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das Jubiläums-Goldvreneli

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Eine Goldmünze sorgt für Zwietracht, und in Moutier wird das Wahlrecht auf die ausländische Bevölkerung ausgeweitet. In der Westschweiz wächst unterdessen die Sorge über zunehmende Zwangsräumungen.

Auch wenn die Schweizer Nationalmannschaft aus dem Turnier ausgeschieden ist, geht die Erfolgsgeschichte der Schweizer Austragung der Frauen-Europameisterschaft weiter. Am besten man geniesst das Spektakel im eigenen Land – es könnte das letzte Mal sein, dass die Schweiz diesen Anlass allein ausrichten kann.

Viel Spass beim Lesen!

das Jubiläums-Goldvreneli
Das am 1. Juli von Swissmint zum Verkauf angebotene Jubiläums-Vreneli. Swissmint

Ein Sammler hat Strafanzeige wegen Betrugs gegen die eidgenössische Münzstätte Swissmint im Zusammenhang mit dem Verkauf der Jubiläums-Vreneli erstattet. Laut dem Anzeigensteller soll Swissmint ihren Online-Shop absichtlich manipuliert haben.

Das Vreneli ist eine spezielle Münze, die erstmals 1925 geprägt wurde. Um dieses Jubiläum zu feiern, wurden am 1. Juli dieses Jahres 2500 Exemplare einer Gedenkausgabe zum Verkauf angeboten. Doch die Online-Verkaufsplattform von Swissmint brach zusammen, und zahlreiche Sammler:innen gingen leer aus.

Die Sonntagszeitung berichtete über die Anzeige und die Bundesanwaltschaft hat später bestätigt, dass sie den Fall prüft. Der Sammler behauptet, die Manipulation sei 27 offiziell von Swissmint bevorzugten Händler:innen und einigen anderen zugutegekommen, die trotz der Überlastung der Website Vreneli kaufen konnten.

Das Eidgenössische Finanzdepartement, dem Swissmint untersteht, weist die Vorwürfe zurück und erklärt, dass der Grund für den Absturz der Website am 1. Juli derzeit analysiert werde.

Der offizielle Preis für das Jubiläums-Vreneli betrug 3500 Franken. In Online-Shops sind nun Exemplare zu Preisen zwischen 10’000 und 36’000 Franken aufgetaucht.

Luftaufnahme von Yverdon-les-Bains
In Yverdon-les-Bains hat die Zahl der Zwangsräumungen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 die Gesamtzahl von 2024 übertroffen. Keystone / Salvatore Di Nolfi

Die Westschschweizer Presse befasst sich heute mit dem Thema Zwangsräumungen, ein Phänomen, zu dem es keine landesweiten Statistiken gibt, das aber laut den von den Tamedia-Zeitungen gesammelten Daten zunimmt.

Die Zeitung 24 heures zitiert beispielsweise den Fall der Region Lausanne, wo die Zahl der Zwangsräumungen von 103 im Jahr 2020 auf 152 im Jahr 2024 gestiegen ist. In Genf ist die Polizei systematisch vor Ort, wenn eine Person aus ihrer Wohnung vertrieben wird. Im vergangenen Jahr geschah dies 239 Mal, ein Rekord.

Hinter diesen Zahlen verbergen sich oft «menschliche Dramen», schreiben die Tamedia-Zeitungen und erinnern daran, dass es oft Familien oder ältere Menschen sind, die keine Ersparnisse mehr haben und nach einer Krankheit oder einem Unfall die Miete nicht mehr bezahlen können.

Es gibt viele mögliche Gründe für diesen Anstieg: ein Gesetz, das Zwangsräumungen relativ schnell und einfach macht, der allgemeine Anstieg der Mieten (laut Bundesamt für Statistik in 20 Jahren um 30% gestiegen) und die sinkenden finanziellen Möglichkeiten der Mittelschicht.

Unterstützer:innen des Übertritts von Moutier zum Kanton Jura feiern am 28. März 2021 nach der Abstimmung.
Unterstützer:innen des Übertritts von Moutier zum Kanton Jura feiern am 28. März 2021 nach der Abstimmung. Keystone / Jean-Christophe Bott

Rund tausend ausländische Bürger:innen mit Wohnsitz in Moutier erhalten bereits in diesem Jahr das Stimm- und Wahlrecht auf Gemeinde- und Kantonsebene. Nicht für den Kanton Bern, sondern für den Jura, zu dem die Stadt ab dem 1. Januar 2026 gehören wird.

Im Gegensatz zum Kanton Bern gewährt der Jura ausländischen Personen, die zehn Jahre in der Schweiz und ein Jahr im Kanton gelebt haben, das Stimmrecht. Die einzigen Ausnahmen betreffen Abstimmungen über Verfassungsänderungen.

1114 in Moutier wohnhafte Personen dürfen am 19. Oktober 2025 bereits bei der Wahl der jurassischen Regierung und der sieben Abgeordneten ins Kantonsparlament mitentscheiden. Parallel dazu können die neuen Wähler:innen auch an zwei kommunalen Abstimmungen teilnehmen.

Die Abstimmung 2021 beendet eine lange und turbulente Geschichte des jurassischen Separatismus im Kanton Bern. Die Gewährung des Stimmrechts für Ausländer:innen war eines der Argumente derjenigen, die für einen Kantonswechsel waren.

Parade der deutschen Torhüterin Ann-Katrin Berger
Parade der deutschen Torhüterin Ann-Katrin Berger vor dem vollen Publikum (mehrheitlich weiblich) im St. Jakob-Park. Keystone / Michael Buholzer

Die noch bis Sonntag in der Schweiz stattfindende Frauen-Fussball-Europameisterschaft gilt bereits als Erfolg und liefert täglich gute Fussballgeschichten. Die Chancen, dass die Schweiz in Zukunft allein eine ähnliche Veranstaltung organisieren kann, sind jedoch gering.

Der EM-Traum der Schweizer Nationalmannschaft zerplatzte am Freitag gegen Spanien, aber das grosse Sportfest in der Schweiz geht weiter. Trotz der Niederlage – und des Regens – feierten am Samstag Tausende von Menschen die Schweizer Fussballerinnen in der Fanzone in Bern. Die Stadt zog eine mehr als positive vorläufige Bilanz des Turniers und der Parallelveranstaltungen: Die Erwartungen seien übertroffen worden.

Aus Basel kommt derweil eine besondere Nachricht. Beim Viertelfinalspiel zwischen Frankreich und Deutschland im St. Jakob-Park wurden zum ersten Mal bei einem Fussballspiel im grössten Stadion der Schweiz eine Mehrheit der Tickets (52%) von Frauen gekauft.

Die Schweizer Austragung dieser Europameisterschaft gibt dem Frauenfussball neuen Auftrieb und Schwung. Sie wird jedoch die letzte ihrer Art sein, wie bei 24 heures zu lesen ist. «Die Dimensionen, die dieser Wettbewerb in Bezug auf Infrastruktur oder die Anzahl der Teams in der Endrunde annehmen wird, werden es der Schweiz unmöglich machen, sich allein auf ein solches Projekt einzulassen», sagt Dominic Blanc, Direktor des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) und der Kopf hinter der Schweizer Bewerbung für diese Meisterschaft.

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