Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Marco Reinhard ist ein Schweizer Physiker, dessen spannende Geschichte ich Ihnen heute im Briefing präsentiere. Der Auslandschweizer lebt und arbeitet in Kalifornien, wo er mit einem Teilchenbeschleuniger ins Detail der Materie geht.
Herzliche Grüsse aus Bern
Aus Burgdorf nach Stanford: Marco Reinhard betreibt in Kalifornien Spitzenforschung, vermisst aber den Schweizer Regen.
Wissen Sie, wie lange eine Femtosekunde dauert? Bevor Sie mit dem Nachdenken über diese Frage begonnen haben, ist die Femtosekunde schon längst vorbei: das ist ein Trilliardstel einer Sekunde. In diesem Bereich arbeitet der Auslandschweizer Marco Reinhard.
Der gebürtige Burgdorfer hat an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne studiert und nach seiner Doktorarbeit einen Job in den USA am SLAC, dem Stanford Linear Accelerator Center, erhalten. Das ist quasi die kalifornische Version des schweizerischen Cern, nur dass dieser Tunnel geradeaus gebaut ist. Dort lässt der Physiker Reinhard kleinste Teilchen mit extrem hoher Geschwindigkeit auf Ziele oder aufeinander prallen und untersucht, wie sie sich verhalten.
Reinhard gefällt es in Kalifornien, wo er mit seiner Frau und den zwei Kindern lebt. Ursprünglich wollte er ein Jahr bleiben, nun sind es schon neun. Das vielbesungene kalifornische gute Wetter macht ihm jedoch zu schaffen. «Ich vermisse den Regen, den Schnee und die Tage, an denen man es sich zu Hause gemütlich machen kann, während es draussen richtig kalt ist», sagt er.
- Lesen Sie hier den Artikel meines Kollegen Marc-André Miserez über Marco Reinhard.
- Das Porträt über Reinhard ist Teil einer Serie aus dem Silicon Valley. Hier finden Sie weitere Folgen, zum Beispiel über die Ärztin und Krebsforscherin Pamela Munster, die selber an Krebs erkrankte.
- Oder über Claude Zellweger, der bei Google die Zukunft designt.
In der Schweiz liegen sechs Milliarden Franken auf vergessenen Konten.
Als ich diese Saison meine Skijacke zum ersten Mal wieder angezogen hatte, fand ich in einer Tasche eine Zehnernote; Freude herrschte. Die Berner Zeitung berichtet heute auch von vergessenem Geld, die Menge passt jedoch in keine Skijacke: sechs Milliarden Franken liegen in der Schweiz auf vergessenen Konten.
Wie ist diese extrem hohe Summe entstanden? Wie die Zeitung erklärt, handelt es sich um Geld auf Freizügigkeitskonten. Diese eröffnet man, wenn man das Pensionsguthaben beim Jobwechsel deponieren muss, weil die neue Pensionskasse nicht nahtlos an die alte folgt. Manche Leute versäumen es, bei ihrer alten Pensionskasse anzugeben, wohin das Geld transferiert werden soll. Es landet bei einer Freizügigkeitsstiftung und wird manchmal nicht mehr abgeholt.
Das könne zum Beispiel passieren, wenn Leute für ein paar Jahre in der Schweiz gearbeitet haben und dann ins Ausland gehen, sagt Diego Rohner, Gründer von Kala. Das Schweizer Startup hilft bei der Suche nach vergessenen Guthaben. «Im Durchschnitt finden die Leute eine Summe von 12’800 Franken wieder.» Der kleinste Betrag sei 1,50 Franken gewesen.
- Artikel der Berner ZeitungExterner Link zu den vergessenen Pensionskassenguthaben. (Paywall)
- Aus unserem Archiv: Auswandern und Pensionskasse – so spart man Steuern.
Verdacht: Roma sollen falsche ukrainische Pässe verwenden, um in der Schweiz Schutzstatus S zu erhalten.
Auf mehreren Newsportalen ist heute vom Schutzstatus S die Rede. Denn wie zum Beispiel die NZZ berichtet, vermuten verschiedene Kantone, dass Roma aus der Ukraine den Schutzstatus S missbrauchen.
Es ist der Verdacht aufgekommen, dass diese Personen gar nicht aus der Ukraine stammen, sondern mit gefälschten Pässen in die Schweiz einreisen. Sie sollen weder Ukrainisch noch Russisch sprechen. Genaue Zahlen darüber, wie viele Roma in der Schweiz den Schutzstatus S erhalten haben, gibt es nicht. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) prüft jeden Fall einzeln.
Der Schutzstatus S wurde im März 2022 für Geflüchtete aus der Ukraine aktiviert. Als Reaktion auf die Missbrauchsverdachte wollen Politiker:innen von Mitte bis Mitte rechts den Schutzstatus nun überprüfen oder gar deaktivieren.
- Immer mehr Roma profitieren vom Schutzstatus S – Artikel der NZZExterner Link. (Paywall)
- Das Portal Nau hat das Thema zusammengefasst.Externer Link
- SVP will den Schutzstatus S deaktivieren – Artikel von 20 MinutenExterner Link.
Die Schweiz im Bann des Tages der Liebe – 1. April im Thurgau.
Feiern Sie den Valentinstag? Ich habe heute auf meinem Mittagsspaziergang ein Paar auf einem Bänkli beobachtet, es wurde eine Rose übergeben. In der Schweiz behaupten viele Leute, der Tag sei ihnen egal, und trotzdem ist er ein Riesengeschäft.
Zum Beispiel für die Blumenläden. Der Valentinstag sei zusammen mit dem Muttertag der wichtigste Verkaufstag, berichtet SRF. Und auch im Detailhandel diene der Tag, um der Kundschaft etwas Besonderes anzudrehen, zum Beispiel Schmuck, Parfüm oder eine Karte.
Im Kanton Thurgau könnte man meinen, heute sei der 1. April. Dort sind nämlich gefälschte Briefe der Steuerverwaltung im Umlauf. Im Brief steht, dass den Empfänger:innen bei den Steuern 15% Rabatt gewährt wird, wenn sie sich bei den Behörden melden. Bei den Gemeinden und der kantonalen Steuerverwaltung liefen die Drähte heiss. Rabatt gibt es aber keinen.
- Der Tag der Liebe beschert den Florist:innen grosse Umsätze – Artikel von SRFExterner Link.
- Gefälschte Briefe halten Steuerverwaltung im Thurgau auf Trab – Bericht von SRFExterner Link.
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