Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Der amerikanische Traum vom sozialen Aufstieg mit einem gut bezahlten Job ist in der Schweiz nur schwer zu verwirklichen. Dafür erhalten wir vielleicht bald Autokennzeichen nach amerikanischem Vorbild.
Herzliche Grüsse aus Bern
Erschwerte Einkommensmobilität: Wer in der Schweiz aus einfachen Verhältnissen stammt, hat Mühe, später mehr zu verdienen als die Eltern.
Es ist der amerikanische Traum: Jede:r kann sich hocharbeiten, egal aus welchen Verhältnissen man kommt und mit welchem Job die Berufskarriere beginnt. Der Fachbegriff für einen solchen Aufstieg lautet Einkommensmobilität. Schaffen es Kinder, als Erwachsene mehr zu verdienen als ihre Eltern?
In der Schweiz ist dieser Traum nicht sehr realistisch. Gemäss Zahlen der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) dauert es in der Schweiz durchschnittlich fünf Generationen, bis die Nachkommen einer Familie aus der tiefsten Einkommensschicht ein mittleres Lohnniveau erreichen.
Im internationalen Vergleich liegt die Schweiz im Mittelfeld, allerdings knapp unter dem Durschnitt aller OECD-Länder. Schlechter als die Schweiz schneiden Österreich, Frankreich, Deutschland und Ungarn ab. An der Spitze stehen die skandinavischen Länder, in Dänemark ist der berufliche Aufstieg am ehesten möglich. Zu beachten ist, dass die OECD die Daten von Söhnen und Vätern verwendet hat. Begründung: Die Daten von Töchtern und Müttern wären verfälschend, weil Mütter auch heute immer noch vergleichsweise wenig verdienen.
- Der Weg nach oben ist nicht frei – Artikel im Tages-AnzeigerExterner Link. (Bezahlartikel)
- Auch bei 20 Minuten geht es heute um den Lohn. In der Schweiz wird noch immer nicht offen darüber gesprochen, was andere verdienen, selbst in der Beziehung. Laut einer Studie sprechen die Hälfte aller Paare nicht über das Einkommen, wie sie hier lesen könnenExterner Link.
Mehr
Der Mond mitten im Gotthard: Studierenden simulieren mit Claude Nicollier Weltraum-Mission.
Claude Nicollier hat als erster Schweizer Astronaut die Weiten des Weltalls bestaunt. Doch aktuell hält er sich gerade unter Tage auf: Im Gotthard-Gebirge simuliert er mit Studierenden eine Mondmission. Die Umgebung passt, es ist kalt und steinig.
Die Studierenden aus dem In- und Ausland haben sich ein Jahr auf die Mission vorbereitet, die meisten haben das Ziel, selber mal Astronaut:in zu werden. Sechs von ihnen verbringen zwei Wochen in einem Bunker. In zweiwöchiger Isolation wird hier möglichst echt der Alltag von Astronaut:innen auf dem Mond simuliert, Aufgaben, täglicher Sport und Ausseneinsätze inklusive. Nur die Schwerelosigkeit fehlt.
Erfolgreicher Auftakt der zweiwöchigen Mission mit dem Namen «Asclepios» war ein simulierter Raketenstart. Die Studierenden auf dem Mond werden während der gesamten Zeit von ihren Kolleg:innen aus dem Mission Control Center überwacht und betreut. Nicollier übernimmt für das Projekt eine Mentorrolle.
- Zweiwöchige Isolation auf engstem Raum: Lesen Sie hier bei SRF, wie es bei der Mondmission im Gotthard zu- und hergeht.
- Mein Kollege Christian Raaflaub schreibt regelmässig über Raumfahrt-Projekte in der Schweiz, zum Beispiel über diese zwei Forscher, die Eis auf Kometen finden wollen.
Bienen schützen oder Ackerfläche bewahren? Unser Streitgespräch zur Biodiversitätsinitiative in der neusten Folge Let’s Talk.
Zwei Nationalrätinnen, ein Thema: die Biodiversitätsinitiative. In der neusten Folge unserer Sendung Let’s Talk diskutieren Vroni Thalmann (SVP) und Melanie Mettler (Grünliberale) über Sinn und Notwendigkeit der Initiative, über die am 22. September abgestimmt wird.
Die beiden Politikerinnen haben nicht nur der Partei wegen unterschiedliche Meinungen. Thalmann ist auf einem Bergbauernhof aufgewachsen und heute Bäuerin im Kanton Luzern, nahe der Grenze zu Obwalden. Melanie Mettler vertritt die urbane Schweiz, sie kandidiert derzeit für das Stadtpräsidium von Bern und befürwortet die Initiative. Thalmann ist dagegen, sie befürchtet, dass weniger Kartoffeln oder Gemüse angebaut werden können und die Versorgung leidet, wenn mehr Flächen der Biodiversität zugedacht werden. Mettler sagt, es nütze nichts, wenn wir mehr Ackerflächen haben, aber die Bäume nicht mehr bestäubt werden und die Böden an Leben verlieren.
Einen interessanten Input liefert Auslandschweizer Noel Schweizer, der in Brasilien eine Fläche bewirtschaftet, die grösser ist als der Bodensee. Für ihn sind die Schweizer Bäuer:innen in einer privilegierten Position, da sie aufgrund der Direktzahlungen vom Bund den nötigen Raum hätten, um eine ökologischere Landschaft zu fördern.
- Schauen Sie hier die ganze Sendung mit einem Video aus Noel Schweizers Betrieb in Brasilien.
- Meine Kollegin Pauline Turuban hat den Verlust der Biodiversität der Schweiz in sechs Grafiken dargestellt.
Mehr
Die Autonummern werden zu hoch: Bund prüft personalisierte Autokennzeichen.
Wohnen Sie in den USA? Bei meinen Aufenthalten in den Staaten halte ich immer gern Ausschau nach besonders kreativen oder lustigen Nummernschildern, welche man dort gegen einen Aufpreis mit einer eigenen Kombination aus Ziffern und Buchstaben versehen kann. Sofern nicht schon jemand anders diese geniale Idee hatte.
Vor einigen Wochen habe ich im Briefing darüber berichtet, dass dem Kanton Zürich bald die Autonummern ausgehen, weil in ein paar Jahren die Millionengrenze der registrierten Autos vermutlich erreicht wird. Auch im Kanton Bern rückt diese Grenze näher.
Nun gibt es Neuigkeiten vom Bundesamt für Strassen (Astra), welche Autofahrer:innen interessieren dürfte: Das Astra prüft die Einführung von «vanity plates» (Eitelkeitsschilder), so werden die Autonummern mit frei wählbaren Zeichen auf Englisch genannt. Auslöser dafür war eine Motion vom Tessiner Lega-Nationalrat Lorenzo Quadri. Profitieren würden die kantonalen Staatskassen, die schon heute Geld beim Verkauf von seltenen Schildern einnehmen. Wüssten Sie, welche Autonummer sie kreieren würden? Und wie viel wären Sie bereit, dafür zu bezahlen?
- Kommen bald die Wunschschilder? – Artikel vom BlickExterner Link.
- Anschauliche Übersicht, wie andere Länder das Problem der immer höher werdenden Autonummern gelöst haben bei WatsonExterner Link.
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards