Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizer:innen
Ich verrate Ihnen ein Geheimnis, auf das ich nicht besonders stolz bin: Rührei bereite ich manchmal mit dem Mikrowellen zu, um mir das lästige Abwaschen der Pfannen zu sparen. Eier machten heute auch in der Schweiz Schlagzeilen – wenn auch aus einem anderen Grund.
Beste Grüsse aus Bern
Ei, Ei, Ei!
Wie mögen Sie Ihr Ei am liebsten? Drei-Minuten-Ei? Omelette? Spiegelei? Mit flüssigem Eigelb oder soll es lieber durch sein? Schweizer:innen hatten in den letzten Monaten grösseren Appetit auf Eier, was zu einem drohenden Eierengpass geführt hat.
Sie haben richtig gelesen, Grossverteiler müssen nun vermehrt Eier importieren. Die unerwartet hohe Nachfrage habe Anfang 2023 begonnen, sagt Migros-Sprecher Patrick Stöpper gegenüber SRF.
Trotz «Veganuary» – das Ei liegt im Trend. Dies war nicht immer der Fall: Zwar stieg während Corona der Eierkonsum an, weswegen die Eierproduktion hochgeschraubt wurde. Dies führte nach der Pandemie wiederum zu einem Überangebot, der Legehennen-Bestand wurde verkleinert, was nun die Eierknappheit zur Folge hat.
Dass Schweizer:innen nicht immer gleich viel Appetit auf Eier haben, stört den Eierproduzenten Daniel Würgler. Hätte er einen Wunsch frei, wäre dieser, dass Schweizer:innen immer gleich viele Eier konsumieren. Nicht wie jetzt, wo vor allem an Weihnachten, an Ostern und in den Wintermonaten sehr viele Eier verbraucht werden und im Sommer Flaute herrscht. «Unsere Hühner legen jeden Tag ein Ei und nicht einmal zwei und dann keines mehr.»
- Wie sich die Eiernachfrage in der Schweiz entwickelt hat und ob wir nun genügend Eier für Ostern haben, lesen Sie auf SRFExterner Link.
- Auch der Tages-AnzeigerExterner Link (Paywall) und WatsonExterner Link haben darüber berichtet.
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Schweizer Forschenden gelingt ein Durchbuch gegen Long Covid.
Weltweit leiden aktuell 65 Millionen Menschen an Long Covid. Die genaue Ursache und wie Betroffene therapiert werden können, ist trotz intensiver Forschung noch nicht bekannt. Nun geben die Erkenntnisse einer Studie Grund zur Hoffnung.
Ein Team von Mediziner:innen um Onur Boyman, Professor für klinische Immunologie und Allergologie an der Universität Zürich, hat «ein zentrales Puzzleteil entdeckt», das alle bis anhin bekannten Faktoren zur Krankheit verbinde, sagt Boyman in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins «Science».
Die Ursache liege in einer fehlgeleiteten Reaktion des sogenannten Komplementsystems, welches zum angeborenen Immunsystem gehört. Das Komplementsystem bleibt laut den Forschenden bei Long-Covid-Patient:innen nach der Erkrankung überaktiv – und richtet dabei grosse Schäden an.
Das Team um Boymann will seine Erkenntnisse nun interessierten Diagnostikfirmen zur Verfügung stellen. Mit genügend personellen und finanziellen Ressourcen könnte ein Bluttest schon in etwa ein bis zwei Jahren auf den Markt kommen, schreibt der Tages-Anzeiger.
- Lesen Sie die detaillierten Erkenntnisse der Forschenden im Tages-AnzeigerExterner Link. (Paywall)
- Auch CH-MedienExterner Link (Paywall) und WatsonExterner Link haben berichtet.
- Long-Covid-Betroffene kämpfen oft um Hilfe und Anerkennung – lesen Sie den Artikel meines Kollegen Renat Kuenzi auf SWI Swissinfo.ch.
Was bleibt vom WEF 2024?
Heute endet die diesjährige Ausgabe des WEF in Davos. Zeit für eine Bilanz. Meine Kolleginnen Jessica Davis Plüss und Sara Ibrahim waren die ganze Woche vor Ort und haben die wichtigsten Zahlen zusammengetragen, die das WEF 2024 prägten.
Die erste Zahl: 83. So viele Länder und internationale Organisationen nahmen an den Gesprächen über den Frieden in der Ukraine teil, bevor das WEF offiziell eröffnet wurde. Für die Schweiz war dieses Treffen ein Reputationsschub, markierte es doch eine potenziell wichtigere Rolle der Schweiz bei künftigen Friedensgesprächen.
50 Sitzungen drehten sich am offiziellen WEF-Programm um das Thema KI und weitere 70 Sitzungen wurden vom AI House gesponsert, was künstliche Intelligenz ins Zentrum des diesjährigen WEF rückte. Dabei drehten sich viele Gespräche um Fragen nach Regulierung und Sicherheit der Technologie.
800 Frauen standen auf der offiziellen WEF-Teilnehmer:innenliste. Dies sind zwar mehr als bei jedem anderen WEF-Jahrestreffen, aber nur 28% der 2800 Teilnehmenden. Vor allem auf den Plenarbühnen fehlten Stimmen von Frauen: Einzig Bundespräsidentin Viola Amherd und EU-Kommissarin Ursula von der Leyen hielten dieses Jahr besondere Ansprachen.
- Den ganzen Überblick über das WEF in Zahlen finden Sie auf SWI swissinfo.chExterner Link.
- Saml Altmann, Gründer von Chat-GPT, warnt in Davos vor seiner eigenen Erfindung. Die NZZ hat darüber berichtet.Externer Link
- Den Artikel «Diese Frauen prägten das WEFExterner Link» finden Sie im Tages-Anzeiger. (Paywall)
Wie Zürich die Drogenpolitik von San Francisco inspiriert.
Eine Freundschaft muss gepflegt werden. Der Auslandschweizer Gianmatteo Costanza leitet in San Francisco das Komitee, das die Verbindungen zwischen den beiden Partnerstädten San Francisco und Zürich fördert. Und das auch Inputs liefert, wie die beiden Stadte zusammenarbeiten können.
Im Gespräch mit meiner Kollegin Mariangela Mistretta sprach Costanza auch über den Umgang mit dem Drogenpolitik. Hier könnte seiner Meinung nach das Zürcher Modell, das in den 1990er-Jahren die Bewältigung der Platzspitz-Krise beigetragen hatte, auch in San Francisco weiterhelfen.
Ein Pilotprojekt, das 2022 in San Francisco startete und elf Monate dauerte, lief zwar nicht wie erhofft. Doch nach einem Treffen von Expert:innen für Drogenpolitik und Vertreter:innen aus den Bereichen Polizei, Gesundheit und Sozialpolitik aus den beiden Städten wurde wieder Vertrauen in die Erfolgsaussichten des Experiments geschöpft. Umgekehrt bot sich der Zürcher Delegation bei diesem Treffen die Möglichkeit, mehr über die schlimme Fentanyl-Krise zu erfahren.
- Das ganze Interview mit Gianmatteo Costanza finden Sie auf SWI swissinfo.ch.
- Über den Besuch der Zürcher Delegation in San Francisco im Jahr 2023 hat die NZZExterner Link berichtet.
- Warum Zürich für San Francisco das Best-Practice-Modelll sei, erklärt ein Drogenexperte im Interview mit dem Tages-AnzeigerExterner Link.
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