The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Kerzen und Karten für die Toten in Crans Montana

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Die Tragödie, die den Jahresbeginn in der Schweiz überschattet hat, der Brand im Lokal Le Constellation in Crans-Montana, bleibt das Hauptthema in den Schweizer Medien. Es überwiegen weiterhin der Schock und die Trauer um die Opfer, aber es wird auch über die offenen Fragen diskutiert, wie die Verantwortlichkeiten und die Folgen dieses schrecklichen Ereignisses.

Wir berichten Ihnen auch darüber, wie die Nachricht von der Festnahme von Nicolas Maduro in der Schweiz von den Behörden und der venezolanischen Gemeinschaft aufgenommen wurde.

Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre.

Am Sonntag haben Hunderte von Menschen in Crans-Montana den Opfern des Brandes gedenkt.
Am Sonntag haben Hunderte von Menschen in Crans-Montana den Opfern des Brandes gedenkt. Keystone / Jean-Christophe Bott

Die 40 Personen, darunter 20 Minderjährige, die in der Neujahrsnacht beim Brand im Lokal Le Constellation in Crans-Montana im Wallis ums Leben kamen, sind identifiziert worden.

22 der Verstorbenen im Alter zwischen 16 und 39 Jahren sind Schweizer:innen, 8 Französ:innen und 6 Italiener:innen. Die anderen sind portugiesischer, belgischer, türkischer und rumänischer Nationalität. Beim Brand wurden 119 Personen verletzt, 35 von ihnen wurden ins Ausland verlegt, nach Italien, Belgien und Frankreich. Auch sie sind alle identifiziert worden.

Am Sonntag nahmen Hunderte von Menschen, darunter viele Vertreter:innen der Behörden, an der Messe zu Ehren der Opfer im Ferienort teil, und für Freitag, den 9. Januar, wurde ein nationaler Trauertag ausgerufen. An der geplanten Gedenkfeier wird auch der französische Präsident Emmanuel Macron teilnehmen, wie der Elysée-Palast ankündigte.

Angesichts des jungen Alters vieler Opfer sind zahlreiche Schulen direkt oder indirekt von der Tragödie betroffen. Bei der Wiederaufnahme des Unterrichts in den Schulen des Wallis und des benachbarten Kantons Waadt wurde ein psychologisches Unterstützungssystem aktiviert.

flagge auf halbmast am bundeshaus
Die Flaggen wehen im ganzen Land auf halbmast. Auf dem Foto das Bundeshaus in Bern. Keystone / Anthony Anex

Die Ermittlungen haben bisher ergeben, dass der Brand von Crans-Montana durch mehrere pyrotechnische Kerzen ausgelöst wurde, welche die Decke des Lokals in Brand gesetzt haben. Gegen das Paar, das das Lokal führt, wurde ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung eingeleitet.

Die Untersuchung wird sich nun auf die von den beiden in der Vergangenheit durchgeführten Renovierungsarbeiten, die verwendeten Materialien, die Konformität der Notausgänge und die Brandschutzvorrichtungen konzentrieren. Noch ist nicht klar, ob auch gegen die Gemeindeverwaltung Verfahren eingeleitet werden. Diese hat in der Zwischenzeit angekündigt, sich als Zivilpartei zu konstituieren.

Nach den in der Presse aufgetauchten Fragen zur Tatsache, dass das Betreiberpaar nicht verhaftet wurde, erklärte die Walliser Staatsanwaltschaft in einer Mitteilung, dass die Bedingungen für eine Inhaftierung nicht vorliegen, da kein Verdacht bestehe, dass sich die beiden der Untersuchung und einer eventuellen Sanktion entziehen wollten.

«Wir müssen uns fragen, was schiefgelaufen ist und wo, und wir müssen eingreifen. Auch die Justiz muss ihren Teil beitragen. Das sind wir den Opfern und ihren Angehörigen schuldig», sagte Bundespräsident Guy Parmelin in einem Interview mit den Portalen der SRG. Er sagte auch, dass es ein vor und ein nach Crans Montana geben werde.

«Bis zu diesem Drama habe ich immer gehört, dass wir bei den Brandschutzvorschriften zu bürokratisch, zu kompliziert sind und dass man vereinfachen kann, ohne auf Sicherheit zu verzichten. Jetzt muss man berücksichtigen, was geschehen ist, um zu vermeiden, dass Änderungen vorgenommen werden, die sich in ein oder zwei Jahren als falsch erweisen», fügte der Bundespräsident hinzu.

In der ganzen Schweiz haben verschiedene Gemeinden Massnahmen ergriffen, um ähnliche Unfälle zu vermeiden. Die Behörden von Lausanne haben beispielsweise einen Brief an die 600 Lokale der Stadt verschickt, um eine Überprüfung ihrer Sicherheitsprotokolle zu verlangen.

Der venezolanische Präsident Nicolas Maduro auf einem Foto von 2023.
Der abgesetzte Präsident Nicolas Maduro auf einem Foto von 2023. Keystone/EPA/Miguel Gutierrez

Die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die Vereinigten Staaten sowie der Angriff der USA auf das südamerikanische Land haben auch in der Schweiz starke Reaktionen ausgelöst. Heute hat der Bundesrat beschlossen, allfällige in der Schweiz deponierte Vermögenswerte von Maduro und ihm nahestehenden Personen einzufrieren.

Der Kommunikationsverantwortliche des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), Nicolas Bideau, rief zur Entspannung, Mässigung und zur Einhaltung des Völkerrechts auf, «das auch die Achtung des Gewaltverbots und der territorialen Integrität souveräner Staaten umfasst». Am Sonntag demonstrierten etwa 200 Personen in Bern gegen die amerikanische Intervention und forderten die sofortige «Verurteilung dieser völkerrechtswidrigen Aggression».

Heute beschloss der Bundesrat, mit sofortiger Wirkung und vorsorglich, allfällige in der Schweiz deponierte Vermögenswerte des venezolanischen Präsidenten und anderer ihm nahestehender Personen einzufrieren. Mit dieser Massnahme will die Regierung einen möglichen Abfluss dieser Vermögenswerte verhindern, heisst es in einer Mitteilung. Es handelt sich um eine Ergänzung der Sanktionen gegen Venezuela, die bereits seit 2018 in Kraft sind.

In der Schweiz leben rund 1’500 Personen venezolanischer Nationalität, viele von ihnen sind vor Maduros Regime geflohen. Der Tages-Anzeiger hat einige von ihnen getroffen. Innerhalb der Gemeinschaft zeigen sich widersprüchliche Gefühle, die vor allem mit der Sorge zusammenhängen, was im Land geschehen wird. In einer nicht repräsentativen Umfrage, die von der Zeitung in den Regionen Zürich und Basel durchgeführt wurde, bedauerte jedoch niemand die amerikanische Intervention und den Fall des Regimes.

«Ich mag Trump nicht, ich mag seine Migrations- und Zollpolitik nicht, aber ich bin froh, dass er diesen Mann aus dem Land geholt hat», sagt die Venezolanerin aus Winterthur, Ingrid Valbuena, über Maduro, dessen Namen sie nie ausspricht. Es sei ein «verspätetes Weihnachtsgeschenk» gewesen, fügt sie hinzu.

leeres Schulzimmer
Viele Schulen haben Schwierigkeiten wegen des Mangels an Schüler:innen. Keystone / Jean-Christophe Bott

Der Geburtenrückgang ist ein Phänomen, das die Schweiz unmittelbar betrifft, und hat als Folge eine Problematik, über die heute der Blick berichtet: die Schliessung von Schulen und Kindergärten in kleinen Dörfern.

In den letzten Jahren haben viele Schulen in kleinen Gemeinden ihre Pforten geschlossen oder die Absicht dazu angekündigt. Allein im Kanton Zürich sind seit 2020 18 Kindergärten verschwunden. Mit einem Durchschnitt von 1,29 Kindern pro Frau verzeichnet die Schweiz die niedrigste Fruchtbarkeitsrate seit Beginn der Erhebungen, so der Blick. In Zukunft wird dieser demografische Trend wichtige Herausforderungen für das Schulsystem mit sich bringen.

Bis 2034 werden nämlich 52’000 Schüler:innen weniger die Primarschulen besuchen. Das Verschwinden der Schulen hat auch Folgen für die Gesamtheit der sozialen und wirtschaftlichen Aktivitäten, die sich um sie herum entwickeln.

Das Fehlen einer eigenen Schule im Wohnort verschärft zudem das Problem der Entvölkerung kleiner Dörfer. Familien ziehen anderswohin, und neue Familien werden nicht dazu ermutigt, sich dort niederzulassen.

Meistgelesen
Swiss Abroad

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft