Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Wie oft kommt bei Ihnen die Post? Heute geht es im Briefing um den Briefträger oder die Pöstlerin. Ein Beruf, der sich in der Schweiz stark verändert hat. Früher waren die Herren und Damen in Uniform hochangesehen, heute ist von der Postromantik wenig übrig geblieben.
Herzliche Grüsse aus Bern
Briefträger:innen damals und heute: Dieser Beruf zeigt, was sich bei den Post in den letzten Jahren geändert hat.
Gestern hat mein Kollege Christian Raaflaub an dieser Stelle über die Post geschrieben, die in der Schweiz 170 weitere Filialen schliessen will. SRF hat heute einer Person ein Porträt gewidmet, die schon früh von diesem Wandel betroffen war: dem Briefträger.
Bis Ende 80er-Jahre waren es hauptsächlich Männer, die in ihren Uniformen das Strassenbild prägten und von jedem Haushalt täglich oder sogar zweimal pro Tag erwartet wurden.
Das Prestige des Pöstlers war hoch, wie die Archivbeiträge von SRF zeigen. Sie standen für Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit, sortierten die Post eigenhändig. Schon allein mit der maschinellen Sortierung hat die Post hunderte von Stellen eingespart. Statt einem Uniformhut tragen die Pöstler:innen heute einen Scanner auf sich, der die Arbeitszeit und die Zustellgeschwindigkeit misst.
- So hat sich der Beruf der Pöstler:innen in der Schweiz verändert – Bericht von SRFExterner Link.
- Artikel von WatsonExterner Link zu den 170 Postfilialen, die geschlossen werden sollen.
Mehr
Schweiz ist nicht an Rückführung interessiert: Schweizer Dschihadisten seit sechs Jahren in Haft in Syrien.
Vor zehn Jahren war die Terrororganisation Islamische Staat (IS) auf ihrem Höhepunkt. Auch aus der Schweiz reisten Dschihadist:innen zum Beispiel nach Syrien, um dort das ausgerufene Kalifat zu verteidigen.
2017 war der IS definitiv besiegt, nun sitzen die Anhänger:innen in Syrien in Gefängnislagern. Das Westschweizer Fernsehen RTS hat drei Schweizer Dschihadisten und eine Lausannerin mit ihrer siebenjährigen Tochter aufgespürt. Die Schweiz holt keine erwachsenen Frauen zurück, ihr Mädchen könnte in die Schweiz zurückreisen. Doch die Mutter will sich nicht trennen. Auch an der Rückführung der Männer hat die Schweiz kein Interesse.
Die Männer sind unterernährt und seit sechs Jahren in Haft, ein Gerichtsverfahren erhielten sie nie. In den Gefangenenlagern grassiert die Tuberkulose. Die Gefängnisse werden von Kurden geführt, sie seien mit der Situation überfordert, wie ein Sprecher gegenüber RTS sagt. Auch die Tochter der Lausannerin leidet unter der mangelnden medizinischen Versorgung und hat Zahnprobleme.
- Hier bei uns können sie den ganzen Bericht von RTS lesen.
- Hier finden Sie unseren Artikel über weitere Schweizer Kinder in syrischen Internierungslagern.
Schweizer Detailhändler:innen wehren sich gegen den chinesischen Billig-Onlineshop Temu.
Kennen Sie Temu? Temu ist ein Onlineshop aus China, bei dem man praktisch alles bestellen kann. Espressogläser, Plastiksandalen oder ein Rasentrimmer werden einem angeboten. Und das stets zu Spottpreisen: Der Rasentrimmer kostet 6.49 Franken, die Sandalen gibt es für 2.87 Franken.
Nun reicht es den Schweizer Detailhändler:innen. Die Swiss Retail Federation hat beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) eine Beschwerde gegen Temu Schweiz eingereicht, wegen «unlauterer Geschäftspraktiken».
Der Verband wirft dem Ultrabilliganbieter vor, irreführende Werbung zu machen und die Kund:innen mit widerrechtlichen Rabatten anzulocken. Auf Temu gibt es immer einen durchgestrichenen Preis, der bis zu zehn Mal höher ist, gemäss Temu eine Preisempfehlung der Hersteller. Solche Angaben verhindern einen fairen Wettbewerb, sagt die Swiss Retail Federation.
- Beschwerde gegen Temu – Artikel im Tages-AnzeigerExterner Link.
- Es ist nicht das erste Mal, dass Widerstand gegen die chinesischen Billigapps aufkommt. Die Produkte sind oft von schlechter Qualität und können gar ein Sicherheitsrisiko darstellen. Verschiedene Politker:innen versuchen, die Shops in Schranken zu weisen – Artikel von 20 MinutenExterner Link.
Mehr
Das höchste Fest des Jahres: Wie Schweizer Dörfer Fronleichnam feiern.
Heute ist Fronleichnam. Was mir – aus einem reformierten Gebiet stammend – nicht bewusst war: Es ist das bedeutendste Fest des Jahres in der katholischen Schweiz, wie die NZZ schreibt.
In den Dörfern wird der Tag Herrgottstag genannt. Die Leute in den Kantonen Appenzell, Ob- und Nidwalden putzen sich und ihre Häuser heraus. Am eindrücklichsten sei es im Wallis. Die Dorfmusik im Bergdorf Blatten bläst um vier Uhr morgens zur Tagwacht.
Überall haben die Bewohner:innen Altäre vorbereitet. An ihnen hält die Prozession, die eigentlich ein dreistündiger Gottesdienst ist, auf ihrem Weg durchs Dorf. Priester tragen Monstranzen, die einheimischen Männer napoleonische Uniformen. Sie erinnern an den Sonderbundskrieg, als die Katholiken in den Krieg zogen. Die Mädchen tragen weisse Kleider und Blumen, die Frauen Trachten.
- Ich bin nicht ganz sicher, ob ich die Funktion des kirchlichen Feiertages verstehe, aber die NZZ hat den Brauch in den Schweizer Dörfern hier sehr schön beschriebenExterner Link.
- Mich erinnern die Uniformen, die weissen Kleider und die Blumen sehr an das Jugendfest (mit militärischem Manöver) aus meiner aargauischen Heimat, hier finden Sie Bilder von diesem ganz speziellen Schweizer BrauchExterner Link.
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards