Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Der Kanton Basel-Stadt ist zufrieden mit dem Abstimmungsverhalten der Auslandschweizer:innen – so sehr, dass nun auch inländische Stimmbürger:innen E-Voting erhalten sollen.
Des Weiteren beschäftigen wir uns mit der aktuellen Hitzewelle, dem Schlamassel um die F-35-Kampfjets und beantworten die Frage, warum es in der Schweiz nicht so viele 100-Jährige gibt.
Herzliche Grüsse aus Bern
Nach guten Erfahrungen mit den Auslandschweizer:innen soll die breite Bevölkerung des Kantons Basel-Stadt in der zweiten Jahreshälfte 2026 online abstimmen können – sofern der Grosse Rat die nötigen 6,7 Mio. Franken bewilligt.
Die Auslandschweizer:innen zeigen, wie es geht: Dank ihrer grossen Beteiligung am E-Voting will der Kanton Basel-Stadt E-Voting der breiten Bevölkerung zugänglich machen. Schon in einem Jahr sollen Bürger:innen online abstimmen und wählen können.
«Bei den Auslandschweizern sind die Erfahrungen sehr gut», sagte Staatsschreiberin Barbara Schüpbach gegenüber dem Regionaljournal Basel Baselland. 68% derjenigen, die aus dem Ausland an der letzten Abstimmung teilgenommen haben, machten das online.
Darum wird das Angebot jetzt ausgeweitet. Schon in der zweiten Jahreshälfte 2026 soll es bereit sein. Vorausgesetzt, der Grosse Rat genehmigt die 6,7 Mio. Franken, die für die nächsten zehn Jahre E-Voting vorgesehen sind.
Gemäss den Vorgaben des Bunds dürfen nicht mehr als 30% des kantonalen Elektorats beim E-Voting mitmachen, in Basel-Stadt gilt: Wer sich zuerst anmeldet, stimmt online ab. Doch die Staatskanzlei rechnet nicht mit einem Ansturm. Bei den Pilotgemeinden im Kanton St. Gallen hätten sich am Anfang zirka 15% der Stimmberechtigten angemeldet, dann sei der Anteil langsam gestiegen, so Schüpbach. Zu Sicherheitsbedenken sagt sie, dass man in das System der Post Vertrauen habe.
Unterricht in der Badi – die Hitzewelle bringt den Schulstart durcheinander. Die oberste Lehrerin fordert Lüftungen und Klimaanlagen für Schulhäuser.
Die Schweiz glüht. Während es in den Sommerferien oft geregnet hat, fiel der Schulstart für viele mitten in die aktuelle Hitzewelle – und fällt deshalb ein bisschen anders aus.
In Genf – Schulstart nächste Woche – müssen die Schüler:innen der 1. und 2. Primarklassen bei einer Hitzewarnung nicht zur Schule gehen, wie 24 Heures schreibt. Jeder Kanton und jede Schule entscheidet selbst, wie mit der Hitze umzugehen ist. Manche Kinder verbringen die ersten Schultage im Freien oder gleich in der Badi, wenn die Temperaturen im Schulzimmer unzumutbar sind.
Doch die Hitzetage werden in Zukunft zunehmen. «Man kann ja nicht die ganze Unterrichtszeit im Schwimmbad verbringen, weil man doch Lernstoff zu vermitteln hat», sagt Dagmar Rösler, Präsidentin des Schweizer Dachverbands der Lehrerinnen und Lehrer zu SRF. Sie plädiert darauf, bei neuen Schulhäusern oder Sanierungen Lüftungen und Klimaanlagen zu priorisieren – momentan werden sie wegen der Kosten manchmal gestrichen.
Rösler schlägt neben baulichen Anpassungen an Schulhäusern auch vor, das Verschieben oder Verlängern der Sommerferien ins Auge zu fassen. Der Kanton Basel-Stadt prüft dies aktuell. Allerdings sind die Hitzeperioden schwer vorhersehbar – dieses Jahr kamen sie genau vor und nach den Ferien.
Wie weiter mit den bestellten F-35-Kampfjets? Das VBS prüft, ob man die Schweiz auch mit weniger Jets sichern kann – SP und Grüne fordern einen Stopp des geplanten Kaufs.
Wie mein Kollege Ihnen im gestrigen Briefing berichtet hat, haben die USA nicht vor, die bestellten 36 Kampfflugzeuge für einen Fixpreis von 6 Mrd. Franken zu liefern. Wie viel teurer die Jets werden, ist momentan nicht klar.
Wie geht es nun weiter? Verteidigungsminister Martin Pfister prüft Optionen, wie der Tages-Anzeiger festhält. Zum Beispiel könnte die Anzahl Jets reduziert werden, falls der Luftraum auch mit weniger Fliegern gesichert werden könnte. Oder man bewältigt die Mehrkosten mit einem Zusatzkredit.
Und muss jetzt nochmals über die Kampfjets abgestimmt werden? Vor knapp fünf Jahren wurden die Flieger mit nur zirka 8000 Stimmen Unterschied zu einem Budget von 6 Mrd. Fr. bewilligt. Pfister findet nicht, dass eine neue Abstimmung nötig ist, wenn das VBS die Mehrkosten übernehmen kann.
SP und Grüne dagegen fordern, den aktuellen Kauf abzubrechen. «Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende», sagt SP-Co-Präsident Cédric Wermuth. Die bürgerlichen Parteien wollen an der Bestellung der F-35 festhalten.
Mit den Kampfjets und den Zöllen sind Verhandlungen mit den USA gleich zweimal kläglich gescheitert. Pfister betonte an der Medienkonferenz jedoch, dass es keinen Zusammenhang gebe. Ob man auch künftig noch in den USA bestellen werde, könne er nicht beurteilen und sagte: «Bei den Zöllen sind sie nicht so verlässlich.»
Verglichen mit anderen Ländern hat die Schweiz einen geringen Anteil an 100-Jährigen in der Bevölkerung. Obwohl sie zu den Ländern mit der höchsten Lebenserwartung zählt. Warum gibt es dann nicht mehr Menschen über 100?
Möchten Sie 100 Jahre alt werden? Betrachtet man die Statistik, gibt es Regionen, in denen das eher möglich zu sein scheint. Zum Beispiel in Monaco, Hongkong oder Guadeloupe, wo der Anteil von 100-jährigen (und älteren) Menschen am grössten ist. Die Schweiz liegt in dieser Statistik auf Rang 37, bei uns kommen auf 100’000 Leute 23 im Alter von 100 und mehr Jahren. In Monaco sind es 949, in Hongkong 124 und in Guadeloupe 100.
«Warum gibt es in der Schweiz so wenig 100-Jährige?» fragt der Blick. Der Altersforscher François Höpflinger (selber 77 Jahre alt) erklärt, dass diese Zahlen nicht mit der Lebenserwartung zusammenhängen. Man müsse die Gesamtbevölkerung anschauen. In Monaco wohnen sehr viele ältere Milionär:innen. «Reiche Menschen leben länger als ärmere.»
Ein anderer Faktor ist die Ab- und Zuwanderung. In Ländern, wo viele junge Leute auswandern, steigt der Anteil der Betagten. Die Schweiz dagegen ist ein Land mit hoher Zuwanderung von verhältnismässig jüngeren Leuten; was den Anteil der 100-Jährigen senkt. Doch die Schweiz holt auf: Heute gibt es viel mehr 100-Jährige als noch vor 50 Jahren. Und wie die Zahlen zeigen, dürfte es in den kommenden Jahren wahrscheinlicher werden, den 100 Geburtstag zu erreichen.
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