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Foto auf Blatten und den Berg

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Die Lage im Walliser Lötschental ist kritisch: Das Dorf Blatten musste wegen eines drohenden Bergsturzes evakuiert werden.

Zudem berichte ich Ihnen über die Gesundheit der Schweizer Bevölkerung und blicke auf das Finale des Eurovision Song Contest zurück.

Ich wünsche Ihnen einen guten Wochenstart.

Drei Männer joggen über ein Feld
Die Hälfte der Männer in der Schweiz und ein Drittel der Frauen sind gemäss Gesundheitsbefragung übergewichtig. Keystone

Bei der Gesundheit der Schweizer Bevölkerung gibt es grosse Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Dies zeigt die neuste Schweizerische Gesundheitsbefragung 2022 des Bundesamts für Statistik (BFS).

Alle fünf Jahre führt das BFS eine Gesundheitsbefragung in der Schweiz durch. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Die Lebenserwartung in der Schweiz lag 2022 bei Frauen bei 85,4 Jahren und bei Männern bei 81,6 Jahren.

Die höhere Lebenserwartung der Frauen von 3,8 Jahren relativiert sich aber durch den geringeren Unterschied der Lebenserwartung bei guter Gesundheit. Sie liegt bei Frauen lediglich 0,4 Jahre höher, nämlich bei 72,1 Jahren. Somit verbringen Frauen die zusätzlichen Lebensjahre häufig mit bestimmten Beschwerden.

So geben Frauen häufiger an als Männer, mit mindestens einer chronischen Krankheit zu leben (55% zu 44%). Männer sind hingegen öfter übergewichtig oder adipös (52% gegenüber 34%) und rauchen häufiger (27% gegenüber 21%).

Zudem zeigen die Ergebnisse der Gesundheitsbefragung, dass neben biologischen Faktoren wie dem Geschlecht auch gesellschaftlich geprägte Geschlechterrollen die Gesundheit beeinflussen und diesbezüglich soziale Ungleichheiten verstärken.

Blick auf die Ostflanke im Bereich Nesthorn/Birchgletscher
Blick auf die Ostflanke im Bereich Nesthorn/Birchgletscher in der Nähe von Blatten im Lötschental, Kanton Wallis. Regionaler Fuehrungsstab Rfs Loe /

Ein Berg oberhalb des Lötschentals im Kanton Wallis ist in Bewegung – und die Zeit drängt. Weil ein grosser Felssturz droht, haben die Behörden entschieden, das gesamte Dorf Blatten zu evakuieren. Rund 300 Menschen müssen ihre Häuser verlassen.

Am Montagmorgen entschieden die Behörden, das Dorf Blatten umgehend zu evakuieren. Die rund 300 Bewohnerinnen und Bewohner mussten ihre Häuser bis 11:30 Uhr verlassen, wie SRF berichtet. In einer App-Meldung hiess es unmissverständlich: «Sofort Häuser räumen, packen Sie das Nötigste.» Ein Infoanlass in der Turnhalle informierte über das weitere Vorgehen.

Die Situation oberhalb des Dorfes ist kritisch: Seit Tagen sind Felsabbrüche hörbar, die nun durch Staubwolken auch sichtbar werden. Neue Messungen ergaben eine Hangverschiebung von über 2,90 Metern – mit steigender Tendenz. Geolog:innen rechnen mit einem massiven Felssturz. «Es ist allen klar, dass der Felssturz kurz bevorsteht», sagte der Informationschef des Regionalen Führungsstabs Lötschental, Matthias Ebener, gegenüber SRF.

Vor einigen Tagen waren Felsen am Kleinen Nesthorn (3342 m ü. M.) – einem vorgelagerten Gipfel des Bietschhorns (3934 m ü. M.) – auf den Birchgletscher gestürzt und hatten dabei einen Murgang ausgelöst. Dieser kam rund 500 Meter oberhalb des Flusses Lonza am südlichen Dorfrand zum Stillstand. Der Birchgletscher oberhalb von Blatten steht seit den 1990er-Jahren unter Beobachtung. Die aktuelle Gefahr könnte mit der einsetzenden Schneeschmelze ab etwa 2500 Metern Höhe zusammenhängen.

muslimisches Gräberfeld
Ein muslimisches Gräberfeld wie hier auf dem Friedhof Witikon wird es in Weinfelden nicht geben. Die Bevölkerung lehnte es ab. Keystone / Alessandro Della Bella

Gestern standen zwar keine eidgenössischen Vorlagen zur Abstimmung – doch in vielen Kantonen und Gemeinden wurde trotzdem fleissig abgestimmt und gewählt. Auf kommunaler Ebene sorgte ein Volksentscheid in der Gemeinde Weinfelden TG für Aufsehen.

In insgesamt 14 Kantonen und zahlreichen Gemeinden standen am Wochenende Entscheide an. So wird es etwa im Kanton Uri es keine Sozialdetektiv:innen geben – die Vorlage zum neuen Sozialhilfegesetz wurde mit 50,7% abgelehnt, wie SRF berichtet. Das Urner Sozialhilfegesetz ist fast 30-jährig. Die Mitte hatte eine Gesetzesrevision angestossen, FDP und SVP standen dahinter, SP, Grüne und GLP haben die Vorlage bekämpft.

Was für viele Schlagzeilen sorgte, war der Entscheid in Weinfelden im Kanton Thurgau. Dort soll es kein Grabfeld nach muslimischer Tradition geben. Die Stimmbevölkerung lehnte das neue Friedhofsreglement ab – mit knapp 52% der Stimmen. Im Stadtparlament war die Vorlage noch unbestritten: Mit 24 zu 4 Stimmen wurde das neue Friedhofsreglement angenommen. Dagegen ergriff die EDU mit Unterstützung der SVP das Referendum, welches mit fast 1000 Unterschriften zustande kam.

Am Freitag berichtete ich Ihnen an dieser Stelle über die Sanierung des Berner Kult-Freibads Marzili. Die Berner Stimmberechtigten haben dem Baukredit in der Höhe von 66.8 Millionen Franken an der Urne zugestimmt. 20’100 Personen stimmten dem Vorhaben zu, 7272 lehnten es ab. Das entspricht einem Ja-Anteil von 73.4%. Doch gemäss Berner Zeitung / der Bund gibt es bei der Umsetzung noch zwei Knackpunkte: Einerseits das Einhalten des Zeitplans und anderseits die Einigung mit den elf Einsprechenden, die unter anderem den geplanten Abbau von 130 Parkplätzen bekämpfen.

Sieger JJ aus Österreich auf der ESC Bühne
Österreich gewinnt den Eurovision Song Contest in Basel vor Israel und Estland. Keystone / Georgios Kefalas

Der Eurovision Song Contest in der Schweiz ist vorbei. Gewonnen hat JJ aus Österreich, die Schweizerin Zoë Më wurde Zehnte, nachdem sie vom Publikum keine Punkte erhalten hat. Trotzdem: Der Sieg für Österreich ist auch dank Schweizer Beteiligung zustande gekommen.

Bis zum Schluss blieb es spannend: Israel und Österreich lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Doch der Sänger JJ aus Wien holte sich auf der Zielgeraden mit seinem Song «Wasted Love» die ersehnten Punkte des Publikum-Votings. JJs Song stammt aus einem erfolgreichen Songwriter-Team, wie SRF berichtet. Der Zürcher Produzent Pele Loriano, der auch den Gewinnersong vom letzten Jahr «The Code» von Nemo oder Zoë Mës «Voyage» mitproduziert hat, war auch bei «Wasted Love» von JJ mit am Werk.

Die Schweiz erreichte mit Zoë Më den zehnten Platz. Bemerkenswert war, dass sie im Juryvoting streckenweise ganz vorne lag und schliesslich auf Platz zwei landete. Beim Publikum fiel sie allerdings mit null Punkten durch und klassierte sich schliesslich mit 214 Punkten auf Platz zehn.

Neben der Bühne sorgte das – gemäss zahlreichen Medien – grösste Public Viewing der ESC-Geschichte für Furore: 36’000 Menschen verfolgten das Finale im Basler St. Jakob-Park. In der Basler Innenstadt trafen sich am Samstag rund 800 Pro-Palästina-Demonstrierende für eine unbewilligten Kundgebung gegen eine israelische Teilnahme am ESC – die Polizei liess sie zunächst gewähren, kesselte die Demonstration jedoch später ein. Es kam auch Gummischrot zum Einsatz.

Die Organisatorinnen und Organisatoren des ESC in Basel sind rundum zufrieden. «Es sind Zahlen, die wir uns erträumt haben. Unsere Erwartungen wurden voll und ganz erfüllt», sagt der Basler Regierungspräsident Conradin Cramer vor den Medien.

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