Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Wahr oder falsch? In der Schweiz trieben Skrupellose einen lukrativen, grenzüberschreitenden Handel mit unehelichen Neugeborenen und "Findelkindern". Wahr! Lesen Sie die erschütternde Recherche von Janine Schneider.
Beste Grüsse aus Bern
Das ist schlicht unglaublich: Der vielbesungene Gotthardpass, diese Urkoordinate der Schweizer Freiheit, war auch Route für einen einträglichen Handel mit Säuglingen.
Im 19. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung in der Schweiz stark. Aber es gab noch keine Waisenhäuser. Und keine effizienten Verhütungsmittel.
Mägde und Dienstmädchen wurden von ihren Herren oft auch sexuell missbraucht. Ein Kind aber war für eine unverheiratete Frau das grösste soziale Schandmal.
Profitgierige Menschen machten sich die traurigen Schicksale zunutze: Gegen horrende Summen transportierten sie die Neugeborenen auf der Gotthardroute nach Mailand und Como.
Das skrupellose Treiben von «Kindermäcklern» mit den Fachbegriffen «Kindsverkäuferei» oder «Kindervertragen» erregte Aufsehen in Europa. Denn nicht alle Säuglinge überlebten den Transport über die Alpen.
Ein erstes Verbot war da, um ignoriert zu werden. Erst die ersten Waisenhäuser nach Gründung des Bundesstaats brachten diesen fürchterlichen, oft tödlichen Menschenhandel zum Erliegen.
- Als Kinder über den Gotthard geschmuggelt wurden – der Beitrag von Janine Schneider.
- «Erziehung zur Arbeit»: Schweizer Zwangsarbeit im Wirtschaftsboom – SWI-Beitrag von 2023.
- Rehabilitation der «versklavten Kinder» – SWI-Bericht von 2013.
- Verdingung, amtlich verfügtes Leid an Kinderseelen – meine eindrückliche Begegnung mit Turi Honegger, einem ehemaligen Verdingbuben.
- «Rote Zora und Schwarze Brüder»: Geschichte hinter den Geschichten – Bericht unserer Agentur.
Er arbeitet im Silicon Valley. Privat leben er und seine Familie aber eine Lowtech-Philosophie: Claude Zellweger.
Bei Google, einem der Big Five der digitalen Weltriesen, designt der gebürtige Luzerner an der Zukunft. Genauer: an Augmented Reality und Pixel-Handys.
«Technologie spielt eine entscheidende Rolle dabei, wie wir spielen, lernen und kommunizieren,» beschreibt Zellweger die Hightech-Faszination.
Doch Überraschung: «In meinen 26 Jahren in Kalifornien hatte ich nie einen Fernseher, und meine Kinder spielen keine Videospiele – oder nur sehr selten.» Er sei das Gegenteil eines Nerds.
- Claude Zellweger: Der Schweizer, der bei Google die Zukunft designt SWI-Kollege Marc-André Miserez hat den Mann aus Meggen am Vierwaldstättersee in San Francisco getroffen.
- «Fixerstübli» für Abhängige: Wie Zürich die Drogenpolitik von San Francisco inspiriert – unser aktueller Bericht.
- Innovation und Gerechtigkeit: Was das Silicon Valley von der Schweiz lernen könnte – Hintergrund von meiner Kollegin Sara Ibrahim.
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Vom WEF direkt nach Mumbai: Die Schweiz und Indien haben sich am Wochenende auf ein Freihandelsabkommen geeinigt.
16 zähe Jahre dauerten die Verhandlungen. Nun der Durchbruch: Nach erfolgreichen Gesprächen am Weltwirtschaftsforum letzte Woche in Davos traf für den Schweizer Wirtschaftsminister Guy Parmelin die kurzfristige, aber dringende Einladung aus Indien ein.
Die Einigung von Parmelin und seinem indischen Amtskollegen könnte den Beginn einer neuen Handelsära einläuten zwischen der kleinen, aber sehr exportstarken Schweiz und dem riesigen Indien, dem mit 1,4 Milliarden Menschen bevölkerungsreichsten Land der Erde.
Mit dem Erfolg war Bern schneller als Brüssel: Auch die EU strebt mit dem Riesenreich und seinem Riesenmarkt einen Freihandel an.
- Freihandelsabkommen: Der grosse Deal mit Indien – wie Guy Parmelin die EU überholteExterner Link – Tages-Anzeizer (Paywall).
- Das erlebten Schweizer Schüler:innen bei ihrem Austausch in Indien – Beitrag von SRF News.
- Die Schweiz wehrt sich gegen Lockerung des Patentschutzes – Artikel von Sara Ibrahim.
- Beziehungen Schweiz-Indien im Aufwind – SWI-Beitrag von 2015.
Wir fragten: Ist das WEF nur ein grosses Theaterstück? Sie antworteten: «Das WEF ist ungeeignet, Zukunftslösungen zu entwickeln.»
«dialog» heisst die Plattform der SRG, auf der die Menschen in der und ausserhalb der Schweiz in den Landessprachen und auf Englisch diskutieren können.
Die Haltung zum Weltwirtschaftsforum, das letzte Woche in Davos stattfand, ist einigermassen klar: Zwei von drei «dialog»-Nutzerinnen und -Nutzern finden, dass das Weltwirtschaftsforum den Aufwand nicht wert sei.
Die Vergangenheit zeige, dass am WEF niemals Problemlösungen entwickelt würden, schreibt beispielsweise User «Jupi Marser». «Es ist ein Treffen der Profitmaximierer und deren Helfershelfer, sinnvolle Wege können nur zusammen mit allen Menschen gefunden werden.»
Dabei könnten die WEF-Teilnehmenden laut User «Jean-Luc Là» mit ihrer Macht schnell das Wohl der Menschheit erhöhen. «Wenn sie Veränderungen wollen, würden sie Steuerparadiese, Jets und Vetternwirtschaft abschaffen… Aber das: niemals!»
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