Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Es ist einiges los in der Schweiz. Viola Amherd reist von einem Ort zum anderen und trifft Staatsmänner und Politikerinnen. In Bern bezog ein Regierungsrat Spesen für Kleinstbeträge und im Kanton Zürich wurde ein archäologischer Sensationsfund gemacht.
Herzliche Grüsse aus Bern
Gefragte Bundespräsidentin: Viola Amherd wird in dieser Woche hunderte, wenn nicht gar tausende Hände schütteln.
Sie glauben, Ihr Job sei streng? Viola Amherd hat es dieser Tage vermutlich strenger. Zwei Wochen nach ihrer Wahl zur Bundespräsidentin ging es für die Walliserin so richtig los. Die Verteidigungsministerin trifft im Rahmen des Weltwirtschaftsforums (WEF) auf Hunderte Politikerinnen und Politiker und wirtschaftliche Machtträger:innen aus aller Welt.
Mein Kollege Tom Stephens hat in seinem Artikel festgehalten, wie hektisch Amherds Tage waren, seit sie am Sonntagabend am Flughafen Zürich den chinesischen Premierminister Li Qiang empfangen hatte.
Am Montag folgte ein Empfang in Bern – nicht der einzige an diesem Tag. Auch der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski stattete der Schweiz einen offiziellen Besuch ab. Und als ob das nicht genug wäre, traf sich die Verteidigungsministerin am Abend noch mit der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zu einem Gespräch über das Europadossier. Bevor sie dann am nächsten Tag das WEF eröffnete.
- Wen hat Viola Amherd alles getroffen? Die Antwort (mit Bildern) finden Sie in unserem Artikel.
- Wie das Treffen zwischen von der Leyen und Amherd verlief, können Sie hier bei uns lesen.
- Auch für den neugewählten Bundesrat Beat Jans ist das WEF ein steiler Einstieg in sein Amt – Artikel von SRFExterner Link.
- Und was passiert jetzt gerade am WEF? Live-Ticker der Berner Zeitung.Externer Link
- Die Teilnahme von Selenski am WEF hat russische Hacker:innen dazu motiviert, die Websiten der Bundesverwaltung anzugreifen. Diverse waren aufgrund dieser Attacke nicht mehr erreichbar, wie das Bundesamt für Cybersicherheit heute mitteiltExterner Link.
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Spesen-Affäre im Kanton Bern: Regierungsrat mit 280’000 Franken Lohn schreibt Znüni als Spesen auf.
95 Rappen für ein Brötli. 20 Rappen für eine Banane. Das ist das Znüni eines Berner Regierungsrats. Weshalb das hier im Briefing steht? Weil er die 1,15 Franken als Spesen abgerechnet hat.
Der Regierungsrat heisst Philippe Müller und gehört der Freisinnig-Demokratischen Partei (FDP) an. Er verdient knapp 280’000 Franken pro Jahr und erhält zusätzlich eine jährliche Spesenpauschale von 8000 Franken. Dieser Betrag ist unter anderem für Repräsentation und Networking gedacht, zum Beispiel um jemanden zum Essen einzuladen.
Was auch oft gemacht wird, wie die Recherchen des «Kassensturz» von Fernsehen SRF zu Tage gebracht haben. Dabei wird auch gern ein Glas Wein auf Staatskosten getrunken. Was ich interessant gefunden habe: Im Vergleich zu den Männern rechnen die Regierungsrätinnen deutlich weniger Spesen und Repräsentationskosten ab. Und die Kantonsangestellten im Departement von Philippe Müller können ihr Znüni nicht auf Spesen kaufen.
- «Kleinlich und peinlich»: Im Bericht von SRFExterner Link finden Sie alle Details und Reaktionen zur Spesen-Affäre.
- Immer wieder werden Politiker:innen als Spesenritter entlarvt, so auch die Berner SVP-Grossrätin Madeleine Amstutz vor ein paar Jahren – Artikel im BlickExterner Link.
Erfolgsmarke On: Schweizer Turnschuhe mit hoher Marge – und Qualitätsproblemen.
Kennen Sie die Schweizer Schuhmarke On? In der Schweiz kann man kaum einen Meter weit gehen, ohne dass man auf eine Person trifft, die auf der gewellten Sohle unterwegs ist. Während es vor ein paar Jahren für Amtsträger:innen oder in der Chef:innenetage noch undenkbar gewesen wäre, in Turnschuhen zu erscheinen, hat sich der On-Schuh zum Liebling für alle gemausert, die sich gern anständig kleiden, aber doch auch ein bisschen lässig sein wollen.
Die On-Schuhe sind extrem beliebt – und teuer. Recherchen des Konsument:innenmagazins K-Tipp zeigen nun, dass die Schuhmarke, die mit Roger Federer und Swissness wirbt, auf ihren Schuhen sehr hohe Margen erzielt. Von einem Schuh, der 190 Franken kostet, erhält der Hersteller in Vietnam gerade mal 18 Franken. Mit Abzug von Steuern bleibt On eine Marge von 155 Franken, wie K-Tipp ausrechnet. Im Vergleich mit anderen Schuhherstellern verlangt On am meisten, gibt jedoch den Herstellern am wenigsten.
Kommt dazu, dass nicht alle zufrieden sind mit dem Produkt. “Es gibt immer noch Qualitätsprobleme”, sagt Konsumentenschützerin Sara Stalder. Für sie sei es ein Phänomen, dass dieser Schuh einen dermassen grossen Absatz findet. Eine Angestellte von On verteidigt die hohen Preise der Schuhe. Das Geld fliesse unter anderem ins Marketing. Dieser Plan ist aufgegangen.
- Den Artikel zu den hohen Margen von On finden Sie bei SRFExterner Link.
- Die Löhne der On-Manager sind höher als bei UBS und Roche – Artikel im Tages-AnzeigerExterner Link. (Paywall)
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Wem gehört der Panzerhandschuh von Kyburg?
Von den Schuhen zum Schluss noch zu einem Handschuh: Die Kantonsarchäologie Zürich hat einen sensationellen Fund gemacht, wie sie selber mitteilt. In Kyburg haben die Archoäolog:innen einen über 700 Jahre alten Panzerhandschuh ausgegraben.
Ein Panzerhandschuh ist ein Teil einer Ritterrüstung und schützt die Hand, wenn man mit Ross und Rüstung in die Schlacht zieht. Der Handschuh von Kyburg ist vollständig erhalten, das ist aussergewöhnlich. Es ist ein Handschuh für die rechte Hand, der aus verschiedenen Gliedern besteht, damit man die Finger bewegen kann.
So alt und vollständig erhalten, das ist ein seltener Fund – in der Schweiz sind bis jetzt erst sechs Panzerhandschuhe aus dieser Zeit bekannt. Die Forscher:innen machen sich nun daran, herauszufinden, welchem Ritter der Handschuh gehört hat.
- Im Artikel des Tages-AnzeigersExterner Link erfahren Sie, warum der Handschuh mit 36 Zentimeter Länge eine riesige Grösse hat.
- Im Schweizer Boden ist noch viel Spannendes verborgen: Mein Kollege Simon Bradley war bei einer Ausgrabung auf einem Hügel im Kanton Graubünden dabei. Dort hat eine römische Schlacht stattgefunden.
- Hier erfahren Sie mehrExterner Link über das Grafengeschlecht von Kyburg.
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