Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Das Bundesamt für Statistik liefert mit zwei Publikationen zu zwei sehr unterschiedlichen Themen das Material für einen Grossteil des heutigen Briefings. Einerseits geht es um Familie und Geschlechterrollen, andererseits um Landwirtschaft.
Die Wiederbelebung von Artilleriebunker, über die der Armeechef sinniert, sowie die Kosten und der Nutzen des heute Abend beginnenden Eurovision Song Contest in Basel sind ebenfalls Thema heute.
Viel Spass beim Lesen!
Der Chef der Schweizer Armee, Thomas Süssli, erwägt, einige der über das ganze Land verstreuten Artilleriebunker – eine alte «Geheimwaffe» aus der Zeit des Kalten Kriegs – wieder in Betrieb zu nehmen.
Bis 2003 baute die Armee ein äusserst geheimes Netz von Bunkern, die mit schwerer Artillerie ausgestattet waren und im Fall einer Invasion dazu dienen sollten, wichtige Strassenverbindungen und strategische Infrastrukturen wie Flughäfen zu zerstören konnten. 2018 hatte das Parlament beschlossen, diese Anlagen abzubauen, da sie in einem friedlichen Europa überflüssig schienen. In Anbetracht des Ukrainekriegs haben die Streitkräfte jedoch eine Kehrtwende vollzogen.
Gegenüber SRF und RTS kündigte Süssli an, dass die Feuerkraft der Bunker nach Zustimmung des Parlaments wiederhergestellt werden könne, sollte sich die Situation verschlechtern.
Die Armee hatte bereits 2023 beschlossen, den Verkauf der Bunker an Vereine und Privatpersonen zu stoppen. Bislang plante sie vor allem, diese Anlagen als Kommandozentralen oder Munitionsdepots weiterzuverwenden, nicht aber ihr Potenzial zu reaktivieren.
«Ein Kind kann glücklich aufwachsen, wenn es von einem gleichgeschlechtlichen Paar betreut wird.» Fast zwei Drittel (64%) der Schweizer Bevölkerung stimmten 2023 dieser Aussage zu, während es 2013 nur 40% waren.
Diese Ansicht vertreten Frauen (2023: 72%, 2013: 47%) stärker als Männer (2023: 56%, 2013: 32%). Das geht aus den heute veröffentlichten Daten des Bundesamts für Statistik (BFS) hervor. Für die Studie wurden Schweizerinnen und Schweizer im Alter von 15 bis 80 Jahren zu ihren Einstellungen zur Familie und zu den sogenannten Geschlechterrollen befragt.
Auf die Frage, ob es «Aufgabe des Manns ist, ein Gehalt zu verdienen und für den Lebensunterhalt der Familie zu sorgen», antworteten 2013 noch 39% mit «Ja». Im Jahr 2023 sank dieser Prozentsatz auf 24%.
Ebenfalls rückläufig ist im Zehnjahreszeitraum der Prozentsatz derjenigen, die der Meinung sind, dass die Kinderbetreuung primär Frauensache ist. Im Jahr 2013 gaben 51% der Befragten an, dass die Frau «besser für die Kinderbetreuung geeignet» sei; vor zwei Jahren waren es nur noch 35%.
Weitere News aus der Statistik: Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in der Schweiz nimmt weiter ab, und zum ersten Mal seit 2010 ist die Zahl der Betriebe im Biolandbau nicht gestiegen. Dies gab das Bundesamt für Statistik heute bekannt.
Im Detail zählte die BFS-Erhebung im Jahr 2024 47’075 Betriebe in der Schweiz, was einem Rückgang von 1,3% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auch die Beschäftigung in diesem Sektor, in dem 2024 147’900 Personen arbeiteten, nahm um 0,7% ab. Die Betriebe sind im Durchschnitt aber grösser geworden (22,1 Hektar).
Zum ersten Mal seit 14 Jahren ist die Zahl der Biobetriebe (7889) nicht gestiegen, sondern stabil geblieben. Dabei ist die Situation in den einzelnen Kantonen sehr unterschiedlich. Während im Wallis und in St. Gallen Rückgänge zu verzeichnen waren, nahmen die Biobetriebe in Genf, Zürich und Neuenburg zu.
Die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche in der Schweiz beträgt im Jahr 2024 1’041’000 Hektar, wovon 58% auf Wiesen und Weiden, 38% auf Äckern und der Rest auf Wein- und Obstgärten entfallen. Der Bericht weist darauf hin, dass der Getreideanbau um 3,5% auf 136’400 Hektar zurückging.
Heute Abend steigt in Basel das erste Halbfinale des Eurovision Song Contest (ESC). SRF widmet sich den Kosten und dem wirtschaftlichen Nutzen dieser Grossveranstaltung.
«Eins steht fest: Die Durchführung eines Grossanlasses verschlingt viel Geld», schreibt SRF. Nach neusten Schätzungen belaufen sich die Kosten für den ESC auf rund 60 Millionen Franken. Daran beteiligen sich die Stadt Basel mit 35 Millionen, die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft SRG mit 20 Millionen und die Europäische Rundfunkunion EBU mit sechs Millionen.
In den letzten Jahren hat die Veranstaltung umgerechnet zwischen zehn und 70 Millionen Franken gekostet. Die Basler Ausgabe gehört damit zu den teuersten. Doch was ist der Nutzen für die lokale Wirtschaft?
Laut einer Studie, die den Mehrwert des ESC 2023 in Liverpool analysiert hat, kann Basel mit einem Gewinn von 60 Millionen Franken rechnen. Die Stadt hofft zudem, dass die Wirkung des ESC nicht zu schnell verpufft, sondern dass die Veranstaltung ihr Sichtbarkeit verleiht und sie als Austragungsort für künftige Grossveranstaltungen attraktiver macht.
Neben der wirtschaftlichen Seite dürfe man auch nicht vergessen, dass die Teilnahme am ESC junge Künstlerinnen und Künstler fördere, schreibt SRF. Der Schweizer Remo Forrer zum Beispiel, der die Schweiz 2023 in Liverpool vertrat, kann seither ausschliesslich von seiner Musik leben.
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