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Mehrere Solarpanels auf einem Feld

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Ein umweltfreundlicheres Land zu werden, ist eines der Ziele der Landesregierung. Doch in einem Land wie der Schweiz kommt die Energiewende oft nur langsam voran, da Kompromisse mühsam gefunden werden müssen und Fortschritte nur in kleinen Schritten erzielt werden.

Ein Beispiel dafür finden Sie in unserem Briefing, in dem wir unter anderem über Reisen nach Marokko und eine Kontroverse über das muslimische Kopftuch berichten.

Gute Lektüre

Blick auf einige Felder und Bauernhäuser in einer Ebene, im Hintergrund ein kleinerer Flughafen
Das Gebiet, auf dem der Solarpark errichtet werden soll. Keystone / Peter Schneider

Das Projekt für den grössten Solarpark der Schweiz, der in der Nähe des Flughafens Bern Belpmoos entstehen soll, wird verkleinert. Dieser Entscheid fiel, nachdem einige Umweltorganisationen Einspruch erhoben hatten.

Das Hauptproblem besteht darin, dass sich im Gebiet, wo die Solarpaneele installiert werden sollen, auch eine so genannte Trockenwiese befindet, die ein wertvolles Ökosystem für die biologische Vielfalt darstellt. Nach monatelangen Diskussionen zwischen Umweltverbänden und der Geschäftsleitung von Belpmoos Solar, dem Flughafen, den lokalen Energieversorgern sowie dem Kanton und dem Bund wurde nun eine Lösung gefunden.

Diese sieht unter anderem eine drastische Reduktion der mit Paneelen bedeckten Fläche (von 26 auf 19 Hektar) sowie die Aufnahme der Trockenwiese in Liste der eidgenössischen Schutzgebiete vor. Das Kraftwerk wird nun nicht Energie für 19’000 Haushalte produzieren, sondern nur noch für 8000.

Die Dimensionen sind kleiner geworden, aber der Zeitrahmen hat sich verlängert. Erstens muss Belpmoos Solar nun die wirtschaftlichen und technischen Auswirkungen der neuen Lösung prüfen. Zweitens kann es noch zu lokalen Einsprachen kommen. Energieminister Albert Rösti sagt, es sei noch nicht sicher, dass das Projekt realisiert werde. Was die Gemeinde tun werde, stehe auf einem anderen Blatt, so Rösti.

Ein Soldat blickt auf eine Drohne
Fast alle neuen Drohnen aus Israel sind in der Schweiz angekommen, erfüllen aber noch nicht die Mindestanforderungen. Keystone / Urs Flüeler

Der Kauf der israelischen Drohnen ADS 15 durch die Schweiz rückt heute erneut in den Fokus, nachdem die Lieferung der sechs unbewaffneten Aufklärungsflugzeuge gerichtlich gestoppt wurde.

Mit der beim Berner Kantonsgericht eingereichten Zivilklage soll der zwischen dem Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) und dem israelischen Unternehmen Elbit abgeschlossene Vertrag für ungültig erklärt werden. Geklagt hatten ein palästinensisches Ehepaar, das 2024 aus dem Gazastreifen geflohen ist, die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GsoA), die Genfer Sektion der Schweizerischen Liga für Menschenrechte und die «Association suisse des avocat-es pour la Palestine».

In einer Mitteilung heisst es, der Vertrag, der faktisch die israelische Armee unterstütze, «verletzt sowohl internationales als auch schweizerisches Recht».

Das Projekt wurde 2015 vom Parlament mit einem Budget von 250 Millionen Franken genehmigt. Die Fertigstellung war ursprünglich für 2019 geplant, wurde aber später auf 2026 verschoben. Bereits fünf Drohnen sind in der Schweiz eingetroffen. Diese erfüllen jedoch noch nicht die Mindestanforderungen. Und die Kosten sind auf 298 Millionen Franken gestiegen. Vor etwa zehn Tagen gab das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport bekannt, dass es einen Stopp des Kaufs erwäge.

Eine Frau mit Kopftuch (Symbolbild)
(Symbolbild) Keystone / Georgios Kefalas

Die Gemeinde Eschenbach im Kanton St. Gallen hat nach Protesten einiger Eltern auf die Anstellung einer Primarlehrerin verzichtet, die das muslimische Kopftuch trägt. Dieser Entscheid sorgte für Kontroversen und löste eine politische Debatte auf kantonaler Ebene aus. Nun äussert sich die Lehrerin.

Die junge Frau, die bereits während eines Praktikums im Thurgau mit Kopftuch unterrichtet hatte und sich diskriminiert fühlte, erklärte, dass sie nicht beabsichtige, gegen den Entscheid der Gemeinde zu rekurrieren: «Ich habe eingesehen, dass es sich nicht lohnt zu kämpfen», sagte sie in einem Interview mit der Linth-Zeitung. In dem Interview wies sie auch darauf hin, dass sich einige Eltern bei ihr gemeldet hätten, um ihre Solidarität zu bekunden.

Nach dem Entscheid der Gemeinde reichte die St. Galler Sektion der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) im Kantonsparlament eine Motion ein, um das Tragen des Kopftuchs für Lehrerinnen zu verbieten. Dieser Vorschlag wurde sofort von der Sozialdemokratischen Partei (SP) kritisiert, die darin eine Diskriminierung und eine Verletzung der in der Verfassung verankerten Religionsfreiheit sah.

Die Lehrerin hat inzwischen beschlossen, ihre Karriere im Kanton Zürich fortzusetzen, wo sie «wahrscheinlich sozial fortschrittlicher sind», wie sie sagte.

Eine Person streichelt zwei Hunde
Auch wenn der Hund nicht aggressiv wirkt, ist es besser, sich ihm nicht zu nähern. AP Photo / Mosa’ab Elsham

«Halten Sie stets Abstand zu streunenden Tieren. Es sind mehrere Todesfälle durch Tollwut nach Hundebissen bekannt», schreibt das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) in einem Update der Reisehinweise zu Marokko auf seiner Website.

Das EDA empfiehlt, sich vorab über die erforderlichen Impfungen zu informieren und unverzüglich ärztliche Hilfe zu suchen, wenn man von einem Tier gebissen oder gekratzt wurde.

Die Webseite wurde nach dem Tod einer Schweizer Touristin in der marokkanischen Küstenstadt Taghazout aktualisiert. Sie hatte sich angeblich Kratzer zugezogen, nachdem sie mit einem streunenden Hund gespielt hatte, wie lokale Medien berichteten.

Das EDA bestätigte den Todesfall, betonte jedoch, die tatsächliche Ursache sei noch unklar.

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