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Fahrendes blaues Tram in einer Stadt

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer

Die Chancen von Menschen Ü50 auf dem Schweizer Arbeitsmarkt sind zwiespältig. Anders im öffentlichen Verkehr: In Zürich pilotiert der 60-jährige Informatiker Beat demnächst ein Tram.

Beste Grüsse aus Bern

Wir stellen Ihnen im Briefing jede Woche eine Frage. Diese Woche möchten wir von Ihnen wissen: Welche Möglichkeiten sehen Sie, um Femizide zu verhindern?

Tram im Stadtverkehr
Keystone

Softwarelösungen ade, Tram ahoi oder wenn ein ausrangierter Informatiker beruflich zu neuen Ufern aufbricht.

«Ich wollte endlich etwas machen, das mir Freude bereitet.» Das sagt Beat W. – er wollte seinen ganzen Namen nicht in der Zeitung sehen – zum markanten Wechsel in seiner Berufslaufbahn.

Nach mehreren Jahrzehnten als Informatiker war er von seiner Firma ausrangiert worden – seine Arbeit übernahmen Spezialisten in einem fernen Land. Zum kleinen Lohn.

Doch bei den Züricher Verkehrsbetrieben ist der «Ü60er» gefragt – Fachkräftemangel sei Dank. Aktuell ist er Lernfahrer. Nach zwei Monaten darf er dann allein in den Führerstand.

Aber der Trampilot in spe weiss, dass sein neuer Job nicht nur erfüllend sein wird. Irgendwann wird auch er die erste Kollision mit einem unaufmerksamen Menschen haben. Und er weiss, dass der Stress ziemlich hoch sein wird. Denn sonst würden dort nicht so viele jüngere Kolleg:innen kündigen.

Unsere Frage der Woche

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Label der Nato - Kompass mit den vier Himmelsrichtungen
Keystone

Die Nato eröffnet in der Schweiz ein Verbindungsbüro.

Die Präsenz des nordatlantischen Verteidigungsbündnisses, das heute seinen 75. Geburtstag feiert, soll noch in diesem Jahr in Genf eröffnet werden. Genauer: In der dortigen Maison de la Paix.

Dies berichtet die Wochenzeitung WOZ. Gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz hat die linke Zeitung die Herausgabe einer Aktennotiz der Schweizer Armee von letztem November verlangt.

Daraus geht hervor, dass die Schweizer Regierung am 22. November einen entsprechenden Antrag des Aussendepartements gutgeheissen hat. Mitte Dezember gab die Nato ihre Zustimmung. Parlament und Öffentlichkeit wussten nichts von dieser Einigung.

Was auch bekannt geworden ist: Die Schweiz wird den Atomwaffenverbotsvertrag (TPNW) nicht ratifizieren. Damit missachtet der Bundesrat den Entscheid des Parlaments von 2018, dass die Schweiz dem Vertrag umgehend beitreten soll.

Die Weigerung stösst bei den Linken und den Grünen auf harsche Kritik. «Der Bundesrat muss bei diesem Friedensprojekt endlich vorwärtsmachen, denn Atomwaffen sind nicht mit dem humanitären Völkerrecht vereinbar«, tönt es von Seiten der sozialdemokratischen Partei (SP). Die Grünen finden den Entscheid «schockierend» und schreiben: «Atomwaffen sind die verheerendsten Waffen der Welt, mit dem Potenzial der Vernichtung von Mensch und Natur.»

Screenshot
Standbild aus einer thailändischen Nachrichtensendung: Links die Treppe zur Villa, rechts der Schweizer Auswanderer David mit seiner einheimischen Gattin. Screenshot

Ein Auslandschweizer gerät in Thailand in den perfekten Sturm – was ist genau passiert?

Ganz klar scheint nur eines: Am 24. Februar kam es auf der Tourismusinsel Phuket nachts auf einer Treppe, die zu einem Strand führte, zu einem unsanften Rencontre zwischen dem 45-jährigen Schweizer und einer 26-jährigen einheimischen Ärztin. Diese sass mit einer Freundin auf der Treppe, die von der vom Schweizer gemieteten Luxusvilla zum Meer führt. Dabei sagte er dreimal – derbste englische Kraftausdrücke gebrauchend – dass sie und ihre Freundin abhauen sollen.

Die Thailänderin sagt, sie sei vom Schweizer in den Rücken getreten worden. Er taxierte es später als Stolpern.

Der Schweizer ist vor Ort mit einem Elefantenpark erfolgreich. Erfolgreicher als die lokale Bevölkerung. Weiter im Spiel: Eine Polizei, der der Ruf der Korruption anhaftet. Und starke Ressentiments gegen Fremde, weil die Insel von mehreren Tausend Russen «eingenommen» wurde, die sich dort niedergelassen haben und als Tourismusunternehmer:innen betätigen. Ohne sich an die lokalen Bestimmungen zu halten.

Unter diesem Licht erscheint der erfolgreiche, aber unkontrollierte Schweizer als Sündenbock, an dem die Einheimischen viel aufgestauten Dampf abgelassen.

Juristisch figuriert des Kasus auf unterster Stufe: Das Bagatelldelikt dürfte von der Staatsanwaltschaft von Phuket im Ordnungsverfahren erledigt werden.

Schweizer Soldaten im Tarnanzug in den Bergen
swissinfo.ch

Machen Sie sich Sorgen um die Sicherheit in Europa? Diskutieren Sie mit, am nächsten Donnerstag bei «Let’s Talk».

Am Donnerstag nächste Woche reden wir in unserem Diskussionsformat «Let’s Talk» mit Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern über Sicherheitspolitik. Braucht die Schweiz eine stärkere Armee? Was ist die Bedrohung? Was kann und muss die Schweiz jetzt tun?

Darüber möchten wir mit Ihnen reden.

Kommen Sie per Online-Schaltung dazu! Bei Interesse melden Sie sich direkt bei Moderator balz.rigendinger@swissinfo.ch. Er erklärt Ihnen gerne alles weitere. Die Aufnahme findet am 11. April ab 10.30 Uhr Schweizer Zeit statt und dauert zirka eine Stunde.

Friedrich-Ebert-Stiftung Deutschland.

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