch Kinder eingekesseltExterner Link – der Blick.
- 1. Mai-Kundgebung in Basel: Linke lassen sich vom Polizeikessel nicht abhalten – improvisiertes StrassenfestExterner Link – Bericht in der Basler Zeitung.
- Unia-Mitarbeiterin in ärztlicher Behandlung – Gewerkschaft kritisiert Vorgehen der PolizeiExterner Link – Ticker von 20 Minuten.
- 1.-Mai-Demo in Zürich: «Lasst sie bereuen, dass sie Banken retten, aber Frauen verarmen lassen», sagt Tamara FunicielloExterner Link – die Neue Zürcher Zeitung (Paywall).
Heute hat die Schweiz den Vorsitz im UNO-Sicherheitsrat übernommen.
Diplomatinnen und Spezialisten der offiziellen schweizerischen Aussenpolitik können schwelgen: Die kleine, neutrale Schweiz hält für einen Monat im mächtigsten UNO-Gremium die Zügel in der Hand. Die Schweiz gehört dem Sicherheitsrat temporär an, also für die beiden Jahre 2023/24.
Angesichts der Haltung der Schweiz während des Kriegs in der Ukraine aber sehen Kritiker:innen das Image der Schweiz international bröckeln.
«Unsere Nachbarn werden sich in Zukunft noch stärker fragen, wie weit man der Schweiz politisch entgegenkommen will», sagt der Politikwissenschaftler Christoph Frei von der Universität St. Gallen im Bericht.
- Die Schweiz leitet ab heute den UNO-Sicherheitsrat – aber ihr Image bröckeltExterner Link von Watson.
- Viel Zuspruch für die Schweiz im UNO-Sicherheitsrat sieht dagegen SRF-Diplomatie-Korrespondent Fredy Gsteiger.
- Die Schweiz übernimmt den Vorsitz – die wichtigsten Antworten – Explainer vom SRF-Spezialisten Sebastian Ramspeck.
À propos Image der Schweiz: Im Bürgerkrieg in Sudan spielen auch Goldminen namens «Switzerland» eine Rolle.
2012 stiessen Wanderarbeiter in Nord-Darfur auf Gold. Ihre Funde lösten einen Goldrausch aus: Es kamen Kriminelle, die Millionen scheffelten und Alkohol, Waffen, Drogen und Prostitution brachten.
Offiziell importiert die Schweiz seit zehn Jahren kein Gold mehr aus dem Sudan. Nur: Solches kam noch weiter bei den schweizerischen Raffinerien an und landete, in edle Barren gegossen, auch bei der Credit Suisse. Der Handel aber wurde über einen Umweg abgewickelt, nämlich über Händler aus Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
- Bürgerkrieg im Sudan: Das viele Gold von «Switzerland»Externer Link – Recherche des Tages-Anzeigers (Paywall).
- Wie die Schweiz schmutziges Gold zum Glänzen bringtExterner Link – Longread von SWI-Kollegin Paula Dupraz-Dobias.
- Die Gold-Schweiz im Fokus vom Menschenrechtsrat – Beitrag Paula Dupraz-Dobias.
Zum Schluss noch ein Schub Frühlingshormone: In den Alpen balzen die Birkhähne.
Die Balz der seltenen, hühnergrossen Vögel, die über ein Kilogramm wiegen können, ist ein Naturschauspiel.
Nicht selten kämpfen zwei Männchen um die Vorherrschaft in einem Revier und somit um Weibchen.
Dafür begeben sich die schwarzen Männchen mit der typischen roten «Kappe» auf dem Kopf nicht selten in veritable «Arenen», das sind Balzplätze, wo mehrere Männchen ihre Schau abziehen.
Wer Zeug:in eines solchen Schauspiels wird, ist zu grösster Zurückhaltung aufgerufen: Man soll das Geschehen nur aus der Ferne beobachten, denn die Vögel sind laut Ornitholog:innen sehr sensibel. Sonst ist der Fortbestand der Tierart noch mehr gefährdet.
- Jetzt läuft eines der eindrücklichsten Naturschauspiele der Alpen – das willst du wissenExterner Link – Artikel von Watson.
- Das wilde Tal der hängenden Gärten – Reportage von unserem Tessiner Ex-Kollegen Rino Scarcelli.
- BirkhuhnExterner Link – Vogelwarte Sempach.
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